Kevin Russell Böhse-Onkelz- Sänger angeklagt

Sänger Kevin Russell steht unter Verdacht, nach einem schweren Unfall in der Silvesternacht Fahrerflucht begangen zu haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage erhoben

Kevin Russell von der Band "Böhse Onkelz" wird seit Jahresbeginn verdächtigt, nach einem schweren Autounfall Fahrerflucht begangen zu haben. Ohne Führerschein und high durch den Gebrauch von Kokain, Methadon und Diazepam soll der Musiker in der Silversternacht mit Tempo 230 auf der Autobahn 66 gefahren sein. Dabei streifte sein Leihwagen ein anderes Auto, beide Wagen gerieten ins Schleudern und verursachten einen Unfall, bei dem die Insassen des zweiten Fahrzeugs schwer verletzt wurden - so die Ermittlungsergebnisse. Nach dem Unfall hatte Russell zuerst einen Begleiter als Fahrer des Wagen angegeben, und dieser hatte das vor der Polizei selbst bestätigt, berichtet "Spiegel Online". Nun hat die zuständige Staasanwaltschaft Anklage erhoben.

"Der 46-jährige Ire ist angeschuldigt, eine fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung, eine fahrlässige Körperverletzung und eine Unfallflucht begangen" zu haben, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt vom Donnerstag. Da Russell den Unfallort erst verließ, als schon Hilfe vor Ort war, gehen die Ankläger nicht davon aus, dass er den Tod der beiden jungen Männer, 19 und 21 Jahre alt, in Kauf nehmen wollte. Sonst wäre auch eine Anklage wegen versuchter Tötung durch Unterlassen denkbar gewesen.

Seinen Führerschein hatte der Musiker schon vor Jahren ebenfalls wegen einer Straßenverkehrsgefährdung verloren. Reich und bekannt wurde Kevin Russell als Mitglied der umstrittenen Band "Böhse Onkelz", die in den achtzigern mit rassistischen Liedtexten polarisierten und diesen Makel trotz Distanzierung von den Texten in den Neunziger Jahren nicht mehr los wurden. Die Band tritt nicht mehr gemeinsam auf.