Katie Holmes

Die Angst vorm letzten Vorhang

Nur noch bis Januar spielt Katie Holmes in New York Theater, dann muss sie zurück zu Tom Cruise nach Los Angeles

Katie Holmes

Wenn am 11. Januar

im "Gerald Schoenfeld Theatre"­ der Vorhang für "All My Sons" fällt, könnte alles doch so wunderbar sein. Die Zuschauer werden applaudieren, "Katie! Katie" rufen, ihr Blumen zuwerfen. Eine Dernière, wie sie sich jeder Künstler wünscht. Doch die umjubelte Hauptdarstellerin wird sich kaum richtig freuen können.

Katie Holmes versteht sich mit ihrem Theaterkollegen Patrick Wilson besonders gut

Katie Holmes versteht sich mit ihrem Theaterkollegen Patrick Wilson besonders gut

Nach drei Monaten muss Katie Holmes sich nicht nur von der Bühne verabschieden, sondern auch von ihrem freien Leben in New York. Mit dem Engagement hatte sich für sie ein Herzenswunsch erfüllt. Schon im Mai, bei den Proben, verliebte sie sich in die Atmosphäre am Broadway, sofort stimmte die Chemie mit den Kollegen. Am meisten aber genoss Katie die neue Freiheit. Weit weg von Los Angeles, der hysterischen Filmindustrie - und von ihrem Mann Tom Cruise und seiner besitzergreifenden Familie. In das Familienanwesen in Beverly Hills - auch Tom Cruise' Mutter und seine Schwester halten sich meistens dort auf - muss sie also in drei Wochen definitiv zurück. "Eine Verlängerung von 'All My Sons' wird es nicht geben", sagte Adam Bryan-Brown, Produzent des Stücks, zu GALA.

Keine Chance, die Saisonplanungen sehen anderes vor, obwohl die Vorstellungen bisher an den meisten Abenden fast ausverkauft waren und die Kritiker von Katie Holmes hingerissen sind. Das Stück ist sogar erfolgreicher als das gleichzeitig laufende Bühnendrama "Equus", in dem "Harry Potter"-Superstar Daniel Radcliffe - nackt - für Aufsehen sorgte.

Katie hat mehrfach betont, dass sie gerne länger am Broadway bleiben würde. Doch Tom Cruise pocht darauf, dass seine Frau ihr Leben an seiner Seite wieder aufnimmt. Motto: Zurück nach Kalifornien in den goldenen Käfig!

Schon zu Beginn der Ehe soll Katie systematisch von ihrer Familie und ihren früheren Freunden isoliert worden sein. Cruise' Schwester Lee Anne DeVette und seine Mutter Mary Lee Mapother nahmen die talentierte Jungschauspielerin unter ihre Fittiche. Zusammen mit Offiziellen von Scientology brachten sie Katie die Regeln der Sekte bei. Filmaufträge durfte sie, die in Blockbustern wie "Batman Begins" und "Nicht auflegen!" mitgespielt hatte, kaum noch annehmen. Als im April 2006 ihre Tochter Suri geboren wurde, übernahm Katie ohne zu zögern die Rolle der Vollzeitmutter. Leicht fiel ihr das aber nicht. Sie wirkte in jenen Tagen oft unglücklich und abwesend.

Ihr Lachen fand das Mädchen aus Toledo, Ohio, erst am Broadway wieder. Mit Tom vereinbarte sie eine neue Rollenverteilung auf Zeit: Sie spielt Theater, er kümmert sich um die Tochter. Katies Selbstbewusstsein wuchs von Tag zu Tag. Gelegentlich besuchte ihr Mann sie in New York, oder er shoppte mit Suri in Spielzeugläden. Süß, wenn ein Dad sich so kümmert. Aber es war für Tom Cruise auch kein allzu großes Opfer. Seine eigene Karriere stagniert seit Längerem. Die Zeiten, als er der gefragteste und mächtigste Schauspieler Hollywoods war, scheinen vorbei. Jüngere laufen ihm den Rang ab. Besonders hart traf ihn die Mitteilung, dass er in der vierten Folge des Thrillers "Mission Impossible" nicht mehr die Hauptrolle spielen werde.

