Proschat Madani
© CoverMedia Proschat Madani

Proschat Madani Überall Ausländerin

TV-Star Proschat Madani hat Wurzeln im Iran und wuchs in Österreich auf - trotzdem wurde sie häufig als Fremde wahrgenommen.

Proschat Madani (45) fühlt sich heimatlos.

Die TV-Darstellerin ('Cop Stories') kennt man aus der Sat.1-Serie 'Der letzte Bulle', wo sie eine Psychologin und die Exfreundin von Mick Brisgau - dargestellt von Henning Baum (41, 'Niemand ist eine Insel') - verkörpert und mit ihrer rassigen Schönheit das Publikum begeistert.

Ihr exotisches Aussehen war in ihrer Jugend allerdings kein Vorteil. Ganz im Gegenteil, wie sie im Interview mit der 'Bild' erzählte. "Ich habe keine Heimat! Ich kann sagen, dass mein Zuhause in Berlin ist. In Deutschland bin ich Österreicherin, weil ich diesen Wiener Schmäh habe, In Österreich bin ich optisch Ausländerin, spreche aber wie die Einheimischen. Und im Iran sehe ich aus wie eine Perserin und entpuppe mich als Ausländerin, sobald ich den Mund aufmachen", stellte sie fest.

In ihrem Buch 'Suche Heimat, biete Verwirrung' arbeitet die Schauspielerin ihr Leben auf und erörtert, wie sie nach vielen Kämpfen letztendlich ihren Platz in der Welt fand.

Zu den unterschiedlichen Orten, an denen sie aufwuchs, hat Madani einen familiären, persönlichen Bezug. Allerdings erinnerte sie sich auch an unschöne Episoden - beispielsweise als sie in Österreich in die Schule ging: "In der Grundschule gab es eine Lehrerin, die mich gemobbt hat. Sie hat mir permanent das Gefühl gegeben, dass alle in der Klasse richtig sind, nur ich nicht. Sie fragte so etwas wie: 'Gibt's bei euch schon Autos, oder reitet ihr noch auf Kamelen?' Und sie sagte den Eltern meiner Freundin, dass ich ein schlechter Umgang für sie sei. Grundschullehrer sind wie Gurus. Wenn die jemanden aus der Gruppe ausgrenzen, machen es die Kinder natürlich auch."

Auf der einen Seite sei Integration etwas Wunderbares, erklärte Madani im Interview mit 'Die Welt', dennoch sollte man wissen, wohin man gehöre. "Anpassung ist an sich etwas Herrliches, sie ist intelligent und überlebensnotwendig. Aber wenn man nirgendwo verankert ist und sich ständig neu anpasst, dann besteht die Gefahr, sich selbst zu verlieren. Und dann wird man unglücklich."

Die schweren, unglücklichen Zeiten liegen nun glücklicherweise hinter Proschat Madani, die ihren Frieden im Leben gefunden hat und für die es auch beruflich gut läuft: Nächstes Jahr wird sie in der Spionage-Komödie 'Die Mamba' im Kino zu sehen sein.