Leonardo diCaprio
© WireImage.com Leonardo diCaprio

Leonardo DiCaprio Catch me if you can

Liebe, Verlobung, Familie? Leonardo DiCaprio redet nicht drüber. Gala hat sich auf Spurensuche begeben - und verrät auch, warum er immer wieder eine kleine Stadt in Westfalen besucht

Wenn Leonardo DiCaprio

, 35, der Trubel am roten Teppich zu viel wird, macht er seinen Husten-Trick. Den konnte man jüngst bei der „Shutter Island“-Premiere in Berlin wieder studieren. Leo senkt den Kopf bis auf die Brust und hält die rechte Hand als Faust geballt vor den Mund, als würde er einen Hustenanfall abstoppen wollen. Damit versaut er den Fotografen das Motiv, weil sein Gesicht verdeckt ist, und er hat eine gute Entschuldigung weiterzugehen. Leonardo beherrscht eine Reihe Kniffe, um sich in solchen Momenten aus der Affäre zu ziehen. Er ist ein Weltstar, seine Popularität beschert ihm Millionengagen, aber nichts nervt ihn mehr als das Interesse an seiner Person. Und damit die Welt Abstand hält, hat er über die Jahre ein effektives Schutzsystem aufgebaut.

"Ich bin ein Muttersöhnchen", sagt Leonardo DiCaprio. Irmelin DiCaprio regelt seine Finanzen, begleitet ihn oft, wie hier zur Berlinale und ist sein wichtigster Ratgeber.
© WireImage.com"Ich bin ein Muttersöhnchen", sagt Leonardo DiCaprio. Irmelin DiCaprio regelt seine Finanzen, begleitet ihn oft, wie hier zur Berlinale und ist sein wichtigster Ratgeber.

Das Resultat: Alle Welt kennt sein Gesicht, bewundert den Schauspieler Leonardo DiCaprio. Aber kaum jemand weiß, was er denkt und fühlt. Was will er noch im Leben außer dem nächsten Martin-Scorsese-Film? Ist er glücklich mit dem Model Bar Refaeli? Wünscht er sich Kinder? All diese Fragen darf man ihm in Interviews nicht stellen, sonst bricht sein Pressebetreuer das Gespräch ab. Beim Treffen mit Gala im Berliner "Regent"-Hotel ist Leo höflich, aber distanziert. Nach jeder Antwort fixiert er das Tischtuch, als gelte es, sich für die nächste unangenehme Frage zu rüsten. Man spürt, da ist eine Grenze. Und die ist bestens bewacht.

Der zweite Baustein des Leo-Schutzsystems: nicht schillern, farblos bleiben. Keine Posen, kein Geturtel, kein Protz. Wenn er in der Öffentlichkeit unterwegs ist, dann im Schlabber-Look, getarnt mit Baseballmütze oder Kapuze. So schaffte er es zum Beispiel, dass keiner mitbekam, wie er mit seiner Mutter Irmelin, 65, kurz vor der Berlinale einen Abstecher nach Oer-Erkenschwick bei Dortmund machte. Hier befindet sich auf dem Waldfriedhof die Ruhestätte von Leonardos Tante und seinen Großeltern mütterlicherseits, Wilhelm und Helene Indenbirken. Oma Helene war im August 2008 im Alter von 93 Jahren gestorben.

Leonardo DiCaprio 2005 mit seiner Großmutter Helene Indenbirken auf der "Aviator- Premiere in Madrid. Sie war einer der wichtigsten Menschen für ihn.
© WireImage.comLeonardo DiCaprio 2005 mit seiner Großmutter Helene Indenbirken auf der "Aviator- Premiere in Madrid. Sie war einer der wichtigsten Menschen für ihn.

"Ja, Leo war für einen Tag hier - vor allem um seiner Oma Respekt zu zollen. Das macht er oft, wenn er in Europa ist und die Zeit dafür findet. Irmelin hat außerdem noch viele Bekannte in der Gegend", bestätigt ein enger Freund der Familie im Gespräch mit Gala. "Leo hat seine Oma über alles geliebt. Der Besuch war ihm wichtig." Übernachtet haben die beiden in einem Landgasthof, wo Leonardo auch die Jahre vorher abgestiegen ist. Tags drauf ging es mit dem Privatjet nach Berlin. Leonardo ist vorsichtig - wie damals bei der Beerdigung seiner Oma. Die fand still und heimlich Monate nach ihrem Tod statt, lange nachdem auch die geduldigsten Paparazzi sich verzogen hatten.

Leonardo DiCaprio wurde in Los Angeles geboren. Seine Mutter war in den Fünfzigern in die USA gezogen. Doch die Ferien verbrachte Leo oft in Deutschland, bei seiner Oma in dem Mehrfamilienhaus in der Kampstraße in Oer-Erkenschwick. "Fünf Sommer", bestätigt er. "Wir waren sogar in Berlin, als die Mauer noch stand." Der Diplombetriebswirt David Matusiewicz war 22 Jahre der Nachbar von Helene und hat Leonardo in der Zeit kennengelernt. "Er war im Schwimmbad, ist mit dem Rad herumgekurvt und hat sogar bei einem Breakdance-Wettbewerb mitgemacht", erzählt er. Auch nachdem 1997 mit "Titanic" die Leo-Mania einsetzte, besuchte er Helene regelmäßig - sogar mit seinen Freundinnen, zuerst mit Gisele Bündchen und dann mit Bar Refaeli. "Er hat schnell gemerkt, dass Bodyguards und ein silberner Mercedes hier auffallen, und ist dann mit einem Opel vorgefahren", sagt Matusiewicz.

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