Jenny Elvers-Elbertzhagen

"So eine große Lüge ist unerträglich"

Nach ihrem Alkoholentzug wollte Jenny Elvers-Elbertzhagen Kraft aus ihrer Ehe schöpfen. Nun ist diese Ehe kaputt - und Jenny will reden. Über ihren Mann, ihren Sohn, ihren Psychologen. "Gala" begleitete die Schauspielerin ein Wochenende lang

Jenny Elvers

Manchmal weiß die Polizei in Liebesdingen besser Bescheid als die Betroffenen selbst. Oberkommissar A. von der Dienststelle Bonn-Duisdorf sieht die Sache so: Die Ehe von Jenny Elvers-Elbertzhagen, 40, und Goetz Elbertzhagen, 53, ist vorerst gescheitert. Im Protokoll über seinen Einsatz im Rheinbacher Haus der Eheleute hat er am 18. April um 17.30 Uhr bei Familienstand "getrennt lebend" eingetragen. Der Mann liest schließlich Zeitungen. Und durch die konnte er erfahren, dass sich der Gatte der Schauspielerin in Berlin die Zeit mit einer Angestellten seiner Firma Kick-Media vertreibt. Nicht nur händchenhaltend.

Auch Oberkommissar A. ist wegen Fotos im Einsatz. Die Fotografen und Kamerateams, die im Pulk vor Jennys Haustür stehen, haben Leitern mitgebracht oder stehen auf ihren Autodächern - und fotografieren in den Garten des kleinen Anwesens. Das ist verboten. Jenny Elvers-Elbertzhagen stellt daher Strafanzeige. Was vor dem Haus passiert, kann sie von ihrem Schlafzimmerfenster beobachten. Ertragen kann sie es laut Polizeiprotokoll nicht. Drei Mal waren der Oberkommissar und seine Kollegen schon da. Der letzte Fotograf legte sich um 2.30 Uhr auf die Lauer.

Das Leben der Jenny Elvers-Elbertzhagen ist um eine Facette reicher. Nach turbulenten Freundschaften mit mehr oder minder berühmten Männern, einer Traumhochzeit in Amelinghausen und einem Alkoholabsturz im Fernsehen ließ ihr Mann und Manager Goetz Elbertzhagen sie vergangenes Jahr in eine Suchtklinik einweisen. Dort entgiftete sie ihren Körper, arbeitete an einem Neustart.

In Interviews mit "Gala" und RTL bekannte sie sich Anfang 2013 zu ihrem Alkoholismus, ihren Depressionen, ihrer Todessehnsucht. Über ihren Mann sagte sie: "Er hat mir das Leben gerettet." Fast drei Monate danach hat sie ihm nun, nachdem sie die Bilder von ihm und seiner Freundin in der Zeitung sah, mit einem Kerzenständer auf den Schädel geschlagen. Danach suchte er das Weite.

Jenny Elvers-Elbertzhagen: "So eine große Lüge ist unerträglich"

Als sie das an diesem Freitag erzählt, kichert sie ein wenig. Wie ein Kind, das unter der Bettdecke heimlich gelesen hat. Auch Geschirr sei zu Bruch gegangen. Nun rast sie - braun gebrannt, in Hotpants - durch ihr gemütliches kleines Haus, das merkwürdigerweise immer als Villa tituliert wird, erzählt nebenher etwas von gesperrten Konten. Überall im Haus stehen Bilder vom einstigen Powerpaar. Auf der Toilette sollen Gäste in gerahmten Zeitungsartikeln vom Glück der beiden lesen. Jenny ruft nach ihrer Haushälterin, sie möchte Kaffee. Die kleine Hündin Emma bellt hell und nervig. Die Telefone klingeln in einer Tour. Draußen klatschen sich die Paparazzi ab. Der private Security-Dienst, der laut Jenny "auch die Klum" bewacht, notiert Autokennzeichen.

Seit dieser Woche hat sich das Leben der Schauspielerin dramatisch verändert. Zwölf Jahre hat ihre Ehe viele Höhen und Tiefen durchwettert. Freunde beider Seiten rieten immer wieder: Warum tut ihr euch das an - trennt euch doch endlich! Trotzdem sprachen Jenny und Goetz bis zuletzt wacker von "Liebe". Er nannte sie "die Liebe meines Lebens". Sie sagt noch heute, auch nach dem Schlag mit dem Kerzenständer: "Ich liebe ihn."

Nach außen muss in dieser Art von öffentlichen Beziehungen immer alles top sein. Bei den van der Vaarts, den Pochers, den Ballacks, den Wulffs, den Elbertzhagens. Es werden Fotografen an den Urlaubsort bestellt, um möglichst zufällig aussehende Bilder zu machen. Es werden in Interviews Liebsschwüre abgegeben - die schon eine Woche später Geschichte sind. Wunsch und Wahrheit werden verwechselt wie beim Hütchenspiel. Am Ende erfährt man dann meist, dass die Ehe schon seit langer Zeit eine Vollkatastrophe war.

