Klaus Wowereit

Vom Bürgermeister zum Salonlöwen

In GALA verrät der ehemalige Bürgermeister Klaus Wowereit, wie er heute sein soziales Leben arrangiert und die Küche schmeißt

Klaus Wowereit: Vom Bürgermeister zum Salonlöwen

Tiefenentspannt lehnt er sich in den Ohrensessel direkt neben dem Kamin. Klaus , 62, fühlt sich nach seiner fast 14-jährigen Amtszeit als Regierender Bürgermeister Berlins angekommen in seinem neuen Leben. Wowereit ist nicht müde geworden, er engagiert sich weiterhin für sein Berlin, nutzt nach wie vor sein prall gefülltes Telefonbuch. Auch jetzt wieder. Alle drei Monate lädt er prominente Weggefährten zu sich in den „Capital Club“ am Gendarmenmarkt ein. Wowereits Freundin, Marion Uhrig- Lammersen, entwickelte für ihn die Talkreihe "Bei Klaus zu Haus", bei der er sich charmant durchs Leben seiner Gäste fragt. Und wie der KlauKlaus

Herr Wowereit, gefällt es Ihrem Mann, dass Sie nach Ihrem Rücktritt nun seit über einem Jahr häufiger zu Hause sind?

Mein Mann fürchtete erst, mir würde langweilig. Aber wir haben uns da gut eingeschaukelt. Nun genießt er, dass ich bei ihm bin.

Haben Sie Hobbys entwickelt?

Ich habe gedacht, ich würde jetzt mehr Golf spielen, hat aber nicht geklappt. In diesem Jahr will ich es aber wirklich versuchen. Ansonsten gehen wir gerne ins Programmkino. Früher habe ich das nur bei der Berlinale gemacht oder zu besonderen Filmpremieren. Heute gehe ich schon nachmittags ins Kino – das ist wirklich nicht übel, wenn man sich für einen guten Film einfach so am Tag Zeit nehmen kann. (lacht)

Zu Ihrer Talkreihe laden Sie Freunde wie Guido Maria Kretschmer oder Anna Loos ein. Was reizt Sie daran?

Wenn ich den Zuhörern oder näherbringen darf, ist das schon etwas Besonderes. Weil wir uns kennen, weiß ich natürlich, was ich an- sprechen kann, was interessant ist, was ich rauslocken kann. Anna und ihr Mann haben ja bei mir im Rathaus geheiratet.

Auch ohne Amt haben Sie noch viele Freunde?

Mein Mann und ich haben immer noch einen großen Freundeskreis. Wir kochen regelmäßig und laden zu uns nach Hause ein.

Und dann bitten Sie an eine lange Tafel?

Na ja, bei gesetzten Essen haben wir Platz für zwölf Personen, meist machen wir aber Essen für acht Leute. Dann kann man sich gut unterhalten.

Was ist das neueste Rezept, das Sie ausprobiert haben?

Schweinemedaillons in Morchel-Sahne-Soße.

Und, gelungen?

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Ja, es kam gut an.

Wer besorgt die Zutaten?

Ich kaufe selbst ein. Das habe ich auch als Regierender Bürgermeister schon gemacht. Die Leute stellen sich ja manchmal vor, man habe dann eine Haushälterin oder so. Ich habe keinen Butler. Heute lasse ich mir aber Zeit beim Bummel über den Markt.

Wer sitzt mit am Tisch?

Ganz verschiedene Menschen. Mal oder , auch Michael Michalsky kommt gern zu uns. Wir schauen immer, wer gut zueinanderpasst. Das heißt nicht, dass alle Gäste einer Meinung sein müssen. Ganz im Gegenteil, wir haben schon hochexplosive Mischungen von Gästen am Tisch sitzen gehabt. Aber am Ende des Abends gehen alle in guter Laune auseinander.

Worüber diskutieren Sie?

Bei uns wird über alles gesprochen.

Sie haben viele Menschen getroffen. Erinnern Sie sich an ein besonderes Gespräch?

Besonders intensiv waren die Gespräche mit . Wir hatten mehrmals die Möglichkeit, miteinander zu sprechen. Auch mal in einer Jagdhütte im Schwarzwald in kleiner Runde. Das verbindet. Und wenn wir uns jetzt treffen, können wir darauf aufbauen. Man merkt ziemlich schnell, wenn da eine Gesprächsebene ist.

Wer hat Sie überrascht?

hat einen richtig guten Humor. Wir sind mit dem Panoramazug nach Brandenburg gefahren, das war wirklich ein besonderes Erlebnis. Sie hat sehr amüsant geplaudert. Da holt man schon tief Luft und freut sich, dass man so was erleben darf.

Wann haben Sie zuletzt erklären müssen, dass Sie nicht mehr im Amt sind?

Klaus Wowereit: Vom Bürgermeister zum Salonlöwen

Weiß ich nicht genau, aber es sprechen mich noch etliche Menschen als Bürgermeister an. Die meisten wissen aber inzwischen, dass ich es nicht mehr bin. Dann höre ich: Schade, wir vermissen Sie" Das ist doch auch ein schönes Gefühl, dass ich vermisst werde.

Und was ist es für ein Gefühl, wenn Sie klarstellen, dass Sie kein Bürgermeister mehr sind?

Och, eigentlich jetzt schon ein normales, denn es ist ja nun schon mehr als ein Jahr her. Man muss mit dem alten Leben abschließen. Wenn ich immer noch zu sehr an dem Amt hängen und ständig abwägen würde, ob der Rücktritt richtig oder falsch war, würde ich sicher unruhig werden. Aber so ist es eine runde Sache für mich.

Fehlt Ihnen die Politik?

Bei wichtigen Entscheidungen denke ich schon: "Na, da hättest du auch ganz gerne noch mal mitgemischt."

Zum Beispiel?

Die Flüchtlingsfrage. Da stellen sich Herausforderungen. Ich habe es zeit meines Lebens gern gehabt, wenn was passierte und große Dinge zu bewältigen waren und nicht nur Alltag herrschte.

Gibt es eine Zeit am Tag, die Sie nun besonders mögen?

Den Morgen genieße ich sehr, weil ich nicht mehr um sieben aus dem Haus muss. Ich habe den Tag vor mir und kann spontan sein. Ich stehe auch jetzt früh auf, sieben Stunden Schlaf reichen mir. Aber ich lese nun länger weniger Zeitungen. (lacht) Ich lese intensiver.

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