Lars Eidinger
© CoverMedia Lars Eidinger

Lars Eidinger Traumjob auf dem Silbertablett

Schauspieler Lars Eidinger wurde vom Fleck weg für seine Rolle in dem Hollywood-Streifen "Die Wolken von Sils Maria" angeheuert

Lars Eidinger, 38, musste keinen anstrengenden Casting-Marathon über sich ergehen lassen, um eine Rolle in "Die Wolken von Sils Maria" zu bekommen.

Der Filmstar ("Was bleibt") ist seit gestern [18. Dezember] neben Hollywoodstars wie Kristen Stewart (24, "Snow White and the Huntsman") und Juliette Binoche (50, "Chocolat - Ein kleiner Biss genügt") in der internationalen Produktion im Kino zu bewundern.

Das Drama handelt von der Schauspielerin Marie (gespielt von Binoche), die in einer Neuauflage des Stückes mitwirken soll, mit dem sie vor zwanzig Jahren berühmt wurde - allerdings nicht mehr in der Rolle des jungen Starlets.

Lars Eidinger mimt in dem Werk den Regisseur Klaus Diesterweg, für den er ad hoc engagiert wurde. "Ich hatte nicht einmal ein Casting. Es gab nur ein kurzes Kennenlernen, dann hat er [Filmemacher Olivier Assayas] mir die Rolle des Theaterregisseurs Klaus Diesterweg direkt angeboten", gestand der Berliner im Interview mit "nachrichten.at".

Auch die Arbeit mit seinen berühmten Co-Stars sei wunderbar gewesen und vor allem die französische Film-Legende Juliette Binoche habe es dem Darsteller angetan. "Da war ich schwer beeindruckt. Ich fürchtete, sie könnte distanziert und affektiert sein, aber: nichts von all dem. Bevor wir unsere ersten Szenen vor der Kamera hatten, besuchte sie eine Theatervorstellung von mir, kam in die Garderobe und lud mich zum Essen ein."

Vor dem Dreh sei der Megastar mit dem deutschen Kollegen noch mal den Text "völlig uneitel" durchgegangen. Diva-Allüren? Fehlanzeige! Das sei aber keine Selbstverständlichkeit. "Wenn Kolleginnen im Off, also nicht mehr im Bild sind, werden sie oft teilnahmslos, stören manchmal sogar, damit der andere nicht so gut ausschaut. Bei ihr war das anders. Noch um halb drei Uhr nachts stand sie im Off und hat, wie es die Szene verlangte, geweint, damit ich mich besser hineinversetzen kann", betonte der beeindruckte Leinwandstar gegenüber der Publikation.

Auch im Interview mit "tagesspiegel.de" schwärmte Eidinger von dieser speziellen Situation und ging darin abermals auf den Eifer und die Professionalität seiner Kollegin ein. "Wir haben diese Einstellung zwölf Mal wiederholt, und von diesen zwölf Einstellungen hat sie fünf Mal geheult! Im Off! Das tut sie, weil es für sie keinen Unterschied macht, ob sie zu sehen ist oder ich."

Der Schauspieler betonte weiter, dass sich die Kolleginnen hierzulande da durchaus eine Scheibe von abschneiden könnten. "Das macht keine deutsche Schauspielerin. Höchstens Corinna Harfouch. Es gibt Kollegen, die sagen: "'Over shoulder" mach ich nicht, da gehe ich solange in meinen Wohnwagen'", verriet Lars Eidinger.