Jörg Kachelmann
© Reuters Jörg Kachelmann

Jörg Kachelmann Angriff mit neuem Anwalt

Jörg Kachelmanns neuer Anwalt Johann Schwenn hat bei seinem ersten Auftritt Gericht und Medien scharf kritisiert

Nach dem überraschenden Anwaltswechsel im Fall Kachelmann hat der neue Strafverteidiger des ehemaligen Wettermoderators heute (2. Dezember) seinen ersten Auftritt hingelegt. Wie das Magazin "Stern" berichtet, kritisierte Johann Schwenn das Gericht sogleich scharf.

Vor allem die Befragungsweise der beisitzenden Richterin war ihm ein Dorn im Auge. Eine Ex-Geliebte von Jörg Kachelmann habe unter Auschluss der Öffentlichkeit ausgesagt, dass sie mit den Sexualpraktiken Kachelmanns einverstanden gewesen sei. Trotzdem sei sie zu "konkreteren" Aussagen gedrängt worden. "Eine Frage kann mal missraten, aber das sollte keine Methode haben. Wenn jemand sagt, er sei mit Praktiken einverstanden gewesen, ist das höchst konkret. Und wir werden jede weitere nicht-offene Frage beanstanden," kündigte Schwenn an.

Auch die Rolle der Medien will Schwenn genauer prüfen. Vor allem die Titel "Bunte" und "Focus" des Burdaverlags wurden von Schwenn scharf angegriffen. Die "Bunte" hatte in der Vergangenheit mehrfach ehemalige Geliebte von Kachelmann zu Wort kommen lassen, die allerdings davor oder auch danach noch vor Gericht aussagen mussten. Schwenn fand dazu deutliche Worte: "Die Interviews wurden von einer Redakteurin geführt, die sich sonst an Promis heranwanzt. Sie unterlaufen die Strafprozessordnung und beeinträchtigen die Persönlichkeitsrechte meines Mandanten." Er beantragte deshalb, dass auch der Medienanwalt Jörg Kachelmanns, Ralf Höcker, in Zukunft an den nicht-öffentlichen Vernehmungen der Ex-Geliebten teilnehmen darf, um gegen die Magazine vorgehen zu können. Dies wurde ihm auch bewilligt.

sst