Jermaine Jackson
© WireImage.com Jermaine Jackson

Jermaine Jackson Tribute-Konzert droht zu floppen

Es sollte ganz groß werden: Das von Jermaine Jackson organisierte Tribute-Konzert für seinen Bruder Michael in Wien. Doch jetzt droht ein Flop: Teure Karten und fehlende Stars - die Fans sind sauer

518 Euro sind eine Menge Geld: Soviel kosten die teuersten Karten für die Michael-Jackson-Tribute-Show am 26. September in Wien, die es bereits seit Wochen zu kaufen gibt. Angeblich haben schon 40.000 Jacko-Fans zugegriffen - und das, ohne zu wissen, wer bei dem Event überhaupt auf der Bühne steht. Gestern hat Organisator und Jacko-Bruder Jermaine Jackson nun die ersten Stars vorgestellt, die auftreten sollen - und die Fans sind maßlos enttäuscht.

Was waren für große Namen im Gespräch: Madonna, Whitney Houston und "U2" wurden als Acts für die Show gehandelt. Doch jetzt die bittere Enttäuschung: Die von Jermaine Jackson in Wien bestätigten "Stars" sind ein bunter Mix aus B-Promis und längst Vergessenen: Sängerin Mary J. Blige, die seit vier Jahren keinen Hit mehr hatte, die Retorten-Boygroup "US5" und die 70er Soul-Omas von "Sister Sledge". Außerdem bekommen die Fans noch Rapper Akon und Prügelknabe Chris Brown zu sehen. Nett gesagt nicht wirklich das, was sich die Fans erhofft hatten. Jermaine Jackson wiegelt ab - die Superstars seien alle von der Presse ins Gespräch gebracht worden, er selber habe nie Madonna erwähnt, verteidigte er sich zusammen mit dem österreichischen Veranstalter Georg Kindel bei der gestrigen Pressekonferenz in Wien.

Insgesamt sind bisher 13 Künstler bestätigt - bis zu 25 sollen es werden. Mehr Namen sollen bei weiteren Pressekonferenzen am Mittwoch in London und am Donnerstag in Berlin genannt werden, ob dann die ganz großen Stars aus dem Hut gezaubert werden, bleibt abzuwarten. Eins ist jedenfalls sicher: Die großen und weniger großen Künstler werden auf der Bühne die beliebtesten Hits des "King of Pop" nachsingen, darunter Klassiker wie "Thriller", "Beat It", "You Are Not Alone" und Dirty Diana". Zum großen Finale sollen dann alle zusammen "Heal The World" oder "We are the World" anstimmen. Immerhin das hat Jermaine Jackson ja schon geübt: Bei der Trauerfeier für seinen Bruder in Los Angeles und nochmal beim "Save the World"-Awards in Wien im Juli, da musste er den Songtext allerdings noch vom Teleprompter ablesen.

Ebenfalls angekündigt hat Jermaine seine Verwandtschaft: Mutter Katherine soll zusammen mit Michaels Kindern Prince, Paris, und Michael Jr. dabei sein. Amerikanische Webseiten behaupten aber mittlerweile das Gegenteil: Katherine Jackson soll sogar entsetzt über die Pläne ihres Sohnes sein, eine Tribute-Show für Michael in einem Land zu veranstalten, das überhaupt keinen Bezug zu dem verstorbenen "King of Pop" hat.

Natürlich stellen sich auch die Fans die Frage: Warum überhaupt Wien? Das Ganze könnte natürlich mit den 600.000 Euro zusammenhängen, mit denen die Stadt Wien das Spektakel finanziell unterstützt - offiziell als Investition für die kostenlose Werbung. Jermaine Jackson hat natürlich auch dafür eine Erklärung: "Michael würde diese Veranstaltung lieben, ihn faszinierten schon immer Schlösser" - deshalb also die bombastische Kulisse vor dem Wiener Schloss Schönbrunn. Bombastisch soll auch die Bühne werden: 50 Meter lang und knapp 20 Meter hoch mit einer Krone auf dem Dach.

Für die Fans, die die preisgünstigeren Stehplatzkarten für 63 bis 135 Euro gekauft haben, ist eben dieser Bühnenaufbau das Problem: Sie müssen außerhalb des Schlosshofs stehen, quasi auf der Straße und werden wohl kaum etwas sehen. Viele, die ihre Karten schon gekauft haben, sind entsprechend sauer: "Für nichts ist Geld da in Österreich, aber für dieses Kasperltheater pumpt die Stadt Wien 600.000 Euro hinein!". "Da hat Jermaine Jackson wieder einige mediengeile Politiker gefunden! Warum sollte die Stadt Wien (wir) solchen Schmarren zahlen?" und "Dort geh ich nicht mal hin, wenn man mir die Karten schenkt" waren noch die harmlosesten Kommentare zu dem Konzert auf der Internetseite der österreichischen "Kronenzeitung".

Jermaine und sein Organisationskollege Georg Kindel werden also bei den beiden nächsten Pressekonferenzen in London und Berlin noch einige Überraschungen aus dem Hut zaubern müssen, um das Tribute-Konzert vor dem drohenden Flop zu bewahren. Für den Jetzt-Wieder-Prominenten Jermaine Jackson ist das Ganze jedenfalls eine große Chance: Der Sänger soll bereits seit einiger Zeit pleite sein.

Update vom 11.September:
So langsam wird das Line-Up für die Tribute-Show immer peinlicher: Nachdem bereits Mary J. Blige und Chris Brown für das Konzert in Wien abgesagt haben, hat jetzt auch Soulsängerin Natalie Cole bestritten, auf dem Event zu performen. Ihr Sprecher erklärte, dass sie an diesem Termin zusammen mit dem Dalai Lama auf einem Event in Memphis auftreten werde. Trotz der Absagen sind die drei Stars immer noch auf der offiziellen Website des Events als Perfomer gelistet.

Auch bei der dritten Pressekonferenz in Berlin konnte Jermaine Jackson keine neuen Performer aus dem Hut zaubern, dafür hat er angekündigt, in Wien noch eine Pressekonferenz zu geben - was da verkündet wird, bleibt abzuwarten.

Wenigstens eine kommt sicher: Jackos Mutter Katherine verkündete in einer Videobotschaft, "dass sie sich freue, bei dem Konzert am 29. September dabei zu sein". Blöd nur, dass das Event am 26. September stattfindet.