John Travolta
© WireImage.com John Travolta

John Travolta Einfach untröstlich

John Travolta kommt nicht über den Tod seines Sohns hinweg. Der Schmerz belastet nun auch seine Ehe

Flughafen-Café Miami:

Ein Mann sitzt allein am Tisch, die Baseball-Mütze tief ins Gesicht gezogen. Kaum einer erkennt ihn. Dabei handelt es sich um John Travolta, einen der berühmtesten Schauspieler der Welt. Der 55-Jährige nippt gedankenverloren an seinem Eistee und starrt auf die startenden und landenden Flugzeuge.

Auch sechs Monate nachdem sein Sohn Jett infolge eines epileptischen Anfalls starb, ist John Travolta noch immer ein Vater mit gebrochenem Herzen. Freunde berichten, er gehe kaum noch ans Telefon, beantworte keine E-Mails, isoliere sich. Weder hat er neue Filmprojekte angenommen noch gibt er Interviews; die PR-Arbeit für seinen jüngsten Thriller "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123" überließ er seinem Co-Star Denzel Washington. "John ist ein großer Familienmensch", sagt der über Travolta. "Diese Tragödie hat ihn im Mark getroffen."

Tatsächlich scheint der Schauspieler seit Jetts Tod wie ausgewechselt, die alte Lebensfreude ist verflogen. Selbst Ehefrau Kelly Preston bekommt das zu spüren. Nicht selten passiert es in diesen Tagen, dass Travolta nachts mit dem Golfcart über sein Anwesen in Ocala, Florida, kurvt oder am frühen Morgen in eines seiner am Haus geparkten Flugzeuge steigt und einfach davonfliegt.

Mit der Ehe soll es nicht zum Besten stehen, wissen Freunde. "John muss sich neu sortieren", sagt Kelly Preston. Und: "Wir brauchen jetzt einfach viel Zeit." Der ausgebildete Pilot – Travolta arbeitete einst für die australische Fluggesellschaft "Qantas" – hat außerdem stark zugenommen. Ein Freund aus Santa Barbara zu Gala: "John treibt derzeit kaum noch Sport. Er isst sehr viel, beim Essen kann er vergessen." Die jüngsten Fotos zeigen deutlich, dass der Star aus "Saturday Night Fever" und "Pulp Fiction" rund 20 Kilo zu viel auf den Hüften hat.

Zerbricht Travolta am Tod seines Sohns? "Viele Eltern, die ihre Kinder zu Grabe tragen müssen, kommen mit einer solchen Tragödie ihr Leben lang nicht klar", sagt US-Psychologe Jeffrey Gardere. "Sie fallen in tiefe Depressionen." Um das zu verhindern, besucht Travolta fast täglich private "Auditing"-Sitzungen der Scientology-Sekte. Außerdem kümmern sich Freunde wie Oprah Winfrey, Tom Cruise und Quentin Tarantino um ihn und versuchen, Trost zu spenden.

John Travolta schätzt den Einsatz seiner Freunde, aber letztlich bleibt ihm nur das kleine Passfoto von Jett, das er in seinem Portemonnaie trägt. Und die Gewissheit, dass Jett nie wieder neben ihm im Cockpit sitzen wird, wenn Papa seine "Gulfstream" Richtung Himmel lenkt.