Naomi Campbell
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Naomi Campbell Unschuld vom Laufsteg

Naomi Campbell versucht's auf die sanfte Tour: Kurz vor ihrem nächsten Prozess wegen Körperverletzung buhlt sie um Sympathien

Wenn Menschen daran glauben, dass Elvis lebt und Aliens in New Mexico gelandet sind - warum sollte man sie nicht auch zu der Ansicht bekehren können, dass Naomi Campbell ein missverstandenes Opferlamm ist? Davon will die 36-Jährige jedenfalls derzeit die Welt überzeugen. Imagepflege heißt das Stichwort. Bevor das Model am 16. Januar den nächsten Prozesstermin wegen Körperverletzung hat, sollte vergangene Woche in einem Interview mit dem britischen Nachrichtensender "Sky News" noch rasch einiges zurechtgerückt werden.

Nicht etwa, dass Naomi sich bei ihren früheren Assistentinnen Ana Scolavino und Gaby Gibson dafür entschuldigt hätte, sie geschlagen und beleidigt zu haben. Oder dass sie zum Ausdruck brachte, wie leid ihr die Kratzattacke auf ihre Drogenberaterin tue. Weit gefehlt, sie sieht sich selbst als Zielscheibe von gemeinen Angriffen. "Es war wirklich ein hartes Jahr, besonders in Hinblick auf die ganzen Anschuldigungen", klagt Naomi, die in den vergangenen acht Jahren acht Anklagen kassierte. Ständig müsse sie aufpassen, in wessen Gesellschaft sie sich befinde, was sie zu wem sage. "All diese Anklagen waren sehr verletzend und völlig übertrieben."

Wie schmerzhaft im Sommer 2005 die Schläge ins Gesicht für ihre frühere Freundin Yvonne Scio waren, wie schlimm ein Jahr später die Schimpftiraden gegenüber ihrer Ex-Assistentin Amanda Brack - all dies scheint das Model völlig auszublenden. "Ich darf diesem negativen Zeug nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken", trotzt Naomi, die bereits zu Anti-Agressionstherapie, Drogenentzug und Bußgeld verurteilt wurde. Dass jetzt bei der Verhandlung des Falls Scolavino die Höchststrafe von sieben Jahren Gefängnis hinzukommt, will sie aber unbedingt verhindern. Und könnte dabei im Vorteil sein. "Jeder Fall wird einzeln behandelt und nicht von neuen Klagen beeinflusst", erläutert Barbara Thompson, Pressesprecherin des New Yorker Gerichts, gegenüber GALA. Und so ließ Naomi mit ungebrochenem Selbstbewusstsein bereits über ihren Anwalt David Breitbart ausrichten, nicht einmal zu gemeinnütziger Arbeit wie Straßenfegen bereit zu sein. Höchstens Spendensammeln, das könne sich seine Mandantin vorstellen, so der Jurist. Wenn Miss Campbell darin genauso erfolgreich ist wie in dem Versuch, Sympathien zu sammeln, dürften die Kassen allerdings leer bleiben.