Jörg Kachelmann
© Getty Images Jörg Kachelmann

Jörg Kachelmann Kampf um den Gutachter

Im Prozess gegen Jörg Kachelmann haben seine Verteidiger die Strafkammer heute aufgefordert, die Entscheidung über den Ausschluss ihres Gutachters zurückzunehmen. Zudem sagte eine ehemalige Freundin des Wettermoderators als Zeugin aus

Am achten Verhandlungstag im Prozess gegen Jörg Kachelmann forderte sein Anwalt Reinhard Birkenstock gleich zu Beginn, den wegen Befangenheit abgelehnten Gutachter wieder zur Verteidigung zuzulassen. Der Rechtsmediziner Bernd Brinkmann wurde am siebten Verhandlungstag vom Prozess ausgeschlossen, weil nach dessen Gutachten sich das mutmaßliche Opfer die Blutergüsse und Verletzungen selbst zugefügt haben soll. Laut Birkenstock gebe es aber "keinerlei Anlass, an der Unbefangenheit Brinkmanns zu zweifeln", berichtet "Welt.de".

In einer fast einstündigen Erklärung kritisierte Birkenstock, dass die Strafkammer die Stellungnahme Brinkmanns entweder nicht sorgfältig genug gelesen oder "mangelndes Verständnis vom Beruf des Rechtsmediziners" habe. Er forderte das Gericht auf, seine Entscheidung aufzuheben oder abzuändern. Die Kammer solle sich noch einmal "gründlich und unbefangen" mit der Stellungnahme des Sachverständigen befassen. "Sie wird dann zu dem Ergebnis kommen, dass eine Erwartung der Befangenheit nicht berechtigt ist", so Birkenstock laut "Bild.de". Der Vorsitzende Richter Michael Seidling will am Mittwoch Stellung zu dem Thema nehmen.

Am heutigen Prozesstag sagte zudem eine ehemalige Freundin von Jörg Kachelmann aus. Um das Intimleben der 33-jährigen Frau aus Hamburg zu schützen, fand die Anhörung, wie viele andere zuvor, unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Am Mittwoch geht der Prozess in die nächste Runde. Dann wird die Belastungszeugin, das mutmaßliche Opfer einer Vergewaltigung, vor Gericht erwartet.

kma