Jörg Kachelmann
© Getty Images Jörg Kachelmann

Jörg Kachelmann Bewegender Notruf

Im Vergewaltigungsprozess gegen Jörg Kachelmann hat am Mittwoch die Beweisaufnahme begonnen. Der bei der Polizei eingegangene Notruf von Kachelmanns Ex-Freundin wurde im Gericht vorgespielt

Am dritten Verhandlungstag im Kachelmann-Prozess hat das Gericht den Notruf von Kachelmanns ehemaliger Geliebten vorspielen lassen. Damit hat am Mittwoch (15. September) nach mehreren Unterbrechungen des Prozesses die Beweisaufnahme begonnen.

Laut der Nachrichtenagentur "dpa" sei der Notruf "dramatisch" gewesen und bis jetzt "der bewegendste Moment" im Verfahren. Auf dem Tonband sei zu hören gewesen, wie Kachelmanns ehemalige Geliebte mit zitternder Stimme sagt: "Ich bin heute Nacht vergewaltigt worden und weiß nicht, was ich jetzt machen soll." Auf die Frage "Von wem?" habe die Frau gezögert und dann mit "Von meinem Freund" geantwortet.

Als erster Zeuge wurde zudem der ermittelnde Kriminalbeamte angehört. Dieser gab zu Protokoll, dass das mutmaßliche Opfer am Tag nach der möglichen Tat zweimal vernommen und rechtsmedizinisch untersucht worden sei. Außerdem sagte er, Kachelmann habe bei seiner Festnahme "ruhig und "abgeklärt" reagiert.

Die Anwälte des ehemaligen Wettermoderators hatten am Morgen einen weiteren Antrag gestellt, in dem sie forderten, dass von ihnen bestimmte Sachverständige Gutachten über die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers erstellen dürfen. Die Staatsanwaltschaft lehnte dies ab, da die vorgeschlagenen Gutachter bereits vor Prozessbeginn zugunsten Kachelmanns ausgesagt hätten und daher befangen seien.

Dem Schweizer Jörg Kachelmann wird vorgeworfen, seine langjährige Geliebte im Februar mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben.

sst