Kate Moss
© WireImage.com Kate Moss

Kate Moss Der Moss-Faktor

Mit zwei Profis an ihrer Seite wird Kate Moss jetzt zur Business-Lady. Ihr Beitrag bei diesem Deal: beste Kontakte zur Glamour-Welt. Die lässt sie sich teuer bezahlen

Selbst die durchgeknalltesten Celebritys

werden im Alter oft vernünftig - doch dass es auch Kate Moss packen würde und dann auch noch so früh, damit hatte kaum jemand gerechnet. Mit 35 Jahren stellt sich die Britin, die bislang vor allem durch ihren unsoliden Lebenswandel und den Hang zu in Champagner ertränkten Nächten auffiel, auf die Zeit nach ihrer Modelkarriere ein. Geschäftstüchtig plant sie ihr neues,hochlukratives Leben als Business-Woman.

Zwei mächtige Männer unterstützen sie dabei - ihren eigenen Vorteil stets im Blick. Den beiden ist es herzlich egal, dass sich "Cokate" in den vergangenen Jahren einen modeluntypischen kleinen Bauch angetrunken hat, denn um Äußerlichkeiten geht es demnächst nur noch in zweiter Linie. Simon Cowell, 49, und Sir Philip Green, 57, haben nicht mehr und nicht weniger vor, als mit Hilfe von Kate einen neuen Unterhaltungskonzern zu etablieren. Im Idealfall soll er sogar der Walt Disney Company Konkurrenz machen. Cowell und Green wollen keine hübschen Fotos von Kate Moss, sondern ihren berühmten Namen, ihr Gespür für Trends und ihr Adressbuch mit prominenten Kontakten. Koste es, was es wolle.

Simon Cowell wurde vor allem als Moderator und Talent-Scout bekannt
© Getty ImagesSimon Cowell wurde vor allem als Moderator und Talent-Scout bekannt

Die Idee ist einfach: Simon Cowell gilt als begnadeter TV-Unternehmer. Mit seiner Show "Britain’s Got Talent" machte er Paul Potts und Susan Boyle zu Mega-Stars, und in den USA sorgt er bei "American Idol", einer Variante von "Deutschland sucht den Superstar", für Rekordquoten.

In die neue Firma soll er sein Know-how und die Rechte an seinen TV-Formaten einbringen. Sein neuer Partner Sir Philip Green wiederum ist nicht einfach nur Milliardär, er verfügt mit der Modemarke Topshop und der Einzelhandelskette BHS über ein hervorragendes Vertriebsnetz und gilt obendrein als begnadet, wenn es ums Schachern und Feilschen geht.

Mit ihrem neuen, bisher namenlosen Unternehmen wollen die beiden Herren laut Londoner Gerüchteküche sowohl Fan-Artikel für die etablierten Cowell-Sendungen verkaufen als auch neue Fernseh-Formate und Musik-Acts etablieren. Genau an dieser Stelle kommt Kate Moss ins Spiel. Ihre Aufgabe ist es, neue Talente zu entdecken. Sie soll Bands für das Unternehmen verpflichten, Werbung für sie machen, ihre Kontakte nutzen, um die Jungstars ins Gespräch zu bringen. Auch über eine Verpflichtung als Moderatorin in einer neuen Show denken die beiden Gentlemen anscheinend nach – alles ist plötzlich denkbar.

Kate Moss' langjähriger Freund Sir Philip Green verkauft ihre Kollektionen in seinen Topshop-Läden
© WireImage.comKate Moss' langjähriger Freund Sir Philip Green verkauft ihre Kollektionen in seinen Topshop-Läden

Wie mächtig der Moss-Faktor ist, weiß Sir Philip Green am besten: Die Kollektionen der Model-Ikone für seine Topshop-Läden verkaufen sich seit Jahren blendend und verhalfen der britischen Marke auch auf dem hart umkämpften US-Markt zu großem Erfolg. Schon aus Altersgründen muss Kate sich langsam, aber sicher ein neues Betätigungsfeld suchen. Wie groß die Chancen für Top-Models in der Lifestyle-Industrie sind, haben Heidi Klum und Tyra Banks vorgemacht - beide verdienen als Moderatorinnen und Selbstvermarkterinnen mindestens so viel wie in ihren besten Catwalk- oder Cover-Zeiten. Auch Kate soll von Green und Cowell fürstlich für ihren Input belohnt werden. Angeblich sieht der Vertrag zwischen den dreien vor, dass sie ihr Vermögen durch den Deal innerhalb eines Jahres auf 115 Millionen Euro verdoppeln kann.

Warum aber ausgerechnet sie? Warum erscheint gerade Kate Moss, deren Party-Exzesse so legendär sind wie ihre Scheu gegenüber Medien und PR-Agenten, den beiden Männern als optimale Vermarkterin? Ganz einfach: Die beiden brauchen den Glamour-Faktor. Denn auch wenn Simon Cowell die teuersten und schnellsten Wagen der Welt fährt und Philip Green von der Queen unlängst zum Sir geadelt wurde, so gelten beide in der Society immer noch als Emporkömmlinge, fleißig zwar, aber neureich.

Kate Moss ist zwar keinen Hauch aristokratischer und obendrein weniger vermögend als die beiden, aber dennoch spielt sie als weltberühmtes Model in einer höheren gesellschaftlichen Liga. Nur mit Kate Moss an ihrer Seite bekommen Cowell und Green Zugang zur snobistischen Mode- und Popwelt, zu Domenico und Stefano, zu Giorgio und Donatella, zu Mick Jagger und Elton John. Und nur mit Cowell und Green kann Kate Moss ihren Stil-Ikonen-Status gewinnbringend mit Massenprodukten vermarkten. Eine Kombination, von der alle Beteiligten profitieren.