Jörg Kachelmann
© Picture Alliance Jörg Kachelmann

Jörg Kachelmann Kachelmann wird aus Haft entlassen

Der Wettermoderator Jörg Kachelmann, der seit März wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs in Untersuchungshaft saß, kommt bis zum Prozess frei. Eine Haftbeschwerde hatte Erfolg, es besteht laut Strafsenat derzeit "kein dringender Tatverdacht"

Der dritte Strafsenat des Oberlandesgerichts Karlsruhe hat mit Beschluss vom 29. Juli 2010 der Haftbeschwerde des vor dem Landgericht Mannheim angeklagten Meteorologen Jörg Kachelmann stattgegeben und seine umgehende Freilassung aus der Justizvollzugsanstalt Mannheim angeordnet. Das ist Inhalt einer Pressemitteilung der Oberlandesgerichts Karlsruhe, die gerade verbreitet wird.

Kachelmann, der seit dem 20. März 2010 in Untersuchungshaft sitzt, wird vorgeworfen, im Februar seine damalige Lebensgefährtin nach einem Streit vergewaltigt und bedroht zu haben. Der Moderator musste - trotz einer Haftbeschwerde im Juli - zunächst wegen dringenden Tatverdachts und Fluchtgefahr in Haft bleiben. Nun gibt das Oberlandesgericht Karlsruhe der Haftbeschwerde statt.

Der TV-Wettermoderator Jörg Kachelmann verlässt am Donnerstag (29.07.2010) die Justizvollzugsanstalt in Mannheim.
© Picture AllianceDer TV-Wettermoderator Jörg Kachelmann verlässt am Donnerstag (29.07.2010) die Justizvollzugsanstalt in Mannheim.

Der zuständige dritte Strafsenat ist der Ansicht, dass jedenfalls im derzeitigen Stadium des Verfahrens kein dringender Tatverdacht mehr bestehe. Im Hinblick auf den den Tatvorwurf bestreitenden Angeklagten und die Nebenklägerin als einzige Belastungszeugin liege eine Fallkonstellation "Aussage gegen Aussage" vor. Die fortdauernde Haft erfordere nicht - wie die Eröffnung des Hauptverfahrens - einen hinreichenden, sondern sogar einen dringenden Tatverdacht. Der sei eben nicht gegeben. Die Nebenklägerin habe zunächst falsche Details zur Vorgeschichte und den Begleitumständen der Tat wiedergegeben. Es sei nach aktuellem Untersuchungsstand auch nicht auszuschließen, dass sie sich Verletzungen selbst zugefügt habe.

Der Beschluss mit dem Aktenzeichen 3 Ws 225/10 ordnet die sofortige Freilassung Kachelmanns an. Die Hauptverhandlung soll vom 6. September an vor dem Mannheimer Landgericht stattfinden.

Knapp die Hälfte der Deutschen (45 Prozent) hält nach einer aktuellen Umfrage für den "stern" Jörg Kachelmann für unschuldig. Gut jeder Fünfte (22 Prozent) glaubt, dass die Beschuldigungen gegen ihn zutreffen. Ein Drittel traut sich kein Urteil zu.

cfu