Mischa Barton

Zwangseinweisung mit Ansage

Mischa Barton hatte einen Zusammenbruch, musste in die Psychiatrie eingeliefert werden. Für viele ein Schock. Dabei strauchelte der Ex-Kinderstar schon seit geraumer Zeit haltlos durchs Leben

Mischa Barton

Mischa Barton ist am Ende. Am Donnerstag (16. Juli) wurde die Schauspielerin in die Psychiatrie eingeliefert - per Zwangseinweisung. Ausgerechnet an dem Tag, an dem ihr neuer Film "Homecoming" Premiere feierte. "Es ging ihr wirklich schlecht, als sie im Krankenhaus ankam - aber es geht ihr schon wieder etwas besser", so ein Insider laut "Contactmusic"

Mischas Zwangseinweisung ist eine erschreckende Paralle zum Fall Britney Spears. Auch die Sängerin wurde gegen ihren Willen in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Bei Britney soll eine Mischung aus Drogenmissbrauch und bipolarer Persönlichkeitsstörung zum Psychokollaps geführt haben. Aber was ist der Grund für Mischas krassen Zusammenbruch?

Wahrscheinlich eine tragische Kombination aus mehreren Faktoren.

Genau wie Britney stand auch Mischa schon als Kind im Rampenlicht. "Ich bin reifer als andere Kinder in meinem Alter, weil ich ständig von Erwachsenen umgeben bin", sagte Mischa früher. Ein typischer Satz für Kinderstars, die viel zu schnell erwachsen werden müssen - und deshalb keinen ausreichenden inneren Halt entwickeln können.

Der Fluch des frühen Erfolges, er führt nicht selten in die Isolation, Depression und Abhängigkeit.

So alterniert auch Mischas Liebesleben zwischen chaotisch, unverbindlich und katastrophal. Sie hatte elf Beziehungen, von denen die wenigsten länger als ein Jahr Bestand hatten. Zuletzt trennte sich Mischa im März nach drei Monaten von dem Sänger Luke Pritchard. "Er ist ein toller Kerl, aber er passt besser als Freund zu mir", so Mischa anschließend lapidar. Ein weiterer Fehlversuch. Ihr Beuteschema ist allerdings auch fatal: Meistens Musiker oder Schauspieler, immer ein Hauch böser Bube. Zu nett ist nichts für Mischa. Dabei könnte sie genau das wahrscheinlich gut gebrauchen.

Auch beruflich setzt die Schauspielerin nach eigenen Angaben bevorzugt auf "schrägere" Rollen. "Ich spiele gern düstere, unkonventionelle, verschrobene Charaktere", so Mischa. Nur hat sie damit leider nicht den gewünschten Erfolg und bei der Rollenauswahl auch oft kein geschicktes Händchen. Nach ihrem Ausstieg bei "O.C. California" 2006 wollte sich Mischa voll auf ihre Kino-Karriere konzentrieren. Doch der große Hit blieb aus.

Bei den Filmfestspielen in Cannes weigerte sich Mischa im Mai 2008 sogar, ihren Film "You and I" zu promoten, tauchte nicht bei der Premiere auf und ging stattdessen lieber Champagner schlürfen. "Es war nie die Rede davon, dass ich hingehen sollte", so Mischa hinterher schnippisch. Gerüchtehalber boykottierte sie den Streifen aber, weil er ihr peinlich gewesen sein soll.

Der Karrieredruck stieg, der Erfolg blieb aus - auch das wird Mischa sehr belastet haben.

Genauso wie der Beautystress. Seit im Frühling 2008 Bilder von Mischa mit Cellulite an den Oberschenkeln aufgetaucht sind, stand sie noch ein wenig mehr unter Beobachtung als sonst. "Ich habe nie behauptet, einen perfekten Körper zu haben", sagte Mischa anschließend trotzig. Haben würde sie ihn wohl trotzdem gern - vielleicht nahm sie auch deshalb so stark ab, dass sie Anfang 2009 regelrecht knochig aussah.

Mischa betrieb auf mehreren Ebenen Raubbau mit ihrem Körper. Auch Drogen und Alkohol waren im Spiel. Auf Fotos von Mischa mit verdächtiger selbstgerollter Zigarette im Auto folgte einige Zeit später eine Verhaftung.

Am 27. Dezember 2007 wurde Mischa wegen Fahrens ohne Führerschein, Trunkenheit am Steuer und Drogenbesitzes verhaftet, verbrachte eine Nacht im Knast. Drei Jahre auf Bewährung lautete das Urteil später. Die Polizisten waren auf Mischa Barton aufmerksam geworden, weil sie in West Hollywood in der Mitte der Straße Schlangenlinien gefahren war und beim Abbiegen nicht geblinkt hatte. Dicht und zugedröhnt. "Ich bin 100-prozentig für meine Handlungen verantwortlich und wirklich von mir selbst enttäuscht ... Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll ... Außer, dass ich nicht perfekt bin und nicht vorhabe, jemals wieder so etwas Dummes zu tun", lautete Mischas Statement nach dem Vorfall.

Anschließend ging sie in den Entzug. Freiwillig, wie sie sagte: "Ich wollte dem Gericht beweisen, dass ich die Angelegenheit komplett ernst nehme und um zu beweisen, dass ich wirklich clean bin."

Ob sie selbst daran geglaubt hat? Erst unlängst tauchten Fotos einer aufgedunsenen Mischa Barton auf, Freunde gaben ihrem exzessiven Lebenswandel die Schuld daran.

"Sie ist total außer Kontrolle. Sie schluckt alles - Wein, Bier, Wodka - was immer sie in die Finger kriegt. In den meisten Nächten ist sie schon um zwei oder drei Uhr völlig dicht. Es ist traurig", will ein Insider aus Mischas Freundeskreis wissen. "Sie feiert nonstop, und es ruiniert jeden Aspekt ihres Lebens. Sie ist ein komplettes Wrack, und jeder kann es sehen", so auch ein Freund der Schauspielerin.

Zuletzt ging Mischa in London permanent auf die Piste, feierte gern feucht - aber fröhlich? Innere Leere kann selbst ein ganzer Fluss aus Wodka-Cranberry nicht wegspülen ... Auch ihre Eltern machten sich zunehmend Sorgen. "Ihre Familie ist wegen Mischas sprunghaften Verhaltens in letzter Zeit immer weiter verzweifelt", so ein Freund. Die Bartons kennen das - Mischas Schwester Hania musste angeblich schon wegen einer Überdosis und eines Selbstmordversuches in die Notaufnahme.

Wann genau auch Mischa Bartons Leben so außer Kontrolle geraten ist, dass nur noch die Psychiatrie ihr helfen kann - das wird wohl nicht mal Mischa selbst beantworten können.

Jessica Wagener

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