Mark Waschke
© Getty Images Mark Waschke

Mark Waschke Augen wie Paul Newman

Mark Waschke spielt neben Jessica Schwarz und August Diehl in "Die Buddenbrooks". GALA traf sich mit dem Schauspieler zum Interview

Eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich nicht abstreiten.

Mark Waschke erinnert wirklich ein wenig an Paul Newman. Bald könnte der 35-Jährige auch ähnlich bekannt werden: Mark spielt in der "Buddenbrooks"-Verfilmung den ältesten Bruder Thomas. Mit von der Partie bei dem aufwendigen Kino-Projekt sind neben dem Blondschopf auch Jessica Schwarz, August Diehl und Iris Berben. GALA traf sich mit Mark Waschke zum Interview.

GALA: Es stimmt tatsächlich, dass Sie so blaue Augen haben wie Paul Newman.

Was – echt? Ich, na ja ...

Ist Ihnen das unangenehm?

Ach, es gibt bestimmt Schlimmeres, als mit Paul Newman verglichen zu werden, aber trotzdem ...

Klingt, als seien Sie eher zurückhaltend. Haben Sie sich denn schon an den Gedanken gewöhnt, dass man Sie viel mehr auf der Straße erkennen wird, wenn die "Buddenbrooks" ein Riesenerfolg werden?

Das ist mir auch schon früher passiert. Ich bin ja sein fast zehn Jahre Ensemblemitglied der "Schaubühne". Da wird man auch mal beim Joggen an der Spree angehalten und angequatscht. Aber ich bewerte das eher als Kompliment für die eigene Leistung und die des Ensembles.

In den "Buddenbrooks" stehen Sie mit den größten deutschen Stars vor der Kamera. Wie war die Stimmung am Set?

Die acht Wochen Dreh in Lübeck waren großartig. August Diehl und Jessica Schwarz, meine Buddenbrook-Geschwister, kannte ich bereits vorher. Mit Augusts Vater habe ich bereits auf der Bühne gestanden und auf der Schauspielschule war August selbst ein Jahr unter mir. Jessica ist bei derselben Agentur unter Vertrag wie ich. Das hilft natürlich und so stellte sich untereinander sehr schnell so etwas wie ein geschwisterliches Familiengefühl ein.

Haben der älteste Bruder und seine Geschwister es in Lübeck denn auch mal richtig krachen lassen?

Wenn wir abends nach Drehschluss in die Stadt eingefallen sind, hieß es schon immer: "Da kommen die Buddenbrooks!" Aber so ein richtiges orgiastisches Saufgelage war nicht dabei. Ein paar Fläschchen Wein sind trotzdem geflossen. Und wir haben viel darüber diskutiert, wie wir unsere Rollen angehen.

Was hat Sie an Thomas Buddenbrook besonders herausgefordert?

Seine Lebensspanne darzustellen. Zu Beginn des Films gab es zunächst den jungen Thomas, voller Energie, Leben und Neugier. Und später dann den Gealterten, in sich und seinen Konventionen gefangenen Buddenbrook. Und wissen Sie, was ich festgestellt habe? Alt zu sein fällt mir um vieles leichter.

Wie bitte?

Für mich war es schwieriger nachzuempfinden wie es sich anfühlt, wenn man wieder 18 Jahre alt ist – voller Energie und der ungebändigten Lust aufs Leben – als wenn man alt ist und mit knapp 50 bereits kurz vorm Tod steht. Da verschiebt sich das Zentrum in einem. Alles wird langsamer und beschwerlicher.

Und das fiel Ihnen leichter?

Ja. Aber vielleicht ist es auch sehr deutsch, dass es einem leichter fällt, etwas zu beschweren.

Mark Waschke (rechts) mit seinen "Buddenbrooks"-Kollegen Jessica Schwarz und August Diehl
© Getty ImagesMark Waschke (rechts) mit seinen "Buddenbrooks"-Kollegen Jessica Schwarz und August Diehl