Jennifer Aniston Ab sofort bestimmt sie die Regeln

Selbstbewusst wie nie holt Jennifer Aniston zum Rundumschlag gegen Ex-Ehemann Brad Pitt und Angelina Jolie aus. Ein cleverer Schachzug: Bessere Werbung in eigener Sache könnte es kaum geben

Der eine oder andere in Hollywood

dürfte es noch besitzen, das T-Shirt mit dem Aufdruck "Team Aniston" oder "Team Jolie": Anfang 2005, nachdem Brad Pitt seine Ehefrau Jennifer Aniston für Angelina Jolie verlassen hatte, machte die Hollywood-Boutique Kitson mit diesen Shirts ein Riesengeschäft. Zeit, es wieder hervorzukramen - kommt es heute, fast vier Jahre später, zwischen den beiden Lagern doch tatsächlich noch zum Showdown. In gleich zwei Interviews ging Jennifer vergangene Woche mit deutlichen Worten in die Offensive. Kämpferisch, wie man die 39-Jährige noch nie erlebt hat, legt sie sich mit Hollywoods mächtigstem Power-Paar an.

Mit Ex-Mann Brad Pitt und Angelina Jolie rechnete Jennifer Aniston jetzt in einem Interview ab
© Wireimage.comMit Ex-Mann Brad Pitt und Angelina Jolie rechnete Jennifer Aniston jetzt in einem Interview ab

Angelina Jolie kriegt dabei zum ersten Mal ihr Fett ab. Die 33-Jährige hatte mittlerweile zugegeben, Brad und sie hätten sich ineinander verliebt, als er noch liiert war. "Das war uncool", schlägt Jennifer jetzt in der Dezemberausgabe der US-"Vogue" zurück. "Sie hat Sachen über die Zeit gesagt, als ich noch nichts ahnte. Dass sie es damals kaum erwarten konnte, zur Arbeit zu gehen. Das fand ich unangebracht." Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Umgehend rief Brad seine Ex an, um sich zu beschweren, will Bill Zwecker, Kolumnist der "Chicago Sunday Times", erfahren haben: "Brad und Angelina dachten, Jennifer sei längst darüber hinweg und wolle die alte Wunde nicht wieder öffnen."

Späte Rache, Zickenkrieg? Nein, Jennifer Aniston geht es um viel mehr. Man hat den Eindruck, sie benutzt ihre offene Rechnung mit Brad Pitt dafür, Aufmerksamkeit auf ihren neuen Film zu lenken, der an Weihnachten in die US-Kinos kommt. "Jennifer ist eine Frau, die sehr wohl weiß, dass PR zum Job gehört", so Frank Swertlow, Hollywood-Experte der Zeitschrift "People". Nach mehreren beruflichen Flops - ihr groß angekündigter Gastauftritt in "30 Rock" bescherte der US-Kultserie gerade die schlechtesten Einschaltquoten aller Zeiten - muss die Komödie "Marley & ich" unbedingt ein Erfolg werden, genau wie der nachfolgende Film "Er steht einfach nicht auf dich", der im Februar startet. Jennifer will Hollywood beweisen, dass sie - so kurz vor dem 40. Geburtstag - jeden Cent ihrer Gage von annähernd 6,5 Millionen Euro wert ist.

Zu schüchtern, um selbst in die PR-Offensive zu gehen, ließ sie während ihrer Ehe stets Brad Pitt für sich sprechen; jetzt nimmt sie die Fäden selbst in die Hand. Aniston weiß: Nichts sorgt für so viel Wirbel wie ein Angriff auf Angelina Jolie. Vor allem, weil die Sympathien heute längst nicht mehr so klar verteilt sind wie vor vier Jahren. Damals verkaufte sich das "Team Aniston"-Shirt 25-mal so oft wie das ihrer Rivalin. Während die meisten Mitleid mit Jennifer hatten, sahen sie in Angelina eine verrückte Sirene, die das Blut ihrer Liebhaber in Anhängern um den Hals trug und offen über ihre SM-Neigungen plauderte. Das ist heute anders. Heute gilt Jolie mit sechs Kindern und weiteren in Planung als globale Übermutter. Nebenbei schafft sie es, Filme zu drehen und als Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen durch die Welt zu jetten.

Auch wenn das nur schwer zu toppen ist - Jennifer macht unmissverständlich klar, dass sie endlich raus will aus der Rolle der Schwächeren. "Zweifellos ist Aniston jetzt spürbar selbstbewusster", sagt "Vogue"-Reporter Jonathan Van Meter über seine Begegnung mit ihr in Beverly Hills. Er erlebte sie als fröhlich, warmherzig und gelassen. Kein Vergleich also zu Jennifers legendärem Trennungsinterview in der US-"Vanity Fair" vor drei Jahren, als sie mehrfach in Tränen ausbrach. Auch Freunde beschreiben Jennifer heute als gesprächiger, entscheidungs- und angriffslustiger. Sie hat ihr Leben neu geordnet, ist umgezogen und hat sich sogar mit ihrer Mutter Nancy Dow versöhnt.

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