Jude Law
© WireImage.com Jude Law

Jude Law Hacker-Angriff

Jude Law und weitere Stars, darunter Gwyneth Paltrow, sind Opfer von Hackerangriffen geworden: Journalisten der "Murdoch News Group" sollen sich ihre persönlichen Daten und Telefonnummern beschafft haben

Journalisten der britischen "Sun" und "News of the World" sollen die Handys von zahlreichen Promis, darunter die Schauspieler Jude Law und Gwyneth Paltrow sowie bekannte Größen aus Politik und Sport, angezapft haben.

Wie der "Guardian" berichtet, hätten sich die Reporter beider Blätter, die zur "Murdoch News Group" gehören, auf illegalen Weg in zwei- bis dreitausend Fällen Namen von Freunden und Familienangehörigen, Telefonnummern der Stars, aber auch private Daten wie Steuererklärungen und Rechnungen besorgt. Die "News Group" soll nun mehr als eine Million Euro Schweigegeld an drei seiner Opfer aus der Football-Szene gezahlt haben, um eine juristischen Untersuchung der Vorfälle zu umgehen - auch wenn Firmenchef Rupert Murdoch dies bestreitet: "Wenn das passiert wäre, wüsste ich davon", äußerte er am Dienstag (7. Juli).

Jude Law, Nigella Lawson, Elle Macpherson und Gwyneth Paltrow sind Opfer journalistischer Hacker-Angriffe geworden
© WireImage.comJude Law, Nigella Lawson, Elle Macpherson und Gwyneth Paltrow sind Opfer journalistischer Hacker-Angriffe geworden

Einen nachgewiesen Hacker-Fall gibt es aber definitiv: Im Januar 2007 wurde Clive Goodman, Journalist bei "News of the World", zu vier Monaten Haft verurteilt. Er hatte sich in die Handys von mehreren Angestellten der britischen Königsfamilie gehackt. Auch ein Privatdetektiv wurde in derselben Sache zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten verurteilt - er gab fünf weitere Abhör-Aktionen zu, unter anderem bei Supermodel Elle Macpherson.

Lange Zeit hieß es, die beiden Verurteilten hätten auf eigene Faust gehandelt, das Unternehmen Murdoch habe nichts von den kriminellen Machenschaften seiner Mitarbeiter gewusst. Ermittlungen von Scotland Yard haben nun aber offenbar belegt, dass weitere Redaktionskollegen in die Vorfälle involviert waren oder zumindest von der illegalen Informationsbeschaffung wussten.

Besonders brisant: Die Londoner Polizei hat offenbar bislang davon abgesehen, alle betroffenen Personen über die Bespitzelung in Kenntnis zu setzen. "Jeder, der 'News of the World' kannte, wusste, was dort vor sich ging", verrät Andrew Neil, ein früherer "Murdoch"-Mitarbeiter, im "Guardian". "Einer der 'News of the World'-Journalisten sagte mir, es sei gefährlich, darüber zu sprechen."

"Was dort vor sich ging war illegal ... und es ist nichts, was mit dem öffentlichen Interesse entschuldbar wäre. Sich in Gwyneth Paltrows Voicemail einzuhacken, kurz nachdem sie ihren Sohn geboren hatte, das hat nichts mit öffentlichem Interesse zu tun."

Nach dem Enthüllungsartikel des "Guardian" ist es nun aber wahrscheinlich, dass die britische Regierung endlich reagiert und umfassende Ermittlungen auf den Weg bringt - man darf also gespannt sein, welche prominenten Opfer von "Murdoch"-Hackern sich noch zu Jude Law, Gwyneth Paltrow und den anderen gesellen werden.

gsc