Jörg Kachelmann
© Reuters Jörg Kachelmann

Jörg Kachelmann Aussage gegen Aussage

Die Ex-Geliebte von Jörg Kachelmann bleibt bei ihrer Behauptung, der Wettermoderator habe sie im Februar vergewaltigt

Ein großes Aufgebot an Fotografen und Journalisten wartete am Montagmorgen vor dem Landgericht Mannheim auf Sabine W.. Am 12. Prozesstag sollte eine Vernehmung der Ex-Geliebten von Jörg Kachelmann Aufschluss über die mutmaßliche Tat bringen. Weiterhin steht Aussage gegen Aussage. Die 37-Jährige hielt an ihrem Vorwurf, Jörg Kachelmann habe sie im Februar vergewaltigt, fest.

Es war bereits der dritte Prozesstag, an dem das mutmaßliche Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit als Zeugin von Richtern der 5. Großen Strafkammer befragt wurde. Anschließend folgen Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft, die Verteidigung und insgesamt neun Gutachter.

In einer kurzen Verhandlungspause lobte Klaus Schroth, Verteidiger von Jörg Kachelmann, die Gründlichkeit, mit der das Gericht in seiner Befragung arbeitet. Diese sei außergewöhnlich ausführlich.

Mittlerweile liegen neue Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der digitalen Fotos vor, die auf dem Computer der Nebenklägerin gefunden wurden. Diese hatte sie rund ein Jahr vor der mutmaßlichen Tat von blauen Flecken an ihren Oberschenkeln gemacht. In seinem Gutachten hatte der von der Verteidigung beauftragte Bernd Brinkmann die Verletzungen als Experiment interpretiert. Die Klägerin hätte untersuchen wollen, wie sich Hämatome entwickeln. Dabei war Brinkmann, der inzwischen als befangen vom Gericht abgelehnt wurde, davon ausgegangen, dass zwischen den Aufnahmen mehrere Stunden vergingen. Die beiden Aufnahmen entstanden jedoch im Abstand von nur rund 30 Sekunden, wie sich jetzt herausstellte. Zeitstudien über die Entwicklung von Hämatomen scheiden damit aus.

Der Prozess wird am kommenden Mittwoch fortgesetzt - wieder in einer nichtöffentlichen Sitzung.

rbr