Nun also auch diese. Wer die beiden länger kennt, weiß, dass Jennys Mann Goetz die Alkoholsucht seiner Frau still ertragen hat, dass er lange gekämpft hat um ihre Ehe und am Ende resignieren musste. Seine Freunde sagen: "Er wäre in dieser Beziehung fast vor die Hunde gegangen. Es ging doch immer nur um sie. Zwölf Jahre lang." Ihre Freunde hingegen beschimpfen ihn nun als skrupellosen Geschäftemacher, der an seiner eigenen Frau Geld verdient.

Star-Paare

Die Trennungen 2013

17. Dezember 2013: Shermine Shahrivar hat bekanntgegeben, dass mit ihrem Freund Markus Klosseck alles aus ist. Im August 2013 kam das erste gemeinsame Kind von Shermine Shahrivar und Markus Klosseck zur Welt - doch bereits kurz nach der Geburt der kleinen Aurelia Daliah haben sich das Model und sein Lebensgefährte offenbar voneinander getrennt.
2. August 2010: Lamar Odom und Khloe Kardashian kuscheln beim "Casio's Shock the World"-Event im New Yorker Manhattan Center.
12. Dezember 2012: Die schwangere Malin Akerman ist mit ihrem Mann, dem italienischen Musiker Roberto Zincone, auf dem Weg zum M
27. Oktober 2013:  Schon der zweite Familienausflug seit Bekanntgabe der Trennung - Orlando Bloom holt Flynn und Miranda Kerr an ihrem New Yorker Apartment ab, gemmainsam geht es zum Lunch und zu einem Ausflug mit Halloween-Sammeleimer. Am Samstag sah man die drei bereits bei einem gemeinsamem Ausflug, Abschiedskuss auf die Wange inklusive.

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Goetz Elbertzhagen will sich dazu nicht äußern. Sein Leben soll von nun an privat sein. Er möchte Motorrad fahren, mal in einem Straßencafé Kaffee trinken, ohne dass gleich wieder Fotografen da sind. Er hat seinen Anwalt Schreiben aufsetzen lassen, die seine Privatsphäre und die seiner neuen Freundin schützen sollen. Es geht vor allem um das "Recht am eigenen Bild".

Aber hat man dieses Recht nicht durch die permanente Inszenierung verwirkt? Kann man durch einen Anwalt die Geister, die man rief, verbieten lassen? Seine Freunde sagen, er bereue es zutiefst, dass auch er am Ende das Rampenlicht gesucht habe. Beide Ehepartner sollen süchtig gewesen sein. Sie nach Wodka und Aufmerksamkeit. Und er? Den Freunden soll er gesagt haben: "Ich war süchtig nach ihr. Sie war meine Droge. Meine Nadel war gefüllt mit Jenny. Aber auch ich bin jetzt clean." Waren also beide gleichzeitig auf Entzug?

Am 17. Januar ist er im Berliner Restaurant "Paul" seiner Mitarbeiterin erstmals öffentlich durchs Haar gefahren. Ein paar Tage später mussten Goetz und Jenny vor der RTL-Kamera das liebende Ehepaar geben. Sie sagt: "Dreißig Minuten vorher hat mir eine Mitarbeiterin von ihm einen Tipp gegeben, dass er was mit der anderen hat. Kein Wunder, dass ich so schrecklich ausgesehen habe bei dem Interview."

Im Haus in Rheinbach klingelt es unterdessen weiter auf allen Apparaten. Im Minutentakt ruft der Reporter einer Sonntagszeitung an. Alte Haudegen der Branche melden sich und bieten - natürlich völlig selbstlos - an, die Sache mit Goetz öffentlich "geradezurücken". Jedesmal starrt Jenny aufs Display und kommentiert das, was sie sieht, wie ein Fußballreporter im Radio: "Ah, der schon wieder. Oh, die nun auch noch." Sie rennt wieder ins Schlafzimmer, ruft von oben: "Da stehen sie, die Geier!" Dann geht sie doch ans Telefon und braucht 15 Minuten, um zu sagen, dass sie nichts sagen will. Das reicht dem Anrufer für seine Schlagzeile.

Jenny Elvers kann nicht nichts sagen. Das konnte sie noch nie. Ihre genetische Programmierung ist die eines Lautsprechers, nicht die eines Schweigers. Wenn das Handy mal nicht klingelt, prüft sie, ob es noch Strom hat. Die Aufmerksamkeit scheint ihre Ersatzdroge zu sein.

