John Mayer
© WireImage.com John Mayer

John Mayer Schock-Hansel hat gesprochen

John Mayer hat ein Kontrollproblem: Er plaudert ständig über Dinge, über die er besser geschwiegen hätte. Und fühlt sich dann von aller Welt missverstanden

Wenn John Mayer singt, dann liegt ihm die halbe Welt zu Füßen. Auch sein neues Album "Battle Studies" eroberte weltweit die Charts und steht in den USA schon seit Wochen auf Platz 1. Streichelt der siebenfache Grammy-Gewinner die Seiten seiner Gitarre, haucht eine Liebesballade und blickt dabei sehnsuchtsvoll durch seine braunen Knopfaugen, dann schmelzen vor allem seine weiblichen Fans dahin.

Wenn John Mayer jedoch ganz ohne Gitarre und Melodie auskommen und in einem Interview Fragen beantworten muss, schmilzt bei dem Sänger höchstens noch das Taktgefühl dahin. Statt gefühlvoller Songtexte gibt es gemeine Lästerattacken - wie jetzt bei einem Gespräch mit dem Männermagazin "Playboy".

Mayer schaffte es, in nur drei Atemzügen gleich mehrere Tabus zu brechen: Er benutzte das Wort Nigger, als er sich über Schwarze äußerte, und plauderte fröhlich intime Details über seine Verflossenen Jessica Simpson und Jennifer Aniston aus.

John Mayer mit Jessica Simpson 2007 (links) und mit Jennifer Aniston bei den Oscars 2009.
© Getty ImagesJohn Mayer mit Jessica Simpson 2007 (links) und mit Jennifer Aniston bei den Oscars 2009.

Aber im Einzelnen: Als John Mayer gefragt wurde, ob er sich von Rappern wie Kanye West und Jay-Z akzeptiert fühle und somit einen "hood-pass" (frei übersetzt: Pass für eine entsprechende Wohngegend) habe, antwortete er: "Das ist nebenbei gesagt ein Widerspruch in sich, denn wenn es wirklich einen 'hood-pass' gäbe, könnte man den auch Nigger-Pass nennen." Außerdem könne er keinen "hood-pass" haben, denn er sei noch nie in ein Restaurant gegangen, habe einen Tisch verlangt und die Antwort erhalten: "Wir sind voll."

Auf die Frage des Playboy-Interviewers Rob Tannenbaum, ob Afroamerikanerinnen ihn attraktiv fänden, soll John laut "Los Angeles Times" geantwortet haben: "Ich glaube, ich kann mich dafür nicht öffnen. Mein Penis ist so etwas wie ein weißer Rassist."

Sein Penis war dann auch weiterhin tonangebend: Im selben Interview bezeichnete John Mayer die Liebesfähigkeiten seiner Exfreundin Jessica Simpson als "sexuelles Napalm" - "Dieses Mädchen ist für mich eine Droge". Über die wahren Gründe für die Trennung von seiner On-Off-Liebschaft Jennifer Aniston sprach er auch. Zwar sei die 41-jährige Ex die "süßeste und liebste Person", die man sich vorstellen kann, dennoch gibt er zu: "Ich kann nicht die Tatsache ändern, dass ich 32 sein muss." Autsch!

John Mayer und sein jüngstes "Opfer" Taylor Swift.
© Getty ImagesJohn Mayer und sein jüngstes "Opfer" Taylor Swift.

Diskretion war noch nie Johns Stärke, nicht einmal, wenn es um so heikle Themen geht wie beispielsweise Sex-Affären mit fast minderjährigen Mädchen. Vor einem Freund soll sich der Sänger vor kurzem damit gebrüstet haben, dass er mit America's Sweetheart Taylor Swift ein überaus heißes Stelldichein hatte. Die Idee, dass er damit nicht nur das prüde Amerika schockt, sondern auch das Herz eines kleinen Mädchens brechen könnte, ist John wohl nicht gekommen.

Wie man sich denken kann, brach nach John Mayers jüngsten Äußerungen ein Sturm der Entrüstung los. John Mayer windet sich wie ein Aal und möchte retten, was zu retten ist: Er habe lediglich versucht, das Wort Nigger zu intellektualisieren. Das sei leider daneben gegangen, so der Sänger auf seiner Twitter-Seite. "Ich hätte dieses Wort niemals in den Mund nehmen sollen und ich werde es auch nie wieder tun. Ich wollte ein Blues-Gitarrist sein. Und ein Sänger. Und ein Songwriter. Nicht ein Schock-Hansel. Da habe ich nicht die Nerven für."

Die Lösung des Problems ist einfach: Außerhalb des Tonstudios einfach den Mund geschlossen lassen.