Marion Cotillard
© Wireimage.com Marion Cotillard

Marion Cotillard Nichts bedauern?

Vor einer Woche gewann Marion Cotillard für ihre Rolle als Edith Piaf mit dem Oscar den wichtigsten US-Filmpreis. Nun steht sie wegen überraschender, kritischer Äußerungen über die USA am Pranger - das kann sie Sympathien und vielleicht sogar ihre Karriere kosten

Es hätte so ein schönes Hollywood-Märchen sein können: Eine bis dahin fast unbekannte französische Schauspielerin wird vom amerikanischen Publikum und auch den Kollegen ins Herz geschlossen und gewinnt den Oscar für ihre Darstellung der Edith Piaf in "La vie en rose". "Es gibt Engel in dieser Stadt", schluchzte sie unter Tränen in ihrer Dankesrede. So sieht französisch-amerikanische Freundschaft aus.

Doch dann taucht laut "New York Daily News" ein TV-Interview auf einer französischen Webseite auf, das vor über einem Jahr in der Nachrichtensendung "Paris Première - Paris Dernière" ausgestrahlt wurde. Ein gefundenes Fressen für die Medien, denn das Video zeigt die Französin, die sich extrem kritisch über die USA äußert. Besonders brisant: Marion Cotillard zweifelt die offizielle Version des Terroranschlags vom 11. September an - bis heute ein heikles und wundes Thema in den Herzen vieler Amerikaner: "Ich denke, dass wir bei einer Vielzahl von Dingen belogen werden. Ich neige dazu, den Verschwörungstheorien Glauben zu schenken."

Ihrer Meinung nach sei es unwahrscheinlich, dass die zwei Türme des "World Trade Centers" allein durch zwei Flugzeuge eingestürzt seien. Viel eher glaube sie daran, dass eine Restauration des in den 60er Jahre errichteten Bauwerks zu teuer gewesen wäre und man es deshalb absichtlich zerstört hätte.

Da war die Welt noch in Ordnung: Marion Cotillard bei der Oscar-Verleihung.
© GettyDa war die Welt noch in Ordnung: Marion Cotillard bei der Oscar-Verleihung

Damit nicht genug: Auch die offizielle Version der Mondlandung stellt die 32-Jährige in Frage: "Ist wirklich ein Mensch auf dem Mond gewesen? Ich sah viele Dokumentationen darüber und fragte mich wirklich, ob alles so seine Richtigkeit hatte. Jedenfalls glaube ich nicht alles, was mir gesagt wird, das ist sicher."

Ganz sicher ist in jedem Fall, dass die französisch-amerikanische Freundschaft durch diese Aussagen einen Bruch erlitten hat. Auch für die gerade in den Startlöchern steckende Karriere der Schauspielerin dürften diese Bemerkungen nicht gerade positiv gewesen seien. Marion Cottilards Anwalt, Vincent Tolendano, ließ mittlerweile verlauten, dass seine Mandantin nie die Absicht gehabt habe, die Terror-Attacke in Frage zu stellen. Ihre Aussagen seien völlig aus dem Zusammenhang gerissen worden. Doch ob ein Sprecher die losgetretene Lawine noch zum Stillstand bringen und die Amerikaner besänftigen kann, ist eher unwahrscheinlich.

Vielleicht kann sich die Schauspielerin Rat bei ihrem nächsten Filmpartner Johnny Depp holen, der bevorzugt in Frankreich lebt und vor einigen Jahren selber durch anti-amerikanische Äußerungen in die Schlagzeilen geraten war. Seine Hollywood-Karriere konnte er jedoch durch eine Richtigstellung sowie eine eindringliche Entschuldigung retten. Für Marion Cotillard bleibt zu hoffen, dass ihr nächster Filmtitel "Public Enemies" (Staatsfeinde) für sie vor amerikanischem Publikum nicht zur bitteren Wirklichkeit wird.