Kevin Russell
© Getty Images Kevin Russell

Kevin Russell Das könnte "böhse" ausgehen

In Frankfurt hat heute der Prozess gegen Kevin Russell begonnen. Dem ehemaligen Frontmann der "Böhsen Onkelz" wird vorgeworfen, von Drogen benebelt ein anderes Fahrzeug gerammt und dann Fahrerflucht begangen zu haben

Heute hat vor dem Frankfurter Landgericht der Prozess gegen Kevin Russell, den ehemaligen Frontmann der Gruppe "Böhse Onkelz", begonnen. Dem Iren wird vorgeworfen, in der Silvesternacht 2009 mit Tempo 230 und unter Drogeneinfluss einen Kleinwagen auf der Autobahn 66 gerammt und anschließend Fahrerflucht begangen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem schwierigen Prozess aus, da der Angeklagte zu den Vorwürfen schweigt und die beiden Unfallopfer sich aufgrund ihrer Verletzungen nicht mehr an den Vorgang auf der Autobahn erinnern können.

Der 20-jährige Fahrer des Opel Astra erlitt neben schweren Verbrennungen, inneren Verletzungen auch massive Kopfverletzungen, infolge dessen er bis heute unter Gedächtnisstörungen und Konzentrationsschwächen leidet. Dem 22-jährigen Beifahrer mussten nach dem Crash drei Finger amputiert werden: "Ich wollte feiern gehen und bin als Krüppel im Krankenhaus aufgewacht", sagte er unter Tränen. "Ich weiß nicht, wie ein Mensch so was machen kann." Kevin Russell verfolgte die Aussagen der jungen Männer nahezu regungslos. Nur während der einstündigen Befragung schüttelte er mehrfach den Kopf.

Kurz nach dem Unfall hatte der Manager des 46-jährigen Angeklagten der Polizei den vermeintlichen Fahrer präsentiert. Ermittlungen ergaben jedoch, dass sich DNA-Spuren von Russell am Airbag des Fahrzeugs befanden. Zudem wurde er nur Minuten vor dem Zusammenprall von einer Überwachungskamera auf einer Tankstelle unweit des Tatorts gefilmt.

Für den Prozess sind zunächst sechs Verhandlungstage und drei mögliche Zusatztermine angesetzt. Im Fall einer Verurteilung drohen dem Musiker bis zu fünf Jahre Haft.

jgl