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Hollywoods hippe Jungs

Sie lassen selbst Brad Pitt alt aussehen: Diese jungen Schauspieler gelten als die heißesten Newcomer Amerikas. Kennen Sie Sam Riley, Jason Schwartzman, Emile Hirsch oder gar Shia LaBeouf? GALA erklärt, was sie so besonders macht

Hollywoods hippe Jungs

Hollywoods hippe Jungs

Typen wie Shia LaBeouf

liefern normalerweise Pizza aus oder geben Mathe-Nachhilfe. Die actiongeladene Rettung des Planeten aber war bislang eher muskelbepackten Stars wie und oder hübschen Supermännern wie vorbehalten. Dass LaBeouf, optisch eher Skater als Retter, trotzdem die Last eines 105-Millionen-Euro-Streifens wie "Transformers" tragen kann, ist nach dem erfolgreichen Filmstart in den USA bewiesen. Die etablierten Branchen-Beaus verblassen bereits angesichts der Rekord-Einspielergebnisse, Amerikas Studiobosse reiben sich begeistert die Hände.

Und LaBeouf ist nicht allein: Die sogenannte "Millenial Generation", geboren nach 1978, ist dabei, an der Front der männlichen Hollywoodstars für mächtigen Wirbel zu sorgen.

George Clooney, Brad Pitt: Laufen ihnen die Jungen bald den Rang ab?

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Ob , , , oder - diese den meisten noch recht ungeläufigen Namen sollte man sich merken. "Alle zehn Jahre öffnet sich ein Fenster für die Stars, die wir die nächsten 30 Jahre sehen werden", sagt Casting-Direktor Joseph Middleton aus Los Angeles.

Und in der Tat: Superstars wie , 43, , 42, und Nicolas Cage, 42, werden älter und ziehen sich immer mehr ins Privatleben zurück. Wenn sie überhaupt vor die Kamera treten, kostet es die Studios meist zweifache Millionenbeträge - ein Garant für Kassenschlager aber sind sie deswegen schon lange nicht mehr.

Von Bruce Willis ("Perfect Stranger") bis hin zur Crew von "Ocean's Thirteen" mit , Brad Pitt und Matt Damon, sie alle mussten gerade hilflos zusehen, wie der pummelige Comedian Seth mit der Romanze "Beim ersten Mal" lässig an die Spitze der Kinocharts stolzierte. US-Komiker Andy , der sich bislang bei "Saturday Night Live" behauptete und mit Justin Timberlake und Natalie Portman ein paar satirische Duette anstimmte, geht in der Komödie "Hot Rod" gleich mit der Hauptrolle an den Kinostart. Und das, obwohl er in Europa nahezu unbekannt ist und mit Wuschelmähne und Dackelblick nicht gerade das Ideal des Baywatch-Beaus erfüllt.

Shia LaBeouf: "Mit dem Ego habe ich es nicht so. Ich bin ein Schauspieler, der gerne arbeitet."

Shia LaBeouf: "Mit dem Ego habe ich es nicht so. Ich bin ein Schauspieler, der gerne arbeitet."

Es ist zwar nicht so, dass Hollywood noch nie auf den Typ des Anti-Adonis gesetzt hätte, doch fällt auf, dass dieses Jahr der Hauptteil der Blockbuster mit Akteuren besetzt wurde, die nicht gerade dem Traum vom All-American Boy entsprechen. Doch genau hier sehen die Studios mittlerweile das Potenzial der Newcomer. Vor allem, nachdem Überraschungserfolge wie "Napoleon Dynamite" und "Borat" bewiesen haben, dass mit frischen Gesichtern eine Menge Geld zu verdienen ist. "Wenn man sich George Clooney anschaut, also unseren heutigen Cary Grant, dann sieht der Mann so perfekt aus, dass das mit unsereins nichts zu tun hat", sagt Martin Grove, Kolumnist des amerikanischen "Hollywood Reporter". "Seth Rogen aber, der eine Nacht mit Katherine Heigl verbringt, lässt Träume wahr werden." Speckröllchen statt Sixpack - so darf auch Ben aus dem Schrebergarten weiter auf die große Liebe mit einer heißen Blondine hoffen.

