Adolf Hitler Wachspuppe
© PR Adolf Hitler Wachspuppe

Madame Tussauds Wirbel im Wachskabinett

Der Wachspuppe von Adolf Hitler wurde bei "Madame Tussauds" der Kopf abgerissen - nur wenige Minuten, nachdem die deutsche Dependance am Samstag erstmals die Tore öffnete

Am Samstag eröffnete "Madame Tussauds" sein Wachsfigurenkabinett in Berlin. Nur wenige Minuten später kam es bereits zu einem Eklat: Ein 41-Jähriger Mann stürzte sich auf die umstrittene und daher extra von zwei Sicherheitsmitarbeitern bewachte Wachspuppe von Adolf Hitler und riss ihr den Kopf ab. Dabei soll er "Nie wieder Krieg" geschrien haben. "Der Besucher ist einfach über den Schreibtisch gesprungen, hinter dem die Hitler-Figur in einem nachgestellten Führerbunker saß. Er war so entschlossen, dass wir ihn nicht aufhalten konnten", sagte einer der Mitarbeiter nach dem Attentat.

Der Mann wurde anschließend sofort von der Polizei festgenommen und auf einer Polizeiwache verhört. Es soll sich um einen ehemaligen Berliner Polizisten handeln, der den Dienst vor Jahren quittiert hat, da er nach einer Demonstration zum 1. Mai in Kreuzberg festgestellt habe, dass er "auf die andere Seite gehöre", berichtete die "Berliner Morgenpost" unter Berufung auf das persönliche Umfeld des Mannes. Am Samstagnachmittag wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Das Motiv ist bislang noch unklar. Am Sonntag wurden Gerüchte laut, dass die Aktion ein Wetteinsatz gewesen sei. Dem Täter drohen nun Anzeigen wegen Sachbeschädigung sowie wegen Körperverletzung gegen einen der Wachmänner.

"Madame Tussauds" ließ die beschädigte Puppe nach dem Angriff sofort entfernen und konnte die Ausstellungsräume nach rund einer Stunde wieder öffnen. Am Montag teilte eine Sprecherin des Wachsfigurenkabinetts mit, dass die Figur nach der Reparatur so schnell wie möglich wieder aufgestellt werden soll. Adolf Hitler stehe für einen entscheidenden Teil in der Berliner Geschichte, der nicht verleugnet werden könne, begründete das Museum die Entscheidung. Zudem sollen die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt werden, um einen erneuten Zwischenfall zu vermeiden.

jgl

Besucher können derzeit nur den leeren Bunker sehen
© PRDie beschädigte Figur wurde entfernt - Besucher können derzeit nur den leeren Bunker sehen