Ben Becker
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Ben Becker Kein Gleichgewicht zwischen arm und reich

TV-Star Ben Becker findet, dass das Gleichgewicht zwischen arm und reich unausgewogen ist und kritisierte, dass es immer unausgewogener wird.

Ben Becker (48) betonte, dass es Slums in direkter Nähe von Deutschland gibt und man sich nur mal umschauen müsste.

Der Darsteller ('Das Kind') sprach mit der 'Berliner Zeitung' über das Buch 'Blutsbrüder' aus dem Jahr 1932, das heute wiederentdeckt und von Becker als Hörbuch eingesprochen wurde. Der Roman spielt in den 30er-Jahren, erzählt die Geschichte von Jugendlichen, die auf der Straße leben und sich als Tagelöhner und Laufburschen durchschlugen, aber auch häufig auf die kriminelle Schiene oder gar in die Prostitution abdrifteten. Ein Thema, das laut des Schauspielers aktueller denn je sei. "Das Gleichgewicht heute zwischen arm und reich ist unausgewogen und wird unausgewogener. Man kann nicht allein von Deutschland reden. Wir befinden uns angeblich, so wird es diktiert, in der Zeit des Globalismus. Man steigt ins Flugzeug und fliegt nach Australien oder sonst wo hin. Aber zwischendurch gibt es immer noch Leute, denen es total besch***en geht. Wenn man zum Beispiel nach Bulgarien fährt, was im Europäischen Staatenverbund eingebunden ist, gibt es da Slums, wo einem das Kotzen kommt. Ohne Wasser, ohne Toiletten und die Kinder wühlen im Müll. Das ist nicht weit weg", kritisierte der Star.

Der Roman 'Blutsbrüder' handelt von Berliner Cliquenjungs und habe auch heute nichts an seiner Aktualität eingebüßt. "Er ist auf eine ganz harte Art und Weise realistisch. Es tut irgendwann weh. Es ist irgendwann nicht mehr schön und blumig, sondern Kopf auf Asphalt. Das finde ich heftig. Und ich glaube, dass es das heute noch gibt, wenn auch nicht unbedingt in dieser Gegend, wo dieser Roman spielt. Heute kostet der Gewerbe-Quadratmeter in Mitte, wo sich die Blutsbrüder häufig bewegen, 80 Euro", beschrieb Becker die Szene und seine Wahl-Heimatstadt, wie sie heute ist.

In einem anderen Interview wunderte sich der Leinwandstar über die heutige digitalisierte Zeit. "Wir leben in einer komischen Zeit. Alle haben ein Handy und jeder macht Fotos und stellt sie auf Facebook. Es ist nichts mehr geheim und man ist nur noch unterm Reagenzglas, die Zeiten eines Mikrokosmos", befand Ben Becker im Gespräch mit 'tele.at'.