Miley Cyrus

Ein Saubermädchen räumt ab

Am Pop-Himmel funkelt ein neues Licht: Teenie-Star Miley Cyrus löst bei Millionen von Mädchen Hysterie aus - sogar deren Eltern sind begeistert

Miley Cyrus

Eltern aufgepasst,

der Miley-Cyrus-Virus kommt auf Euch zu: Bald wird auch Euer Nachwuchs mit blonder Perücke und Glitzer-Mikro durch die Wohnung rauschen und das Kinderzimmer mit Postern der Sängerin tapezieren. Ausverkaufte Konzerte, zeitgleich sieben Singles in den Charts, eine eigene TV-Serie: In den Staaten ist die 15-Jährige das heißestes Sternchen am Pop-Himmel. Bis der Hype auch bei uns ankommt, ist es nur eine Frage der Zeit.

So wir hier in Hollywood waren auch schon die Fans in England aus dem Häuschen

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Allein wenn Mileys Name fällt, löst er bei US-Mädchen von sechs bis 16 Kreisch-Alarm aus. Die Zeilen des Hits "See You Again" werden inbrünstig mitgesungen. "Es ist unglaublich, was in meinem Leben passiert. Ich kann das alles kaum begreifen", sinnierte jüngst bei Talk-Queen . Aber nicht nur Mädchen, auch deren Eltern finden den Teen-Star super. Was aber weniger an ihrem Kaugummi-Pop in der Tradition von liegt: Das penetrant gut gelaunte Girl ist der fleischgewordene Traum aller konservativen Moms und Dads - und von denen gibt es in den USA eine Menge ...

So brav, so nett und so harmlos hopste schon lange kein Popstar mehr durch die Gegend. Während , 26, sozusagen ihre Vorgängerin, seit 2005 nur noch durch Sorgerechts-Hickhack, Drogenexzesse und manische Depressionen Schlagzeilen macht, blieb das Mädel aus Tennessee bis dato so gut wie skandalfrei.

In der Disney-Erfolgsserie "Hannah Montana" führt Miley Cyrus ein Doppel­leben: Tags­über drückt sie die Schulbank, abends steht

In der Disney-Erfolgsserie "Hannah Montana" führt Miley Cyrus ein Doppel­leben: Tags­über drückt sie die Schulbank, aben

Sex? Kein Thema. Auf den will die bibelfeste Pop-Lolita - sie kann Verse aus dem Neuen Testament wie auf Knopfdruck zitieren - auf jeden Fall bis nach ihrer Eheschließung warten. Familie? Die hat sowieso höchste Priorität. "Meine Mutter, die Oma und meine Geschwister begleiten mich während der gesamten Tour. Nach Gott sind sie es, die mir die meiste Kraft im Leben geben", verriet sie bei Oprah. So etwas kommt bestens an im wertkonservativen Amerika.

Ihren Durchbruch verdankt die Jung-Millionärin der 2006 gestarteten Disney-Serie "", in der sie sich als Schulmädchen Miley Stewart mit Hilfe von blonder Perücke und glamourösem Outfit in den Popstar Hannah verwandelt. Allein der erste Soundtrack zum TV-Quotenknaller ging mehr als 3,5 Millionen mal über die Ladentische. Logisch, dass eine Kinoversion längst in Arbeit ist. Die triumphal erfolgreiche "Best Of Both Worlds"-Tour lässt auch Branchenkenner staunen: Rund 25 Millionen Euro spülte Miss Cyrus allein 2007 mit Live-Auftritten in die Kassen.

Bis zu 1700 Euro blättern Eltern auf dem Schwarzmarkt hin, damit ihre Kids dem neuen Super-Star zujubeln können. Auch Middle-Ager sind hingerissen: Songwriter , 30, outete sich als Fan, als er die Sängerin bei einem Gig in Las Vegas backstage besuchte. Und selbst an den Kinokassen macht Miley, die ("High School Musical") den Rang als Disneys Zugpferd Nummer eins auf dem profitablen Teenie-Markt abgelaufen hat, Mega-Umsätze. Am ersten Wochenende spielte der 3D-Konzertfilm über die "Best Of Both Worlds"-Tour rund 15 Millionen Euro ein. Es war der erfolgreichste Start aller Zeiten an dem traditionell kinoschwachen "Super Bowl"-Wochenende - und degradierte damit ("The Eye") und ("Over Her Dead Body").

Der Disney-Konzern hat einen neuen Goldesel - dank perfektem Marketing und konsequenter Anbiederung bei puritanischen Erziehungsberechtigten. Bleibt die Frage, ob hinter Mileys betont züchtigen Statements am Ende vielleicht eine PR-Strategie steckt. Wir erinnern uns: So brav und zugeknöpft gab sich Brit zu Beginn ihrer Karriere auch. Bislang ist Mileys Image noch so porentief rein, dass private Schnappschüsse im Internet, auf denen sie mit einer Freundin einen Lolli teilt, bei Sittenwächtern bereits für Stirnrunzeln sorgen. Die erkannten prompt - Satan weiche! - "sexuelle Untertöne".

Miley selbst reagierte genervt: "In welcher Welt leben wir eigentlich, wenn es schlimm sein soll, mit einer Freundin Spaß zu haben?" Recht hat sie - und doch gelten für Disney-Stars wohl spezielle Regeln.

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