Michael Ballack
© Getty Images Michael Ballack

Michael Ballack Zu arm für einen Strafzettel

Ex-Nationalspieler Michael Ballack ist in Spanien zu schnell gefahren, kann eine Geldstrafe aber angeblich nicht bezahlen - weil er keinen Arbeitsplatz hat

Über 90 km/h soll Michael Ballack zu schnell gewesen sein, als er am 7. Oktober in Spanien geblitzt wurde. Der Prozess, der dem Ex-Nationalspieler nun in Cáceres gemacht wird, bringt Überraschendes hervor: Der 36-jährige Fußballer ist angeblich finanziell nicht in der Lage, das Bußgeld zu bezahlen.

Der Staatsanwalt fordert im Falle eines Schuldspruchs 10.000 Euro Strafe, die der Fußballer laut seines Anwalts Jesús Gallego Rol nicht bezahlen kann. "Dass jemand ein berühmter Fußballer war, bedeutet nicht, dass er über Vermögen verfügt", zitiert die spanische Zeitung "Marca" die Verteidigung. Bei der Geldstrafe dürfe nur ein Mindestsatz zugrunde gelegt werden, weil Ballack derzeit ohne Einkünfte und ohne einen Arbeitsplatz sei.

Stattdessen hält Ballacks Anwalt eine Strafe von 1080 Euro für ausreichend und plädiert auf Freispruch. Schließlich bedeute laut Rol das bei Ballack gemessene Tempo in Deutschland kein Vergehen, wie unter anderem "spiegel.de" die Nachrichtenagentur "efe" zitiert.

In dem Prozess, bei dem Michael Ballack selbst nicht anwesend war, sagten unter anderem zwei Polizeibeamte der "Guardia Civil" als Zeugen aus. Sie gaben an, dass der Sportler vor zwei Wochen bei einer Radarkontrolle auf der Autobahn in der Nähe der Kleinstadt Trujillo mit einer Geschwindigkeit von 211 Kilometern pro Stunde geblitzt worden sei. Auf spanischen Autobahnen gilt allerdings ein Tempolimit von 120 km/h.

Ob Michael Ballack trotz der Angaben seines Anwalts tief in die Taschen greifen muss oder seinen kleinen Geldbeutel schonen darf, erfahren wir bald: Das Urteil wird in den kommenden Tagen erwartet.

rbr

UPDATE vom 2. November 2012: Michael Ballack hat seinen spanischen Verteidiger entlassen. In einer Mitteilung, die unter anderem "spiegel.de" zitiert, erklärte der ehemalige Fußball-Profi: "Der spanische Verteidiger, den ich nur deshalb zu Gericht gehen ließ, weil er mir am Morgen vor der ersten Verhandlung offiziell zugewiesen worden war, hatte von mir keinen Auftrag, so unsinnig zu argumentieren, wie er das offenbar getan hat; ich habe ihn deshalb mit sofortiger Wirkung von seinem Mandat entbunden."