Ob Rogen, Samberg, LaBeouf oder Adam Brody ("O.C., California"), sie alle "sind Menschen wie du und ich", sagt Mike Speier, Executive Editor von Amerikas führendem Filmfachblatt "Variety". "Sie sehen allesamt ein wenig trottelig aus, und genau das ist ihre Anziehungskraft. Jeder normale Mensch kann sich ihnen verbunden fühlen." Und das weltweit. Ein wichtiger Aspekt, immerhin werden Filme heutzutage rund um den Globus vermarktet, der Held darf entsprechend nicht mehr ausschließlich nach US-Idealen ausgesucht werden. "Das wiederum macht Platz für die unterschiedlichsten Typen an Hauptfiguren", sagt Middleton. "Man muss sich nur Shia anschauen, bei dem weiß man auch nicht genau, wo seine Wurzeln sind. Sind sie jüdisch? Italienisch? Französisch?"

Universell, sympathisch, authentisch zeigen sich die "Normalgesichtigen" auch im Alltag: "Letzten Endes fahre ich einen alten Nissan-Truck, wohne in einem kleinen Häuschen und genieße es, mit meinen Kumpels ein Baseballspiel anzuschauen", sagt LaBeouf. Ungeachtet der Tatsache, dass er mit seinem Thriller "Disturbia" drei Wochen lang die US-Kinocharts anführte und allein für seine nächste Rolle in Steven Spielbergs "Indiana Jones IV" eine Million Dollar kassiert, ist LaBeouf auf dem Teppich geblieben. Nicht mal an seinem 21. Geburtstag schlug der Amerikaner, der im Armenviertel von Los Angeles aufwuchs, über die Stränge. "Ich werde keinen Schluck trinken, bevor 'Indiana Jones' fertig ist", so Shia pflichtbewusst. Bislang habe er ohnehin noch keinen Alkohol getrunken, und überhaupt: Gefeiert wird am liebsten mit Familie und Freunden zuhause.

Adrian Grenier: "Keine Cocktailempfänge, bitte."

Adrian Grenier: "Keine Cocktailempfänge, bitte."

So hält es auch Adrian Grenier ("Der Teufel trägt Prada"). Am liebsten musiziert der gebürtige New Yorker mit seiner Band The Honey Brothers und schmeißt in seiner Wohngemeinschaft in Los Feliz ungewöhnliche Dinnerpartys. Einen Abend wird über Literatur diskutiert, den nächsten zugunsten einer wohltätigen Organisation gefeiert. Ähnlich bedacht gibt sich auch der Schotte James McAvoy. Nur so viel Zeit wie nötig verbringt der Wahl-Londoner in der Glitzerwelt von Los Angeles.

Und wenn er doch in Hollywood ist und zwischen seinen Terminen ein paar Stunden Zeit hat? "Dann gehe ich ganz bestimmt nicht zum Cocktailempfang eines Films, von dem ich noch nie etwas gehört habe, sondern setze mich lieber mit guten Freunden an den Strand." Dabei mangelt es gewiss nicht an Einladungen - spätestens seit seinem hochgelobten Auftritt in "Der letzte König von Schottland" wird McAvoy umworben, als gäb's kein Morgen. Er widersteht. Aber bei den Premieren- feiern von "Geliebte Jane" mit Anne Hathaway und "Wanted" mit Angelina Jolie dürfte dann auch selbst Hauptdarsteller James das Tanzbein schwingen - mit Gattin Anne-Marie Duff anstatt eines sexy Groupie im Arm, versteht sich.

Denkt man da an die turbulenten Anfangszeiten von Partylöwen wie Colin Farrell oder Leonardo DiCaprio, dann wirken deren Erben ungefähr so wild wie Doris Day. Und sind gerade deswegen so unwiderstehlich. Womöglich liegt es am boomenden Konservatismus. In Zeiten, in denen traditionsreiche Vornamen und deftige Hausmannskost plötzlich wieder angesagt sind, wissen Menschen solche Tugenden wie Bescheidenheit, Zuverlässigkeit und Mäßigung offenbar zu schätzen.

Vielleicht aber haben wir nach süffigen Anekdoten über Wodka-Diäten und Fließband-Abstürzen von Jesse Metcalfe und Co. auch einfach mal wieder Sehnsucht nach ein paar bodenständigen Kandidaten mit Sinn für Humor und Romantik. Solche wie "Prison Break"-Star und Princeton- Abgänger Wentworth Earl Miller, 35. Der schwärmt für klassische Musik und Jane Austen und wünscht sich nichts mehr, als eine Familie zu gründen. Oder Sam Riley, den in Cannes umjubelten Star aus dem Musikfilm "Control". Während er auf der Leinwand als Sänger der britischen Punkband Joy Division reihenweise Herzen bricht, ist er für seine große Liebe Alexandra Maria Lara bereits nach Deutschland gezogen. Ein Happy End gibt es wohl doch nicht nur im Film.

Mehr erfahren: Wir stellen die Jungs vor. Und fragen: An welchen Newcomer glauben Sie?

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