Joe Jackson

Der Horror-Vater

Mit seinem unerbittlichen Ehrgeiz hat Joe Jackson seine Kinder brutal in die Karriere getrieben. Hat er das Gleiche auch mit seinen Enkeln vor? Wird der Horror-Vater zum Albtraum-Opa?

Joe Jackson

Joe Jackson

Paris, Prince Michael I. und Prince Michael II. erleben nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters Michael Jackson gerade die schlimmste und schwerste Zeit ihres Lebens. Was sie brauchen, ist ein stabiles Umfeld.

Was ihnen droht, ist Joe Jackson.

Denn während die Kinder noch verzweifelt trauern, bastelt Opa im Hintergrund angeblich schon eifrig an ihrer Bühnenkarriere. Das jedenfalls behauptet der umstrittene amerikanische Skandal-Autor Ian Halperin. "Joe will, dass die Kinder 2010 auf eine Welttournee gehen. Er hat auch schon zwei Plattenverträge. Er will sie zu den 'Jackson 3' machen."

Auch wenn das für viele in dieser Form undenkbar scheint - zumindest für Joe Jackson wäre es nicht abwegig, sondern ein gutes Geschäft. In einem TV-Interview sagte er unlängst: "Ich weiß nicht, ich beobachte Paris einfach. Sie ... will irgendwas machen." So also lautet Joes fachmännisches Urteil über seine Enkeltochter. Gerüchte, dass Paris gemeinsam mit ihrer Tante Janet eventuell einen Abschiedssong für ihren gestorbenen Papa aufnehmen will, machten bereits die Runde. Auch hier soll Joe Jackson angeblich seine Finger im Spiel haben. Klar, nach ihrer rührenden Rede auf der Trauerfeier ist Paris ja nicht nur Jackson-Fans ein Begriff.

Aber neben Paris ist auch Prince Michael II. (genannt Blanket) in Opa Joes Fokus gerückt: "Soweit ich weiß, sagt man, dass Blanket wirklich gut tanzen kann. Er kann wirklich gut tanzen."

Aus seinem Munde klingt das fast wie eine Drohung.

Denn es war sein Vater Joe, dem Michael Jackson immer den unwiederbringlichen Verlust seiner Kindheit zugeschrieben hat. Sie ging zwischen Tonstudio, Bühne, erschöpfenden Proben und hartem Drill verloren.

Joe Jackson, ein Ex-Boxer und Kranführer aus Gary (US-Bundesstaat Indiana), war Mitte der 1950er Jahre endgültig mit seiner eigenen Musikkarriere gescheitert. Das tat seinem knallharten Ehrgeiz allerdings keinen Abbruch. Deshalb projizierte er ihn auf seine Söhne und gründete die "Jackson Five". Joe peitschte seine Kinder zum Erfolg - im wahrsten Sinne des Wortes. Michael verriet 1993 in einem TV-Interview mit Oprah Winfrey zum ersten Mal und unter Tränen, wie ihn sein Vater mit einem Gürtel verprügelt hat. "Wenn man es nicht richtig gemacht hat, dann hat er einen echt in Stücke gerissen ...", erzählte ein sichtlich erschütterter Michael damals.

Joe hatte darauf eine bitter zynische Antwort: "Ich habe ihn mit einer Gerte oder einem Gürtel gepeitscht. Geschlagen habe ich ihn nie. Man schlägt jemanden mit einem Stock."

Michaels Bruder Marlon berichtete von einer weiteren brutalen Begebenheit: Joe soll Michael an einem Bein über Kopf gehalten und "ihn wieder und wieder mit der Hand auf den Hintern und den Rücken geschlagen" haben.

Nicht weniger schlimm als der körperliche Schmerz war allerdings der seelische. Einmal soll Joe nachts mit einer Horrormaske vor dem Gesicht brüllend durch das Fenster in das Kinderzimmer eingedrungen sein. Grund für diese Grausamkeit: Er wollte seinen Kindern beibringen, während der Nacht nie das Fenster offen zu lassen. Noch Jahre später litt Michael unter Alpträumen.

