Katie Holmes Sie hat die Nase vorn

Etappensieg für Katie Holmes: Sie hat entschieden, dass Tochter Suri auf eine katholische Vorschule geht - gegen den Willen von Scientologe Tom Cruise

Jesus forderte: "Lasset die Kinder zu mir kommen!" Und ausgerechnet Tom Cruise gehorcht, der prominenteste Vertreter der Scientology-Bewegung, die mit dem Christentum so gar nichts zu tun hat. Es ist der bisher größte Triumph von Toms Ehefrau Katie Holmes: Ihre gemeinsame Tochter Suri besucht ab sofort eine katholische Vorschule in Boston, so lange, wie ihr Vater die Komödie "Wichita" dreht. Dieser Tage sah man die kleine Familie bereits durch einen Park der Hauptstadt des US-Bundesstaats Massachusetts tollen: Katie und Suri wirkten so gelöst wie selten.

Das Yawkey Center ist zwar kein Bibelkolleg, aber eine Einrichtung, die christliche Werte lebt und vermittelt, nun auch an Suri. Klarer Punktsieg für Katie, und nicht der einzige in jüngster Zeit. Ungewohnt selbstsicher wirkt sie auch auf dem Cover der amerikanischen "Elle" und in einem aktuellen Interview. "Ich glaube daran, dass ich alles haben kann", sagt sie und meint damit die Verbindung von Familie und Karriere. "Wir Frauen können alles schaffen, was wir wollen." Schön, wenn man dabei auch noch Rückendeckung aus der nächsten Umgebung bekommt. Katie dürfte ihren süßen Sieg im ehelichen Glaubenskampf maßgeblich ihrer Mutter Kathleen verdanken. "Sie hat einfach auf ihre strenggläubigen Eltern gehört", berichtete ein Freund der Familie der britischen Tageszeitung "Daily Mail". Zwar trat die ehemalige Katholikin Katie pünktlich zur Verlobung mit Tom Cruise der umstrittenen Church of Scientology bei - doch wohl kaum aus tiefster Überzeugung. "Sie will unbedingt, dass Suri so erzogen wird wie sie selbst", so der Vertraute.

Suri albert mit Passanten vor einem Cupcake-Laden herum eine symbolträchtige Szene für ihr neues Leben. Bisher blieb sie meistens abgeschirmt vom normalen Leben.
© WireImage.comSuri albert mit Passanten vor einem Cupcake-Laden herum.

Katherine "Katie" Noelle Holmes, die jüngste von fünf Schwestern, besuchte die König-Christus-Grundschule in Toledo, Ohio. Später ging sie auf die Mädchenschule "Notre Dame Academy". Nur für ihren Schauspielunterricht durfte sie einmal pro Woche zur Jungenschule "St. John's Jesuit" am gleichen Ort fahren. Wer von klein auf so stark verwurzelt ist, dem fällt es schwer, plötzlich einer neuen Glaubensrichtung zu folgen. Zwar ließ Katie sich seit dem Beginn ihrer Beziehung zu Tom auf Scientology ein, sie ertrug Gehirnwäschen sowie umstrittene Diäten und Schwitzkuren, die Kritiker gar für gesundheitsschädigend halten. Mittlerweile scheint sie sich schrittweise wieder von Scientology zu entfernen. Katie Holmes habe seit etwa einem halben Jahr keinen Fuß mehr in einen Tempel gesetzt, heißt es aus den Reihen der Organisation.

Für Tom Cruise sind die jüngsten Entwicklungen ein Déjà-vu. Auch die ebenfalls katholisch erzogene Nicole Kidman ließ irgendwann davon ab, den Lehren ihres damaligen Ehemanns und seines Gurus L. Ron Hubbard zu folgen. Über die Frage, nach welchen religiösen Leitlinien die gemeinsamen Adoptivkinder Connor und Isabella erzogen werden, soll es zwischen Nicole und Tom immer wieder Krach gegeben haben. Bis heute wird gemunkelt, dass sich die "unüberwindbaren Differenzen", die die beiden als Scheidungsgrund angaben, nicht zuletzt in Glaubensfragen manifestiert hatten.

Auch in der zweiten Cruise-Ehe herrscht bei diesem Thema höchste Explosionsgefahr. "Tom und Katie hatten Riesenstress, als es darum ging, die passende Vorschule für Suri zu finden. Von einem bloßen Streit zu sprechen, wäre maßlos untertrieben", so der Freund der Familie. Gerade bei der Kindererziehung bietet Hubbard reichlich Anlass zu Auseinandersetzungen. Eine Kindheit gibt es nach seiner Lehre nicht: Kinder seien Erwachsene in kleinen Körpern und sollten sich dementsprechend verhalten.

Unter diesem Aspekt scheint Suris Scientology-Daddy bereits ganze Arbeit geleistet zu haben. Mit drei Jahren trägt das Mädchen neuerdings High Heels und liebt Shopping wie die Großen. "Suri hat keine Spielgruppe. Sie verbringt ihre Zeit fast ausschließlich mit Erwachsenen", so eine Bekannte der Familie. "Sie sagt auch nicht Mom und Dad, sondern Tom und Kate. Wenn man sie mit ihren Puppen spielen sieht, bricht es einem das Herz: Sie übernimmt immer die Rolle der erwachsenen Nanny ..." Immerhin: Die Chancen stehen gut, dass sich das bald ändern könnte.

Nina Anika Klotz