Lindsay Lohan
© Getty Lindsay Lohan

Lindsay Lohan Der gefallene Engel

Wieder ein Star auf Entzug: Lindsay Lohan hat sich nach Autounfall und Drogenrausch erneut in eine Suchtklinik einweisen lassen. Warum ihr Schicksal besonders tragisch ist - und wer daran eine Mitschuld trägt

Es war einmal ein hübsches Mädchen,

das im Alter von drei Jahren mit rotblonden Locken und süßen Sommersprossen alle verzückte. Weil sie schon genau wusste, wie man in die Kamera schauen muss, lächelte die kleine Lindsay Dee Lohan bald ihr kesses Lächeln im Werbefernsehen, ergatterte einen Vertrag bei Ford Models und drehte mit elf den ersten Blockbuster. So begann ein wahres Hollywoodmärchen. Leider verlaufen Märchen im Showbusiness nur selten geradlinig. Zehn Jahre später ist daraus ein bitteres Drama geworden, in dem nicht Filmengagements, sondern Alkohol, Drogen und Psycho-Krisen die Hauptrolle spielen. Die 20-Jährige hat nach einem exzesshaften Wochenende mit Zwischen-tationen Polizeirevier und Krankenhaus zur zweiten Entziehungskur in nur vier Monaten eingecheckt. Diesmal in der "Promises"-Klinik in Malibu, wo schon Britney Spears wieder auf die Füße zu kommen versuchte.

Lindsay Lohan - wild und unkontrolliert auf Partys
© GettyLindsay Lohan - wild und unkontrolliert auf Partys

Wird Lindsays freier Fall dort aufgefangen? Freunde erzählen, sie sei schon länger mit den Nerven am Ende, habe in den vergangenen zwei Wochen mehrmals mit Selbstmord gedroht und sich absichtlich mit einem Messer verletzt. Nun ihr Total-Absturz: Von Alkohol und Drogen berauscht brach sie zusammen, nur zwei Nächte vorher hatte sie betrunken ihren schwarzen Luxus-Mercedes SL 65 zu Schrott gefahren. Eine gerichtliche Anhörung ist für den 24. August angesetzt. Besonders heikel: Im Unfallwagen wurde Kokain gefunden.

Ein Statement von Lohans Sprecherin Leslie Sloane Zelnik zum Klinikaufenthalt unterstreicht den Ernst der Lage: "Wir hoffen auf die Einsicht der Medien und dass sie Lindsays Privat-sphäre und die der übrigen Patienten respektieren." Aus dem engsten Umfeld der Teenie-Ikone dagegen heißt es lakonisch, die junge Blondine sei "schon lange auf der Überholspur. Wir haben alle darauf gewartet, das ihr so etwas wie der Unfall passiert. Sie muss jetzt einen richtigen Entzug machen und keinen 'Hollywood-Entzug'."

Eine Anspielung auf Lohans halbherzigen Aufenthalt in der "Wonderland"-Klinik im Januar. Sie bekam während ihrer ersten Reha für Dreharbeiten frei, trank auf Partys ihren Wodka aus Wasserflaschen und wurde 20 Tage nach ihrer Entlassung fotografiert, wie sie sich auf der Toilette ihrer Stammkneipe "Teddy's" mit Kokain zudröhnte.

Lindsay Lohan - schön und begehrt bei internationalen Events
© GettyLindsay Lohan - schön und begehrt bei internationalen Events

Paparazzi verfolgten jeden ihrer Schritte, Fans fieberten mit, und jetzt gibt es im Internet Unfallteile ihres Wagens zu ersteigern - der reinste Wahnsinn. Nun ist Lindsay Lohan bei Weitem nicht die erste abgedriftete Hollywood-Schönheit, Partyexzesse und halbherzige Therapie-Versuche stehen bei den jungen Stars auf der Tagesordnung.

Lindsays frühere Party-Kumpaninnen scheinen allerdings allmählich zur Ruhe zu kommen, wenn auch nicht immer ganz freiwillig: Paris Hilton zeigte sich vor ihrer Haftstrafe Anfang Juni kreuzbrav und Britney Spears spricht als Geläuterte zu ihren Fans. Nur die Dauerparty von Lindsay Lohan fand kein Ende. Das ist nicht nur für ihre Gesundheit gefährlich: Sie riskiert auch, als Skandalnudel im öffentlichen Gedächtnis zu bleiben statt als Schauspielerin. Schon jetzt steht der Ausdruck "eine La-Lohan-Nummer abziehen" für übertrieben zickiges Verhalten, weil Lindsay - wenn überhaupt - nicht selten zu spät oder verkatert am Drehort erscheint und darüber hinaus zu Tobsuchtsanfällen neigt, wenn nicht alles nach ihrer Nase geht. Mit "Zum Glück geküsst"-Regisseur Donald Petrie verscherzte sie es sich etwa, weil sie aus Aberglaube im Haus partout keinen Regenschirm öffnen wollte.

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