Mischa Barton + Jessica Simpson

In der Frustfalle

Nie sexy genug: Mischa Barton und Jessica Simpson drohen am öffentlichen Druck zu zerbrechen – sie trösten sich mit Fast Food und Alkohol

Sitzt die Frisur unter dem Hut auch richtig?

Immer wieder fährt Mischa Barton sich durch die Haare, nestelt nervös am goldenen Glitzerkleid. Das 23-jährige It-Girl wirkt unsicher und versucht das zu überspielen, indem sie Kette raucht.

Wer Mischa Barton am New Yorker Set ihrer neuen TV-Serie "The Beautiful Life" beobachtet, erlebt einen Menschen, der auf der Kippe steht, sich gerade noch unter Kontrolle hat. Auch wenn sie es gewohnt ist, dass alle Augen auf sie gerichtet sind, die - teilweise widersprüchlichen - Ansprüche, die an sie gestellt werden, setzen ihr zu. Anfang des Jahres, damals war Mischa klapperdünn, hieß es, sie müsse für die Rolle als Model ein paar Pfunde zulegen; jetzt wurde sie von den Stylisten der Serie angewiesen, fünf Kilo abzuspecken. Für die angeschlagene Mischa eine zusätzliche Belastung. Erst vor einem Monat wurde sie nach einem Selbstmordversuch ins Krankenhaus von Los Angeles eingewiesen, braucht seitdem psychologische Betreuung. Zu hart war sie mit sich und ihrem Körper umgegangen, hatte keine Party und keinen Drink ausgelassen - das schlug sich auch auf der Waage nieder.

Ständig von allen Seiten begutachtet zu werden ist auch für Bartons Kollegin Jessica Simpson, 29, immer schwerer zu ertragen. Beide Frauen kämpfen mit dem Druck, ständig sexy und begehrenswert - sprich: schlank - sein zu müssen. So sehr, dass die Wahrnehmung ihres eigenen Körpers längst nicht mehr der Realität entspricht. Jessica Simpson etwa wurde gerade von ihrem Freund, dem Football-Star Tony Romo, nach zwei Jahren Beziehung verlassen, weil er es nicht mehr ertragen konnte, dass ihre Gedanken ständig um ihr Gewicht kreisten. Nach außen propagiert Simpson eine wesentlich gesündere Haltung: "Ich glaube, dass echte Schönheit von innen kommt und eine selbstbewusste Frau immer gut aussieht." Trotzdem soll sie in ihrer Verzweiflung sogar darüber nachgedacht haben, sich Fett absaugen zu lassen.

Während der Zeit mit Tony Romo waren ihr romantische Dinner zu zweit und Kino-Abende mit Popcorn wichtiger als ihr Crosstrainer. Und je mehr sie zunahm, desto stärker wurde der Druck von außen. Die US-Presse machte sich über sie lustig, belegte sie mit Spitznamen wie "Walross" – für ihr Selbstbewusstsein eine Katastrophe.

Während Jessica Simpson den Frust mit Chips und Pizza Frust-Fallebekämpfte, bevorzugt Mischa Barton die Variante "Verdrängen, schöntrinken, sich bloß nichts anmerken lassen". Immer noch sollen die Bikini-Fotos, die ihre Cellulite zeigen, ihr zusetzen. Aus Angst um ihr Image behauptete Mischa sogar, die Dellen seien nachträglich in die Bilder retuschiert worden. Vielleicht könnte sie von Jessica Simpson etwas lernen. Die geht inzwischen offensiv mit ihren Problemen um und belässt es nicht dabei, sich im Fitnessstudio die Pfunde abzutrainieren. Erst kürzlich hatte die Schauspielerin und Sängerin gestanden, sie habe sich schon mit zwölf Jahren ihrer Figur wegen kasteit: "Damals schrieb ich in mein Tagebuch: 'Alles, woran ich denken kann, ist die Tatsache, dass mein Bauch über meine Unterwäsche hängt'." Jetzt arbeitet sie an einer VH1-Show, in der Schönheitsideale kritisch hinterfragt werden. Außerdem plant sie ein Enthüllungsbuch, in dem sie ihre Figur-Sorgen verarbeitet.

Knapp zwei Jahre liegen zwischen diesen Bildern. Seit Januar 2009 versucht Jessica Simpson ihre alte Figur wiederzubekommen

Knapp zwei Jahre liegen zwischen diesen Bildern. Seit Januar 2009 versucht Jessica Simpson ihre alte Figur wiederzubekommen

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