Mary von Dänemark
© Getty Mary von Dänemark

Mary von Dänemark Plötzlich zählt jede Krone

Ganz Dänemark rätselt: Warum haben Mary und Frederik einen neuen Ehevertrag aufgesetzt, gerade jetzt, wo sie so glücklich wirken? Es geht tatsächlich um große Gefühle. Aber vor allem um sehr viel Geld

So harmonisch, so verliebt wie in den vergangenen Wochen wirkten Mary und Frederik lange nicht mehr. Anfang Dezember zeigten sie ihrem Erstgeborenen, dem einjährigen Prinz Christian, Mamas australische Heimat. Weihnachten feierten sie mit der königlichen Familie einträchtig unterm Tannenbaum. Die Tatsache, dass das Kronprinzenpaar im Frühjahr das zweite Kind erwartet, macht das Familienglück perfekt.

Wer würde in solch einer Situation an Scheidung denken? Mary, 34, und Frederik, 38, offenbar schon. Wie jetzt ans Licht kam, unterschrieb das Paar am 18. Oktober auf Schloss Fredensborg einen neuen Ehevertrag. Ein Abkommen, durch das Mary im Fall einer Trennung erheblich schlechter gestellt scheint als durch das ursprüngliche Dokument, das zur Hochzeit vor zweieinhalb Jahren unterzeichnet wurde. Das dänische Volk ist verstört, spekuliert über die Hintergründe und Auswirkungen dieser ungewöhnlichen Maßnahme. Besonders kurios - das Thronfolgerpaar könnte die Verwirrung bewusst gestiftet haben.

Aber Hand aufs Herz: Würde der bis über beide Ohren verliebte Frederik es wirklich zulassen, dass die Mutter seines Sohns im Fall einer Trennung auf der Straße landet? "Ich halte es für wahrscheinlich, dass die beiden zu dem neuen einen weiteren, geheimen Privat-Vertrag aufgesetzt haben", vermutet der dänische Familienanwalt Ulrik Grønborg gegenüber GALA. Der Clou könnte darin bestehen, dass Mary in dem Geheimdokument diejenigen Privilegien, die ihr im offiziellen Vertrag jetzt entzogen wurden, wieder zugeschrieben werden. Hat das Kronprinzenpaar das dänische Volk nur ausgetrickst, war die Vertragsänderung etwa ein Scheinmanöver? Grønborg: "Ich glaube nicht, dass Mary in Zukunft schlechter gestellt sein wird, vielleicht sogar besser." Der Anwalt und seine Kollegen halten es für wahrscheinlich, dass ein Geheimpapier konkret besagt, in welchem Palast Mary nach einer Scheidung wohnen dürfte und welche Summe sie von Frederik zusätzlich zu der vom Parlament festgesetzten bekäme. Mit Sicherheit dürfte sie auch weiterhin auf einen Chauffeur und Bodyguards zurückgreifen. Das Einzige, was sie mit Sicherheit verlieren würde, wäre das Sorgerecht für Prinz Christian und seine - wie viele auch immer - Geschwister. Aber das wusste Mary auch schon zum Zeitpunkt der Hochzeit.

Warum also das Verwirrspiel? Offenbar fühlten sich Mary und Frederik im Zugzwang, sie hatten die Diskussionen im Volk vernommen und wollten jetzt Signale setzen. Im vergangenen Jahr hatten die Dänen nämlich mehrfach kritisiert, Mary würde zu viel Geld für Shopping verschleudern und im Gegenzug zu wenig leisten. Aufgrund ihrer Leidenschaft für Mode, Pferde und Golfsport erwarb sie sich den Ruf einer "Luxusprinzessin". Da dürfte erst recht vielen die Vorstellung missfallen haben, dass Mary selbst nach einer etwaigen Scheiung noch in Saus und Braus leben würde. Gut möglich, dass das Kronprinzenpaar hier - zumindest dem Anschein nach - gegensteuern wollte.

Als abschreckendes beispiel könnte auch die Scheidung von Frederiks jüngerem Bruder Joachim, 37, und dessen Frau Alexandra, 42, vor zwei Jahren gedient haben. Die beiden besaßen einen ähnlichen Ehevertrag wie Mary und Frederik ursprünglich. Resultat: Die Dänen diskutierten nach der Trennung ausgiebig darüber, ob die hohe Abfindung, die jährliche Apanage von rund zwei Millionen Dänischen Kronen (270000 Euro) und die Villa im noblen Svanemöllevej bei Kopenhagen, die Joachim für Alexandra bereitstellen musste, "angemessen" seien. In Bezug auf das Kronprinzenpaar möchte der Hof eine solche Debatte natürlich vermeiden. Überhaupt scheint bei offiziellen dänischen Stellen die Furcht vor öffentlicher Kritik zugenommen zu haben. Weder der dänische Generalkonsul in Hamburg noch die Mitarbeiter des Generalkonsulats in München wollten sich gegenüber GALA zum Königshaus äußern.

Dabei ist zu spüren, dass die Dänen ihren Royals nicht nur Respekt, sondern sogar Zuneigung entgegenbringen. Aus Tageszeitungen wie "BT" und "Ekstra Bladet" spricht grundsätzlich Stolz auf die unkonventionelle Königin Margrethe, 66, die in ihrer Freizeit Aquarelle malt und mit Prinz Henrik, 72, in dessen französischer Heimat Wein anbaut. Tolerant geht man auch mit den wechselnden Liebesbeziehungen von Prinz Joachim um und freut sich, dass er seit kurzem wieder mit seiner Ex-Freundin Marie Cavallier, 30, zusammen ist. Gleichzeitig erwarten die Dänen aber Einsatz von den Königlichen und Interesse für die Belange der Bürger. Königin Margrethe hat ein gutes Gespür für die Stimmung im Volk, weiß, wie wichtig besonders das Image der Kronprinzessin ist. Während die Monarchin ihre geschiedene Schwiegertochter Alexandra wohl bewusst immer seltener zu offiziellen Anlässen einlädt, drängt sie Mary zu mehr sozialem Engagement und bescheidenerem Auftreten. Ein neuer Ehevertrag, in dem die Kronprinzessin augenscheinlich auf ihre Privilegien verzichtet, passt da perfekt ins Bild. Die Frage ist nur, ob das Volk auf dieses Manöver hereinfällt.