Prinzessin Letizia von Spanien
© Getty Prinzessin Letizia von Spanien

Letizia von Spanien Eins, zwei drei: Prinzessin

Auch im spanischen Königshaus wird Nachwuchs willkommen geheißen: Prinzessin Letizia und Prinz Felipe sind Eltern einer zweiten Tochter geworden. Und die Großmutter der Kleinen freut sich ganz besonders

"Wir sind glücklich"

- diese Worte des spanischen Kronprinzen Felipe, 39, hätte man bei der Pressekonferenz auch vom Strahlen in seinem Gesicht ablesen können. Am 29. April am späten Mittag betrat seine Frau, die 34-jährige Kronprinzessin Letizia, die Madrider Klinik Rúber Internacional. Um 16.50 Uhr Ortszeit brachte sie ihre zweite Tochter zur Welt, berichtet die spanische Zeitung "El Pais". Die kleine Prinzessin ist 50 Zentimeter groß und wog bei der Geburt 3310 Gramm. Mutter und Tochter gehe es sehr gut, verriet Prinz Felipe, nachdem er der versammelten Presse die klassische Größenschätzung mit ausgebreiteten Armen nach Anglerart gezeigt hatte. Der Neuankömmling sehe der älteren Schwester Leonor, die fast auf den Tag genau 18 Monate alt ist, ähnlich und sei ein liebes, ruhiges Baby. Prinzessin Cristina, die Schwester des Thronfolgers, soll nach Medienberichten ausgeplaudert haben, dass der Prinz vor lauter Glück nach der Geburt sogar ein paar Tränen vergossen habe.

Eine Ehre für die Großmutter

Anders als ihre dänischen Kollegen Mary und Frederik lassen der Prinz und die Prinzessin von Asturien die gespannte Bevölkerung auch nicht monatelang auf einen Namen für die Kleine warten: Laut offizieller Bekanntmachung des Hofes wird sie Sofia heißen. Und damit sicherlich ganz besonders ihrer Großmutter und Namensvetterin, Königin Sofia von Spanien, ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Die ließ sich einen Besuch im Krankenhaus bei ihrem achten Enkelkind natürlich auch nicht nehmen, obwohl sie am Abend erst aus Moskau zurückkehrte.

Prinz Felipe zeigt als stolzer Vater der Presse, wie groß die Kleine schon ist
© GettyPrinz Felipe zeigt als stolzer Vater der Presse, wie groß die Kleine schon ist

Schon seit Mitte April waren vor der Klinik in Madrid die Leitern der Fotografen am Zaun aufgebaut (und dort angekettet, um sich die besten Plätze zu sichern). Auch an behelfsmäßige Toilettenhäuschen wurde gedacht. Nach den erst kurz zurückliegenden Geburten von Prinzessinnen in den Niederlanden (Ariane am 10. April) und in Dänemark (ein noch namenloses Mädchen am 22. April) haben die Spanier die Ankunft ihrer kleinen Infantin besonders ungeduldig erwartet.

Kommt jetzt die Verfassungsänderung?

Sofia steht nach ihrem Vater, Prinz Felipe, und ihrer Schwester Leonor an dritter Stelle der spanischen Thronfolge. Einziger Schatten auf dem Glück: Das Verfassungsproblem bleibt ungelöst. Noch sieht die spanische Thronfolgeregelung vor, dass ein später geborener Sohn seine Schwestern in der Thronfolge überflügeln würde. So ist es schon in der aktuellen Generation - Felipe ist Kronprinz, obwohl er der jüngste dreier Geschwister ist. Gerade die jüngeren Spanier halten diese Regelung für antiquiert und frauenfeindlich. Nachdem nun auch das zweite Kind ein Mädchen ist, wird sich der Druck auf die Regierung erhöhen, endlich die Verfassung ins neue Jahrtausend zu holen. Da dafür aber aufwändige Prozeduren wie eine Auflösung des Parlaments samt Neuwahlen sowie eine Volksabstimmung von Nöten sind, haben sich die Politiker bisher Zeit gelassen. Schließlich möchte man auch verhindern, dass eine solche Volksabstimmung still und heimlich zu einem Referendum über die noch junge spanische Monarchie an sich gerät. Aufgrund der laufenden Debatte hatte das Königshaus schon Ende Novemer 2006 einen ungewöhnlichen Schritt unternommen und frühzeitig verkündet, dass der erwartete Nachwuchs weiblich sein wird.

Die kleine Prinzessin wird das in den nächsten Tagen sicherlich genauso wenig kümmern wie ihre glückliche Familie. Denn das Wort "hermana", also"Schwester", hat die Erstgeborene Leonor nach Erzählungen ihres Vaters schon gelernt, als die kleine Sofia noch in Letizias Bauch spazieren getragen wurde.

>> Link zu einem Video der Pressekonferenz in der Internetausgabe der Zeitung "El Pais"