Die Angst vor seinem gewalttätigen Vater wurde irgendwann sogar so schlimm, dass Michael sich bei seinem Anblick übergeben musste. Der Preis für seine atemberaubende Karriere.

Michael Jackson

Trauerfeier in Gary, Indiana

Vor dem "Steel Yard Ballpark Stadion" in Gary, Indiana drängen sich die Fans vor dem Einlass.
Michael Jacksons Vater Joe kommt bei der Veranstaltung an.
Auch die jüngsten Fans dürfen dabei sein: Die vierjährige Jalynn Hurt erweist Michael Jackson ihren Respekt.
Die Sängerin Denise Williams ist auch vor Ort.

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Joe Jackson sagte über seine Kinder: "Die Probleme fingen an, als sie 18 wurden und eigene Entscheidungen trafen."

Joe Jackson über seine Kinder: "Die Probleme fingen alle an, nachdem sie 18 wurden und eigene Entscheidungen trafen"

Und ein Schicksal, dass der "King of Pop" seinen Kindern unbedingt ersparen wollte. Er hat stets Wert darauf gelegt, seine Kids aus dem Rampenlicht zu halten. Dass sein Vater Prince, Paris und Blanket auf die Bühne bringen könnte - es wäre ein Alptraum für Michael. Er wollte unbedingt vermeiden, dass Joe Jackson Einfluss auf das Leben seiner Kinder haben könnte.

Deshalb soll Michael laut US-Klatschblatt "National Enquirer" angeblich sogar Freunde gebeten haben, sich der Kinder anzunehmen - sollte ihm was passieren. "Das einzige, was Michael wollte - und worauf er bestand - war, dass sein Vater nicht in die Nähe der Kinder kommt. Er sagte mir: 'Ich will nicht, dass er ihnen antut, was er mir angetan hat'", zitiert der "National Enquirer" eine Quelle aus Jackson-Kreisen.

Das vorläufige Sorgerecht für Michaels drei Kinder hat derzeit seine Mutter Katherine, sie lebt gerüchteweise schon seit einigen Jahren von Joe Jackson getrennt. "Die bisherige Regelung mit Katherine Jackson als vorläufiger Vormund bleibt bis auf Weiteres in Kraft", so das Gericht. Die nächste Anhörung ist für den 20. Juli angesetzt.

Auch Debbie Rowe, die offiziell leibliche Mutter von Prince und Paris, will möglicherweise Sorgerechtsansprüche stellen. Doch anstatt sich auf einen Kampf um die Kinder einzulassen, will Debbie offenbar mit Katherine zusammenarbeiten. Sie wollen die Kinder gemeinsam vor dem ebenso ehrgeizigen wie skrupellosen Musikmanager schützen. Wie der "Sunday Mirror" berichtet, haben sich die Anwälte der beiden Frauen wohl schon getroffen, um über eine außergerichtliche Sorgerechtsregelung zu sprechen. "Das Letzte, was Debbie will ist, dass die Kinder das durchmachen müssen, was Michael durchmachen musste ... Und auch Katherine weiß, dass es das Beste für die Kinder wäre, wenn sie alles untereinander regeln würden und nicht vor Gericht müssten", so ein Insider zum "Sunday Mirror".

Daher ist ein Deal geplant. Gemeinsame Sache im Sinne der Kinder. "Sie können Joe nicht davon abhalten, die Kinder auf Familienfesten zu sehen. Aber sie können und werden kämpfen um ihn davon abzuhalten, irgendeine offizielle Rolle in ihrer Erziehung zu spielen", so der Insider.

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So ganz werden Prince Michael I., Paris und Blanket Joe Jackson aber nicht entkommen können: Er mag ein rücksichtloser Geschäftsmann, brutaler Manager und kalter Mann sein - aber er ist und bleibt ihr Opa.

Jessica Wagener

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