König Carl XVI. Gustaf
© WireImage.com König Carl XVI. Gustaf

König Carl XVI. Gustaf Königsmüde Schweden

Eine Umfrage beschert dem schwedischen Monarchen Carl Gustaf miserable Werte: 63 Prozent seiner Untertanen können sein Abdanken kaum erwarten und freuen sich auf eine Königin Victoria

In einer am Samstag veröffentlichten Umfrage der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" gaben 63 Prozent an, sie wünschten sich einen Wechsel auf dem Thron noch vor dem Tod des 64 Jahre alten Königs Carl Gustaf. 15 prozent der befragten stimmten dabei sogar dafür, das solle "so schnell wie möglich passieren", 27 Prozent hoffen darauf, schon in fünf Jahren einen anderen Repräsentanten auf dem Thron zu haben: Kronprinzessin Victoria, 33, die schon seit ihrer Jugend für die Nachfolge ihres Vaters ausgebildet wird.

Nur 30 Prozent der Befragten gaben an, der König solle bis zu seinem Tod im Amt bleiben. Für die Erhebung befragte das Institut Sifo 1000 Schweden.

König und Nachfolgerin: Carl Gustaf von Schweden und Tochter Victoria bei der Hochzeit der Kronprinzessin.
© WireImage.comKönig und Nachfolgerin: Carl Gustaf von Schweden und Tochter Victoria bei der Hochzeit der Kronprinzessin.

Carl XVI. Gustaf, der Schweden seit 1973 regiert, brachte sich im vergangenen Jahr um viele Sympathien. Im Herbst erschien eine Skandalbiografie über den Monarchen, die ihn als zügellosen Lebemann darstellt, der sein Leben lang Affären gepflegt und in Hinterzimmern und Bordellen Partys gefeiert und sich mit käuflichen Damen amüsiert habe. Nach außen gibt sich die schwedische Königsfamilie dagegen immer bodenständig, herzlich, aber auch protestantisch zurückhaltend. Der Königs reagierte in verschiedenen Presseterminen ausweichend und ungeschickt auf das Thema und heizte die öffentliche Debatte über seine Vorbildfunktion und die seiner Königin, Silvia, weiter an.

Für die positivsten Schlagzeilen sorgte im Jahr 2010 dafür die Thronfolgerin Victoria: Ihre romantische Traumhochzeit mit ihrem Langzeitfreund begeisterte das ganze Land und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Machogehabe, das König Carl Gustaf nun anhängt, kann man sich an Victorias Ehemann, Prinz Daniel, nicht vorstellen. Ob die beiden aber wirklich nicht nur aus Pflichtbewusstsein, sondern aus Überzeugung in den nächsten paar Jahren die Spitzenposition in der Königsfamilie würden übernehmen wollen, ist fraglich. Beide freuen sich auf die Familiengründung nach der Hochzeit und würden es sicherlich genießen, neben ihren bestehenden Verpflichtungen auch noch viel Zeit für ihre zukünftigen Kinder zu finden. Zumindest für ein paar Jahre. Ein Zugeständnis, das an viele Kronprinzenfamilien gemacht wird.

cfu