Naomi Campbell Ihre Aussage zu den Blutdiamanten

Supermodel Naomi Campbell hat im Kriegsverbrecherprozess gegen Charles Taylor ausgesagt

In einem cremefarbenen Twinset und mit eleganter Hochsteckfrisur erschien Supermodel Naomi Campbell am Donnerstag (5. August) vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Die Staatsanwaltschaft will beweisen, dass der ehemalige liberianische Präsident Charles Taylor Waffen gegen Blutdiamanten getauscht hat. Solche Diamanten soll Naomi bei einem Gala-Abend 1997 in Südafrika von ihm geschenkt bekommen haben. Nun wurde sie als Zeugin geladen, um dazu Stellung zu nehmen.

Seit 2008 steht Charles Taylor in Den Haag vor Gericht. Er soll unter anderem für die Ermordung, Verstümmelung, Vergewaltigung, Misshandlung und Versklavung Tausender Menschen während des Bürgerkriegs in Sierra Leona mit verantwortlich sein. Von Liberia aus soll er die Revolutionary United Front (RUF) im Nachbarland mit Waffen versorgt - und dafür im Gegenzug Rohdiamanten bekommen zu haben. Taylor hat die Vorwürfe als "totalen Quatsch" abgetan.

Naomi Campbell hatte lange abgestritten, jemals solche Diamanten erhalten zu haben und weigerte sich zunächst, bei dem Prozess auszusagen - aus Angst um ihre Familie. "Weil das jemand ist, der Tausende von Leuten umgebracht haben soll, wie ich im Internet gelesen habe", sagte sie.

Erst nach der Androhung einer Haftstrafe erklärte sie sich bereit, vor Gericht zu erscheinen. Letztlich bestätigte Naomi Campbell aber, dass sie an jenem Gala-Abend in Südafrika einen Beutel mit Steinen übergeben überbracht bekam. Ob das Geschenk von Charles Taylor kam, von dem sie vor diesem Abend angeblich noch nie etwas gehört hat, wisse sie allerdings nicht genau. Nachdem sie aber am nächsten Morgen der Schauspielerin Mia Farrow und ihrer damaligen PR-Agentin Carole White von dem nächtlichen Besuch berichtet hatte, vermuteten diese, dass die Diamanten nur von Taylor sein konnten.

Auf die Frage, ob sie sich nicht über diese Art von Geschenk mitten in der Nacht gewundert hätte, sagte das Model: "Ich bin es gewohnt, andauernd Geschenke zu bekommen." Außerdem habe sie nicht direkt erkannt, dass es sich dabei um Diamanten handelte, weil sie sehr klein und schmutzig waren.

Ob Naomis Aussagen der Staatsanwaltschaft weitergeholfen haben bleibt abzuwarten. Das Urteil soll Mitte nächsten Jahres fallen.

kma