Seit er in Oprah Winfreys Talkshow vor drei Jahren "vor lauter Liebe zu Katie" auf dem Sofa hopste, hat er sich immer wieder seltsam verhalten. Mittlerweile sieht er ein, dass er sein Image ramponierte. "Es gab Dinge, die ich hätte besser machen können", sagte er kürzlich im Interview mit der englischen Zeitung "Daily Mirror". "Ich war von der Kritik überrascht, aber sie hat uns am Ende nur näher zusammengebracht, Katies Familie und meine Familie."

Seine offensive Werbung für Scientology hat er in letzter Zeit reduziert. Er gibt zu, bei der Auswahl seiner Filme Fehler gemacht zu haben. Einen Imagewandel verspricht er sich von seiner Position als Kreativdirektor der traditionsreichen Produktionsfirma "United Artists", die vor allem für anspruchsvolle Filme steht und die er wiederbelebte. Für sie produziert Tom Cruise demnächst zwei Filme, in der Komödie "Men" spielt er sogar selbst die Hauptrolle. Außerdem übernimmt "United Artists" den Vertrieb von "On The Road", der Verfilmung des gleichnamigen Kultromans von Jack Kerouac, der unter dem Titel "Unterwegs" auch in Deutschland zum Manifest der Beat Generation wurde.

Höchste Priorität genießt allerdings zunächst "Valkyrie" ("Operation Walküre - Das Stauffenberg Attenta", Deutschland-Start am 22. Januar).Das Historiendrama, das Weihnachten in Amerika Premiere feiert, muss unbedingt ein Erfolg werden. Zu viel hat Tom Cruise in den Film investiert. Er spielt nicht nur die Hauptrolle, "United Artists" hat den Film auch produziert. Noch heißt es bangen. Einige US-Filmkritiker, die das Werk bereits sehen durften, waren irritiert, sprachen von unfreiwilliger Komik. Ein Flop wäre für Tom Cruise eine Katastrophe. Vorsorglich soll er weltweit alle Anhänger von Scientology aufgerufen haben, ins Kino zu gehen.

Dabei würde er sich jetzt sicher am liebsten ganz auf seine Frau und die insgesamt drei Kinder konzentrieren. Neben Suri leben auch Isabella, 15, und Connor, 13, bei ihm, die er und Nicole Kidman, 41, während ihrer Ehe adoptierten. Die Teenager fordern besonders viel Zuwendung. Isabella äußerte in jüngster Zeit immer häufiger den Wunsch, bei der Mutter sein zu wollen - für Mädchengespräche. Beunruhigt von dieser Entwicklung, startete Kontrollfreak Cruise eine clevere Freizeit-Offensive. An Thanksgiving lud er die Kids nach New York ein, organisierte dort ein Treffen mit seinen Freunden David und Victoria Beckham. Erst schauten sich alle zusammen Katie Holmes in "All My Sons" an, dann schlemmten sie im italienischen Restaurant "Il Cantinori". Am nächsten Tag ging es in großer Runde in den "Big Apple Circus", und zum Abschluss machte die Familie eine Kutschfahrt durch New York.

Die harmonischen Bilder mit Frau, Kindern und Beckhams sind für Cruise willkommene PR. Beobachter in New York bemerkten allerdings, dass Katie bei den Unternehmungen ziemlich betrübt aussah. Grübelte sie auch in diesen Stunden über das nächste Jahr? Für 2009 hat sie keine konkreten Filmprojekte. Gerüchten zufolge soll sie im Frühjahr Vanessa Paradis als Werbegesicht der italienischen Modefirma Miu Miu ablösen, doch Tom Cruise hat andere Pläne mit seiner Frau. "Wir werden mehr Kinder haben", sagte er der Zeitschrift "Hello!". Und er erläuterte: "Diese Zeit ist für uns beide sehr wertvoll, die bekommen wir nicht zurück." Die Botschaft ist klar: Möglichst bald nach dem 11. Januar soll Katie wieder schwanger werden. Ob sie das nach den drei Monaten in der Freiheit aber genauso sieht wie ihr Mann?

Familientag mit Tom Cruise und Suri. In jüngster Zeit wirkte Katie Holmes bei solchen Gelegenheiten eher nachdenklich

Familientag mit Tom Cruise und Suri. In jüngster Zeit wirkte Katie Holmes bei solchen Gelegenheiten eher nachdenklich

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