Jörg Kachelmann
© Getty Images Jörg Kachelmann

Jörg Kachelmann Streit um die Rolle der Medien

Im Prozess gegen Jörg Kachelmann sagte am Mittwoch die Gynäkologin des mutmaßlichen Opfers aus und es kam zu einem Streit um die Rolle der Medien. Der Grund: Ein Exklusivvertrag einer Zeugin mit einer Illustrierten

Am 15. Verhandlungstag stand am Mittwoch (10. November) die Gynäkologin des mutmaßlichen Opfers vor Gericht. Diese sagte aus, dass die Patientin am Morgen nach der angeblichen Tat Hämatome an beiden Oberschenkeln gehabt habe. Ähnliche Verletzungen habe sie auch schon bei einem anderen Vergewaltigungsopfer gesehen. Auch eine Verletzung am Hals, "vergleichbar mit einer Kratzspur", soll erkennbar gewesen sein. Bei den Untersuchungen des Unterleibs seien ihr keine Verletzungen aufgefallen, sagte die Ärztin vor dem Mannheimer Landgericht. Laut ihrer Aussage soll die Patientin "sehr ruhig und gefasst gewesen" sein, berichtet "Faz.net".

Zudem kam es heute zu einer heftigen Auseinandersetzung um die Rolle der Medien. Anlass soll ein Exklusivvertrag mit der Zeitschrift "Bunte" gewesen sein, den die Zeugin vor ihrer Vernehmung abgeschlossen habe. Dies hatte die Försterin am Montag vor Gericht zugegeben, nachdem sie vor ihrer Aussage noch die Öffentlichkeit vom Gericht ausschließen ließ. Dass sie plant, ihre Erlebnisse mit Jörg Kachelmann zu veröffentlichen, sorgte bei der Verteidigung für Unmut. Dies sei eine "Unverschämtheit und Missachtung des Gerichts", sagte einer der Verteidiger Kachelmanns. Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge kritisierte daraufhin die Öffentlichkeitsarbeit der Verteidigung. Ein Medienberater Kachelmanns habe ihm schon vor Anklageerhebung mitgeteilt, dass die Verteidigung im Falle einer Anklage an die Presse gehen werde: "Er hat auch gesagt, dass das zum Teil auf dem Rücken der Nebenklägerin erfolgen werde", berichtet "Süddeutsche.de"

Der Prozess gegen Jörg Kachelmann wird nun für drei Wochen unterbrochen und erst am 1. Dezember fortgesetzt. Grund dafür: Zwei Ersatzschöffen werden an anderen Strafverfahren teilnehmen und somit nicht im Kachelmann-Verfahren anwesend sein können. Das ursprünglich für Ende Dezember angesetzte Urteil wird voraussichtlich erst Anfang 2011 gesprochen.

kma