Am Ende dieses aufregenden Freitags möchte sie nach Amelinghausen zu ihrer Mutter. Nein, doch lieber nach Hamburg, in ihre Lieblingsstadt. Weg von den Fotografen in den Büschen. Es geht also Richtung Norden. Zwei Security-Mitarbeiter sperren die Straße hinter ihrem Wagen, damit die Flucht gelingt. Um 23.35 Uhr rollt der schwarze Audi neben dem feinen Hotel "Louis C. Jacob" aus. Hier hat Robert Redford Hochzeit gefeiert, hier haben schon Staatspräsidenten mit Blick auf die Elbe genächtigt. Hier kommt man auch mit einer Jenny Elvers zurecht. Hier sollte sie doch Ruhe finden ...

Wenn Jenny die Reporter nicht selbst angerufen und auf ihre Fährte gelockt hätte - es hätte ein ruhiges Wochenende werden können. So endet alles in einem morgendlichen Nervenzusammenbruch. Der Grund bleibt im Nebel der Hysterie zunächst verborgen, der sich dann langsam lichtet: Eine Mitarbeiterin habe angerufen, es gehe um ein noch nicht geborenes Kind! "Jetzt spinnst du aber", sagt eine langjährige Freundin zu Jenny. Wahrheit und Dichtung verschwimmen elvershaft.

Ein paar Stunden später möchte sie, dass das Aufnahmegerät an ist. Sie will über sich, die Ehe und ihren Mann sprechen, das Kind und ihren Psychologen. Über eine Zukunft ohne hysterische Anfälle. Vorher nimmt sie aber noch die silberne Kette in die Hand, die sie um den Hals trägt. "Von meinem Therapeuten", haucht sie. Wie ein Kind, das gerade etwas Verbotenes sagt.

Jenny Elvers-Elbertzhagen mit Mann Götz und Sohn Paul im Mai 2012 auf Mallorca. Auch weit weg von zu Hause, fanden die beiden als Paar nicht mehr zusammen.

Jenny Elvers-Elbertzhagen mit Mann Götz und Sohn Paul im Mai 2012 auf Mallorca. Auch weit weg von zu Hause, fanden die beiden als Paar nicht mehr zusammen.

Wie ist die aktuelle Situation für Sie?

Die ganze Situation ist für die Familie sehr schwierig. Ich habe ein Kind, das morgens ohne Fotografen im Schlepptau in die Schule gehen können will. Jetzt muss ich dem Kind irgendwie erklären, warum der Papi knutschenderweise in der Zeitung steht.

Welche Pläne hatten Sie, bevor es zur Trennung kam?

Ich hatte nach meinem Alkoholentzug einen Moment erreicht, in dem Normalität hätte einkehren sollen. Ich wollte durchatmen. Und ich wollte wieder arbeiten, so war es geplant. Nun reißt mir die Trennung den Boden unter den Füßen weg.

Hatten Sie nicht geahnt, dass da etwas sein könnte?

Es gab ganz viele Gerüchte.

Auch innerhalb der Firma?

Ja. Ich habe meinen Mann darauf angesprochen, ich habe sogar die Frau angesprochen. So eine große Lüge, die im Raum steht, ist unerträglich. Der Betrug ist das eine, die Lüge das andere. Ich wollte Klarheit, aber die wurde erst letzte Woche durch die Öffentlichkeit geschaffen. Ich weiß wirklich, dass ich mich nicht immer gut benommen habe gegenüber meinem Mann, auch in jüngster Zeit. Aber wenn Gerüchte im Raum stehen, dann reagiert man auch nicht immer gut.

Sie waren kürzlich zusammen auf Fuerteventura. Scheint keine leichte Reise gewesen zu sein.

Das stimmt. Ich bin erst mal mit meinem Sohn Paul vorgeflogen, mein Mann kam nach. Der war vorher noch beim "Echo". Und zwar nicht allein.

Gala

Inhaltsverzeichnis

15.02.2017

Gala: Inhaltsverzeichnis

Hatten Sie das Gefühl, Fuerteventura könnte eine Abschiedsreise aus der Ehe sein? Es gab viele Fotos von Umarmungen am Strand. War das für den Fotografen im Gebüsch gestellt?

Was soll daran besonders sein? Ich liebe meinen Mann. Nochmals: Ich fühle mich verheiratet.

Käme er jetzt zurück - würden Sie ihm eine zweite Chance geben?

Ich bin gerade sehr verletzt. Aber ich habe ihm in den letzten Tagen gesagt: Komm nach Hause, Goetz! Komm nach Hause!

Das ganze lange Gespräch, das Gala-Chefredakteur Christian Krug mit Jenny Elvers-Elbertzhagen am Wochenende geführt hat, finden Sie in der aktuellen Ausgabe der "Gala" dokumentiert. Sie ist ab Donnerstag, 25. April, am Kiosk erhältlich.

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15.02.2017

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