Jennifer Lopez
© Getty Jennifer Lopez

Jennifer Lopez Schatten der Vergangenheit

Jennifer Lopez zieht gegen ihren Ex Ojani Noa und sein pikantes Enthüllungsbuch vor Gericht. Einen Skandal will sie unbedingt vermeiden - die Diva feilt derzeit an einem seriöseren Image

Der Appetit auf kubanische Köstlichkeiten

dürfte ihr gründlich vergangen sein. Genau diese Gelüste hatten Jennifer Lopez nämlich an jenem verhängnisvollen Abend vor fast genau zehn Jahren ins "Lario's" geführt, das Restaurant ihrer Freundin Gloria Estefan in Miami Beach. Dort füllte ein gut-aussehender junger Kellner das Wasserglas der damals noch relativ unbekannten Latina auf, servierte später ihr geliebtes Bohnengericht und brachte sie mit seinem bruchstückhaften Englisch zum Lachen. Ojani Noa, so der Name des smarten Exil-Kubaners, gefiel Jennifer so sehr, dass sie ihm wenig später einen Heiratsantrag machte. Eine fatale Entscheidung. Die Ehe wurde zwar bereits nach elf Monaten geschieden - trotzdem bekam J.Lo, 37, für ihren Fehlgriff lebenslänglich. Denn Ojani Noa klebt seitdem an ihren Fersen wie Teer unter den Schuhsohlen: lästig - und nicht so leicht loszukriegen.

Pikante Enthüllungen angekündigt

Mittlerweile ist der Mann ihr sogar so lästig geworden, dass die Sängerin am 29. Januar beim Los Angeles Superior Court gegen ihn vor Gericht zieht. Dort wird verhandelt, ob der 32-Jährige sein lange angekündigtes Enthüllungsbuch "The Unknown Truth: A Passionate Portrait Of A Serial Thriller", an dem er gemeinsam mit einem Hollywood-Drehbuchautor seit mehreren Jahren arbeitet, nun endlich veröffentlichen darf. Bislang gelang es Jennifer Lopez, dies mit einer einstweiligen Verfügung zu unterbinden. Sie hat gute Gründe, die Bekenntnisse des Ex-Gatten unbedingt verhindern zu wollen: Das Werk enthalte, so ließ Ojani Noa bereits genüsslich an die Presse durchsickern, höchst pikante Enthüllungen aus ihrem Privatleben. So habe Jennifer ihn am Set ihres Filmes "Anaconda" mit wenigstens einem Crewmitglied hintergangen. Und auch mit Chris Paciello, einem zwielichtigen Nachtclubbesitzer, hätte sie während ihrer Ehe eine heiße Affäre gehabt.

Nach ihrer Scheidung, so Ojani weiter, habe es Jennifer mit der Treue ebenfalls nicht besonders genau genommen: So habe sie sich bereits mit ihrem jetzigen Ehemann Marc Anthony vergnügt, als der noch mit dem Model Dayanara Torres verheiratet gewesen sei - und sie selbst mit Sean Combs alias P. Diddy liiert. Ihretwegen sei es sogar zu einer wilden Prügelei zwischen Diddy und Anthony gekommen.

Kein leichter Prozess

Unwahr und verunglimpfend sei das Machwerk, erklärte J.Lo's Anwalt Jay Lavely bereits im Vorfeld. Einfach wird der Prozess trotzdem nicht. Schließlich trifft der Jurist auf einen verbissenen, zu allem entschlossenen Gegner. Nicht nur, dass Ojani sich mit dem Buch finanziell sanieren würde - er will vor allem seiner erfolgreichen Ex eins auswischen. Quasi eine späte Rache dafür, dass sie ihn im Dezember 2004 wegen "Unfähigkeit" von seinem lukrativen Managerposten in ihrem Restaurant "Madre's" entfernt hatte. Und dafür, dass sie ihrem zweiten Ehemann Cris Judd ohne mit der Wimper zu zucken zwölf Millionen Euro Abfindung zahlte, während sie Ojani mit vergleichsweise läppischen 100000 Euro abspeisen wollte. Dass mit ihm nicht zu spaßen ist, hat der einstige Kellner Jennifer bereits deutlich gezeigt: Als die gläubige Katholikin ihn 2003 bat, einer Annullierung ihrer Ehe zuzustimmen, damit sie noch einmal kirchlich heiraten könne, lehnte er kategorisch ab.

Neues Image gewünscht

Der Ärger mit Ojani Noa kommt für Jennifer Lopez zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die Pop-Diva bastelt derzeit eifrig an einem anderen Image. Seriöser und ernsthafter soll die neue J.Lo sein. Eine, der man auch in Zukunft Rollen wie die der Journalistin Lauren im Polit-Drama "Bordertown" anvertrauen kann. Und die daher nichts weniger gebrauchen kann als einen handfesten Skandal, der Regisseure und Produzenten möglicherweise verschreckt. Zum neuen Selbstbild der Jennifer Lopez passt auch, dass sie es privat künftig ruhiger angehen will: "Meine Partynächte gehören der Vergangenheit an. Ich war mit meinem Leben nicht mehr zufrieden", verkündete sie kürzlich in einem Interview. "Ich werde nun häufiger zu Hause bleiben." Vielleicht setzt sie sich dort ja auch in aller Ruhe einmal mit ihrer in der Vergangenheit nicht immer weisen Einstellung zu Männern auseinander. "Ich fühle mich aus unerfindlichen Gründen zu Typen hingezogen, die wenig zustande bringen", gab die Vorzeige-Latina einst freimütig zu. Dass diese Schwäche sogar ihre Karriere demolieren könnte, hat sie damals wohl nicht gedacht.