Miriam Pielhau
© Getty Images Miriam Pielhau im GALA-Interview

Miriam Pielhau im GALA-Interview "Ich will für meine Tochter leben"

Miriam Pielhau ist tot. Heute erreichte die Öffentlichkeit die Nachricht vom völlig überraschenden Ableben der Moderatorin. Noch im März sprach sie in GALA über ihren Kampf gegen die Krankheit

Gleich zweimal erhielt Miriam Pielhau die Diagnose "Krebs". Wie verkraftet man so viele Grenzerfahrungen? 2004 überlebt Miriam Pielhau den verheerenden Tsunami in Thailand. Vier Jahre später erkrankt sie an Brustkrebs. Ihre Ehe zerbricht 2013, nicht lange nach der Geburt ihrer Tochter. Ein Jahr später die nächste Hiobsbotschaft: Wieder Krebs, die Metastasen sind inzwischen überall im Körper. Ihre Erfahrungen und ihre Zuversicht beschreibt Miriam Pielhau in dem Buch "Dr. Hoffnung" (Allegria, 240 S., 18 Euro). Vor wenigen Monaten sprach GALA mit der Moderatorin.

Wie haben Sie es geschafft, nie den Mut zu verlieren?

Meine Familie, meine Freunde und mein Ex-Mann haben mich unglaublich unterstützt. Vor allem meine Tochter war mein Antrieb. Ich will für sie leben, will sehen, wie sie groß wird. Ich kann sie doch nicht allein lassen! Ich habe zu Gott gebetet: Du schenkst mir dieses zauberhafte Kind – und dann soll ich sterben? Das macht keinen Sinn. Deswegen habe ich den K. (Miriam Pielhau benutzt diese Abkürzung, statt das Wort "Krebs" auszusprechen; Anm. d. Red.) von Anfang an als Aufgabe, aber nicht als mein Ende gesehen.

Ihre Tochter wird im Mai vier Jahre alt. Versteht sie schon, was bei Ihnen los ist?

Ich habe bis jetzt meine Krankheit mit keiner Silbe erwähnt. Ich will das von ihr fernhalten. Sie war bei keinem Arzttermin dabei, hat mich nie ohne Perücke gesehen. Und dennoch spüren Kinder so etwas. Es gab da einen rührenden Moment …

Was ist passiert?

Wir haben vor dem Schlafengehen ein wenig herumgetobt. Plötzlich hält meine Tochter inne und sagt: „Mama, ich weiß, du bist dolle krank, aber du wirst ganz bald wieder gesund.“ Sie war zweieinhalb. Ich habe mir nichts anmerken lassen, doch natürlich sind mir die Tränen in die Augen geschossen.

Seit Kurzem sind Sie frei von Metastasen. Trauen Sie dem Frieden?

Das ist die große Kunst. Entweder Angst – oder optimistisches Urvertrauen ins Leben. Da wähle ich lieber die zweite Möglichkeit. Ist auch viel gesünder. Wissen Sie, acht von zehn Frauen, die an Brustkrebs erkranken, haben vor der Diagnose einschneidende Erlebnisse im Privatleben. Bei mir war es die Trennung von meinem Mann Thomas. Das hat ein enormes Seelenbeben ausgelöst. Ich bin wohl auch aus meiner tiefen Trauer heraus krank geworden. Das sagen ebenfalls meine Ärzte.

Wie ist heute die Beziehung zu Ihrem Ex?

Sie ist nach wie vor sehr gut. Die wichtigste Person in unserem Leben ist unsere Tochter, und das schaffen wir zwei alles sehr harmonisch. Da bin ich schon ein bisschen stolz drauf.

Am heutigen Mittwoch, 13. Juli 2016, bestätigte das Management den Tod von Miriam Pielhau. Sie wurde 41 Jahre alt und hinterlässt einen Ehemann sowie ihre vierjährige Tochter.