Monica Lierhaus
© Christian Schoppe Monica Lierhaus

Monica Lierhaus Große Sorge um Lierhaus

Das Buch von Monica Lierhaus berührt kranke und gesunde Menschen und wird zum Bestseller. Mitten in diesen Erfolg platzt eine schlechte Nachricht – die Sportjournalistin musste wieder ins Krankenhaus

Durch wie viele Täler muss sie noch gehen? Wie GALA jetzt erfuhr, wurde Monica Lierhaus vor drei Wochen mit starken Unterleibsschmerzen in die Notaufnahme der Hamburger Universitätsklinik eingeliefert. Diagnose: Blinddarmentzündung und eine schwere Infektion in der Bauchhöhle.

Blinddarm- OP

Gleich am nächsten Tag wurde sie operiert. Wieder einmal. Seit sie sich 2009 wegen eines Aneurysmas einer Hirn-OP unterzogen hatte, musste sie immer wieder Narkosen und Operationen über sich ergehen lassen. Auch jetzt hatte sie starke Schmerzen und schlaflose Nächte im Krankenhaus. Wie verkraftet die 45-Jährige das? In GALA schildert sie ihre Gefühle: "Es ist unglaublich frustrierend, dass ich solche Rückschläge erleben muss, wenn ich endlich wieder das Gefühl habe, dass es aufwärts geht. Ich kann mein Pech gar nicht fassen und bin manchmal sehr verzweifelt." Ihre Schwester Eva saß jeden Tag am Krankenbett, brachte Mousse au Chocolat mit, versuchte Mut zu machen. Inzwischen ist Monica Lierhaus wieder zu Hause und erholt sich von dem erneuten Tiefschlag. Dabei sollten doch nun die guten Zeiten beginnen! Anfang des Jahres hatte die Sportjournalistin ihr Buch "Immer noch ich" veröffentlicht.

Lierhaus spendet Trost

Sie erzählt darin eindringlich, wie die Krankheit ihr altes Leben zerstörte und wie beschwerlich sie sich in ein neues zurückkämpfen musste. Ein voller Erfolg: Die Biografie steht in der Bestsellerliste auf Platz zehn. Noch im Oktober erzählte sie, wie sehr sie sich auf die Lesereise dazu freut. Wenn sie arbeitet, ist Monica Lierhaus in ihrem Element. Schmerzfrei und glücklich sei sie dann, sagt sie. Aber statt den Erfolg ausleben zu dürfen, ist sie wieder zu geduldigem Aushalten verdammt.

Die Lesereise muss abgesagt werden

Eine Lesereise gibt es nun doch nicht. Und dennoch erreicht sie ihre Leser – auf beeindruckende Weise, wie Bettina Kasten vom Ullstein Verlag erklärt: "Bemerkenswert ist, dass das Buch eine wirkliche Flut an privaten Zuschriften an Monica Lierhaus ausgelöst hat, so etwas habe ich noch bei keinem anderen Titel erlebt." Auch die Autorin selbst ist überwältigt: "Ich habe Hunderte Zuschriften bekommen, sehr, sehr liebe Mails und Briefe, zum Teil sogar aus der Schweiz, Österreich, USA und Kanada – einfach unglaublich." Ein echter Trost in dieser schweren Zeit. Wenn sie die Zuschriften lese, sei das immer etwas Besonderes, sagt Monica Lierhaus.

Die Leser schenken ihr Kraft

"Ich freue mich sehr über die große Anteilnahme und empfinde es als Ehre und großen Vertrauensvorschuss, dass die Menschen sich mir mit ihren Geschichten so sehr öffnen. Natürlich rühren mich deren Erlebnisse sehr und beschäftigen mich oft länger." Es seien sogar zwei Brieffreundschaften daraus entstanden. "Wir halten uns gegenseitig auf dem Laufenden und freuen uns über Fortschritte." Lierhaus arbeitet hart daran, so viel Selbstständigkeit wie möglich zurückzuerlangen. Sie hat täglich zwei bis drei Termine – von der Logoüber Physio- und Hippo- bis zur Neuropsychologie- Therapie. Da hilft der Austausch mit anderen Erkrankten. Man zieht sich gegenseitig mit, motiviert sich. Doch sie wollte eigentlich schon viel weiter sein.

Monica Lierhaus
© Getty Images

Lierhaus bleibt mutig

Den Mut zu finden, ihre Schmerzen, Sorgen und Gefühle aufzuschreiben, war ihr nicht leichtgefallen. Sie war unsicher, wie das ankommen würde. Aber dieses Wagnis sollte ihr den Weg frei machen in ein neues Leben. "Das Buch ist ein zusätzlicher wichtiger Meilenstein geworden. Ich habe es geschafft, mich ein Stück weit mit dem Unglück auseinanderzusetzen und mich von einigem Ballast zu befreien. Denn vorher war ich nur nach vorne ausgerichtet und habe zu meinem Schutz viel verdrängt, damit ich Fortschritte machen konnte."

Die Anteilnahme an ihrer Geschichte überwältigt Lierhaus

Mit ihrer Schwester Eva versucht Monica Lierhaus, auf alle Zuschriften zu antworten. Sie weiß, wie wichtig das in bestimmten Situationen sein kann. Besonders berührt habe sie eine Dame, die ihr schrieb, dass sie sich wegen ihrer Erkrankung komplett zurückgezogen habe, durch die Lektüre aber wieder Mut und Lebenswillen fand. Auch gesunde Menschen haben das Buch als Inspiration für sich entdeckt. Monica Lierhaus schafft es, nicht nur sich selbst, sondern auch andere zum Weiter- kämpfen zu bringen.