James Franco
© Wireimage.com James Franco

James Franco Ernst sein ist längst nicht alles

James Franco wurde als neuer James Dean gehandelt. Jetzt hat er den Spaß entdeckt - und küsst Sean Penn

Eigentlich müsste James Franco

längst ein Superstar sein: Er ist schön, schlau und talentiert. Doch bislang spielte der 30-Jährige entweder kleine Rollen in großen Filmen ("Spider-Man") oder große Rollen in kleinen Filmen ("James Dean").

Die Rolle des James Dean brachte ihm sogar einen Golden Globe ein. Hier ist er auf der Warner-Bros-After-Show-Party
© Wireimage.comDie Rolle des James Dean brachte ihm sogar einen Golden Globe ein. Hier ist er auf der Warner-Bros-After-Show-Party

Aktuell rührt James Franco als Richard Geres Sohn in der Romanze "Das Lächeln der Sterne" zu Tränen und macht sich in "Ananas Express" als debiler Dealer zum Deppen. In den USA war die charmante Kiffer-Komödie ein Hit - auch dank des hemmungslos albernen Franco. Hollywoods "nächster James Dean" lässt sich gehen. Endlich.

An seinem Können hat niemand je gezweifelt. Aber manchmal nahm sich Franco wohl selbst ein wenig zu ernst. Er galt als verschlossen, verkopft, bisweilen arrogant. "Ananas Express"-Produzent Judd Apatow, der Franco bereits 1999 für die Fernsehserie "Voll daneben, voll im Leben" entdeckte, erinnert sich: "James war ein schräger Typ. Er gab sich betont cool, aber das klappte nicht so richtig. In den Drehpausen las er Proust! Trotzdem schwärmten alle Mädels für ihn. Wir haben damals gar nicht kapiert, was die an ihm fanden." Andere wussten Francos tiefsinniges Charisma besser zu nutzen. 2001 verkörperte er eines der größten Kino-Idole aller Zeiten: Die TV-Biografie "James Dean" brachte ihm den Golden Globe ein, sein Verschmelzen mit Dean war fast schon unheimlich. Prompt wurden Stimmen laut, Franco würde sich etwas zu sehr mit dem tragischen Rebellen identifizieren - und trage seither reichlich dick auf.

Robert De Niro war das egal, er forderte den Nachwuchsschauspieler als Co-Star für das Drama "City By The Sea" (2002) an. Zur Vorbereitung auf die Rolle eines obdachlosen Junkies nächtigte James Franco auf der Straße, um "die Isolation der Figur zu verinnerlichen". Echte Hingabe an den Beruf oder prätentiöse Pose? Franco gilt als schwierig, weil er höchste Ansprüche stellt - an andere wie an sich selbst. Er gibt immer alles. Den Part eines gewissen "Spider-Man" verlor er trotzdem an Tobey Maguire. Stattdessen durfte er immerhin als Spideys Freund und späterer Todfeind Harry Osborn in der Blockbuster-Trilogie glänzen - und wurde nebenbei der liebste Babysitter von Maguires Töchterchen Ruby.

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