Jörg Kachelmann
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Jörg Kachelmann Staatsanwälte klagen Kachelmann an

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat Anklage gegen Jörg Kachelmann wegen Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall erhoben

Update vom 9. Juli 2010: Laut Nachrichtenagentur "dpa", soll der Vergewaltigungs-Prozess gegen Jörg Kachelmann nach Angaben des Landgerichts am 6. September 2010 beginnen. Die 5. Große Strafkammer hat am Freitag (9. Juli) die Anklage der Staatsanwaltschaft in vollem Umfang zur Hauptverhandlung zugelassen. Der Prozess soll bis zum 27. Oktober andauern.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat nun Anklage gegen Jörg Kachelmann wegen der besonders schweren Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung beim Landgericht Mannheim erhoben. Das gaben die Ermittler in einer Pressemitteilung bekannt. Dem 51-jährigen Schweizer wird laut Staatsanwaltschaft vorgeworfen, in der Nacht des 9. Februar 2010 seine 36 Jahre alte langjährige Freundin, die sich von ihm trennen wollte, in deren Schwetzinger Wohnung unter Vorhalt eines Küchenmessers - Klingenlänge 8 cm - zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Hierbei habe er der Geschädigten das Messer gegen den Hals gedrückt, wodurch diese Verletzungen davongetragen habe. Während und nach der Tat soll der Angeschuldigte das Opfer mit dem Tod bedroht haben.

Aufgabe des Landgerichtes Mannheim, Große Strafkammer, wird es nun sein, die Zulässigkeit der Anklage zu prüfen. Je nach Schwere und Bedeutung des Falles und zu erwartendem Strafmaß sind entweder das Amtsgericht in Schwetzingen oder das Landgericht in Mannheim zuständiges Gericht. In Schwetzingen liegt die Wohnung, in der die Tat stattgefunden haben soll. Da im gleichen Verfahren auch die andauernde Inhaftierung des Moderators überprüft wird, ist der Haftprüfungstermin am 1. Juni somit hinfällig.

Kachelmann war am 20. März auf dem Rückweg von den Olympischen Spielen auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet worden. Zwei Tage später informierte die Staatsanwaltschaft Mannheim, dass sie gegen eine 51-jährigen Moderator wegen des Verdachtes auf Vergewaltigung seiner Lebensgefährtin ermittele. Am 24. März konnte Kachelmann sich vor dem Haftrichter äußern und bestritt den Vorwurf. Der Beschuldigte ist immer noch in Untersuchungshaft.

Von schweren und besonders schweren Fällen ist bei Qualifizierungen von sexueller Nötigung und Vergewaltigungen nach §177 III,IV StGB die Rede, wenn beispielweise eine Waffe mitgeführt wird (III) oder eingesetzt wird (IV). Hierfür gelten laut Gesetz dann ein Mindeststrafmaß von drei (III) beziehungsweise fünf (IV) Jahren.

Jörg Kachelmann, ein Schweizer Meteorologe, machte mit seinen lockeren und treffgenauen Wetternachrichten im deutschen Fernsehen Karriere.

cfu