Kristen Stewart in der Krise: Kristen Stewart besucht während der "Paris Fashion Week" die Chanel-Schau.
© Getty Images Kristen Stewart besucht während der "Paris Fashion Week" die Chanel-Schau.

Kristen Stewart in der Krise "Sie geht kaum noch raus"

Ihr Privatleben ist pure Panik, und Regisseure machen sich ernsthaft Sorgen um die Zukunft von Kristen Stewart. Das Protokoll eines Absturzes, der mit Fremdkuscheln begann

Die ganze Welt lag ihr zu Füßen. Hollywoods Produzenten überschütteten sie mit Angeboten, Millionen junger Fans wollten so sein wie sie, irgendwie besonders, geheimnisvoll. Durch die Vampir-Saga "Twilight" wurde Kristen Stewart 2008, mit 18 Jahren, zum Megastar. Tendenz: weiter steigend. Heute, sechs Jahre später, ist sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Events besucht sie kaum noch. Richtig glücklich sah sie ja auf dem roten Teppich nie aus – die grummelige Miene deuteten manche als Arroganz, doch Kristen bot eine andere Erklärung.

"Oft könnte ich heulen", sagte sie "Gala". "Es wird mir zu heftig, wenn ich mich vor so vielen Leuten präsentieren muss." Für die Haute-Couture-Woche in Paris machte sie gerade eine Ausnahme, setzte sich bei Chanel – sie ist schließlich Testimonial des Labels – in die erste Reihe, hielt den Ansturm der Fotografen und die Blicke der anderen Gäste aus. Doch ihr Gesicht sprach Bände. Nervös spielte sie mit ihrer Kette, redete kaum.

Kristen Stewart in der Krise: Bei den Dreharbeiten zu Teil eins der „Twilight“-Trilogie wurden Kristen Stewart und Robert Pattinson 2008 ein Paar. Die Beziehung hielt, bis Kristen im Sommer 2012 beim Kuscheln mit Regisseur Rupert Sanders erwischt wurde.
© Getty ImagesBei den Dreharbeiten zu Teil eins der „Twilight“-Trilogie wurden Kristen Stewart und Robert Pattinson 2008 ein Paar. Die Beziehung hielt, bis Kristen im Sommer 2012 beim Kuscheln mit Regisseur Rupert Sanders erwischt wurde.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich Kristen Stewart immer mehr zurückgezogen. "Sie glaubt, dass sie sonst die Kontrolle über ihr Leben völlig verliert", sagt eine Freundin zu "Gala". "Sie geht kaum noch raus, schreibt Gedichte oder liest. An manchen Tagen bekommt sie Panik allein schon bei dem Gedanken, das Haus verlassen zu müssen."

Früher konnte sich Kristen mit ihren Ängsten Robert Pattinson anvertrauen, dem Co-Star aus "Twilight", der ihre große Liebe wurde. "Robert wusste immer, wie er ihr helfen kann, wenn es ihr schlecht ging", so ein Freund des Schauspielers zu "Gala". Vor zwei Jahren war damit Schluss, von einem Tag auf den anderen. Ein Fotograf hatte Kristen und den "Snow White And The Huntsman"-Regisseur Rupert Sanders beim Kuscheln und Küssen erwischt. Ein kleiner Ausrutscher, vielleicht aber auch eine heimliche Affäre. Kristens Fans jedenfalls waren aufgebracht. Robert trennte sich von ihr. Rupert Sanders klopfte reumütig bei seiner Frau und den zwei Kindern an. Übrig blieb Kristen. Allein mit ihren Ängsten.

Aus ihrer Entscheidung in Richtung Robert sprach Verzweiflung. "Dieser Moment der Unüberlegtheit hat das Wichtigste in meinem Leben aufs Spiel gesetzt", verkündet sie in einem öffentlichen Statement. "Ich liebe ihn, ich liebe ihn!" Doch Robert will nicht mehr. Ihre Karriere steht plötzlich auf der Kippe. Für das Spin-off des Schneewittchen-Epos wird sie aus dem Cast gestrichen. Im Drama "Clouds Of Sils Maria" darf sie mitspielen,

immerhin. Aber beim Filmfestival in Cannes im Mai dieses Jahres stößt sie alle vor den Kopf: Sie sagt kurzfristig mehrere Termine ab, lässt Co-Star Juliette Binoche im Stich. Hier kippt die Geschichte. Aus Mitgefühl

wird Stirnrunzeln – wenn man jetzt hört, wie Kristen die Zeit in Cannes weiter verbrachte.

Mit immer neuen Sonderwünschen scheuchte sie das Personal in ihrem Hotel herum. Schließlich wollte sie die Unterkunft sogar wechseln, weil ihr das Luxushotel nicht gut genug war. Ihr Filmteam war entsetzt. Ist Kristen Stewarts Weltschmerz in Wahrheit doch Arroganz? Menschen, die sie länger kennen, beschreiben sie als höflich und bodenständig. "Doch ihr Leben hat sich seit der dummen Affäre auf den Kopf gestellt", meint ein Bekannter. "Ihr Selbstbewusstsein ist gleich null." Und Chris Weitz, der beim zweiten "Twilight"-Film Regie führte, sagt: "Ich mache mir Sorgen um ihre berufliche Zukunft, weil sie natürlich keine Emotionen rüberbringen

kann, die sie nicht selbst fühlt."

Ob diese vielversprechende Künstlerin bereits am Ende ist oder lediglich eine schwere und lange Krise durchlebt – darüber endgültig zu urteilen, wäre zu früh. Noch hat Kristen Stewart, die Geheimnisvolle, alle Chancen.