Will Smith
© Getty Will Smith

Will Smith "Ich kann mein Glück kaum fassen"

In seinem neuen Film strebt er als allein erziehender Vater nach Glück. An seiner Seite: Sohn Jaden, 8. Mit GALA spricht Big Willy über schwere Zeiten und sein "Familienunternehmen"

Angenehm, umgänglich und vor allem lustig: Das sind die Attribute, die Will Smith von Fans und Kollegen zugeschrieben werden. Tom Cruise etwa bezeichnet den 38-Jährigen als "guten Freund". Ehefrau Jada Pinkett-Smith glaubt, dass "Big Willy" der "beste Ehemann und Vater auf diesem Globus" ist. Und Ben Affleck sieht in Smith einen "Superstar, dem der Ruhm nicht zu Kopfe gestiegen ist". GALA wollte sich überzeugen, ob so viel Lob gerechtferigt ist, und traf Will Smith in Los Angeles, um mit ihm über seinen neuen Film "Das Streben nach Glück" (Start: 18. Januar) zu sprechen.

GALA: Wie wichtig ist Glück für Sie?

Will Smith: Ich bin ein Mensch, der ständig nach den Sternen greift, glücklich sein will. Und ich möchte, dass die Menschen um mich herum auch happy sind.

GALA: Ein bisschen naiv, oder? Die Welt ist nicht immer ein glücklicher Ort.

Smith: Nein, ich finde das nicht naiv. Ich glaube, dass viel mehr Menschen es sich zur Aufgabe machen sollten, nach dem Glück zu greifen. Die Reise dorthin kann ein wahnsinnig schönes Erlebnis sein. Das heißt aber nicht, dass ich die Welt als sicheren und schönen Platz begreife. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass uns das Leben auch viele Fallen stellen kann - und dass der Weg nicht immer einfach ist.

GALA: Haben Sie das auch schon erfahren?

Smith: Sicher, ich war nicht immer der Filmstar Will Smith. Ich kenne das Gefühl, 20 Dollar in der Tasche zu haben und nichts auf dem Konto. Aber man darf nie aufgeben. Wenn die Hoffnung stirbt, ist man verloren.

GALA: Sie sind also ein geborener Optimist?

Smith: Es ist eine philosophische Entscheidung: Ist das Glas halb voll, oder ist es halb leer? Ich habe mich entschlossen, das Glas als halb voll zu sehen. Das ist eine individuelle Sache, aber es funktioniert gut.

GALA: Sie haben leicht reden, verdienen mehr als 20 Millionen Dollar pro Film. Kneifen Sie sich manchmal am Morgen, wenn Sie in den Spiegel schauen?

Smith: Wenn man so viel Geld verdient, hat man Leute, die kneifen (lacht). Natürlich lehne ich mich oft zurück und kann mein Glück kaum fassen. Aber ich habe auch hart dafür gearbeitet.

GALA: Sie gelten als Workaholic. Wie schaffen Sie es, die Familie zusammenzuhalten?

Smith: Meine Frau Jada und ich haben eine Regel: Keiner bleibt länger als vier Wochen von Zuhause weg.

GALA: Ihre Frau ist auch Schauspielerin. Stimmt es, dass Sie mit ihr ständig in einem Fitness-Wettkampf stehen?

Smith: Ja, das stimmt. Und ich liege derzeit weit vorne, weil ich für eine neue Rolle abnehmen muss (hebt sein T-Shirt und zeigt die Bauchmuskeln). Aber Jada ist auch in Top-Form.

GALA: In ihrem neuen Film "Das Streben nach Glück" gibt nun auch Ihr achtjähriger Sohn Jaden sein Schauspieldebüt.

Smith: Die Welt des Entertainments gehört zu unserer Familie. Daher ist es normal, dass die Kinder auch in diese Welt wollen. Mein Sohn Jaden hat ein ganz besonderes Verhältnis zu Emotionen, weit über seinen Altershorizont hinaus.

GALA: Und Sie haben keine Angst, dass Sie Ihr Kind "verheizen"?

Smith: Doch. Aber wir haben die Situation unter Kontrolle. Wir würden unsere Kinder nichts machen lassen, was sie nicht wollen.

GALA: War es schwer, Ihren Sohn im Film weinen zu sehen?

Smith: Es war sogar sehr schwer. Da ist eine Szene, in der ich in einer öffentlichen Toilette mit meinem Sohn auf dem Fußboden schlafen muss. Da schossen uns die Tränen in die Augen.

GALA: In dem Film spielen Sie einen allein erziehenden Vater, der alles verliert. Wie erklären Sie Ihrem Sohn Armut?

Smith: Ich glaube, dass meine Frau und ich es geschafft haben, unseren Kindern beizubringen, dass es nicht allen Menschen so gut geht wie uns.

GALA: Sie zählen zu den besten Freunden von Tom Cruise, waren auch bei seiner Hochzeit in Italien. Scientologe sind Sie trotzdem nicht.

Smith: Ich sollte wahrscheinlich einer sein, oder? Ich weiß auch nicht. Tom und ich reden nicht so oft über Religion. Unser gemeinsamer Nenner sind die Kinder. Da haben wir ähnliche Ansätze. Wir wollen beide sehr involviert sein in das Leben unserer Kids. Und Tom ist ein großartiger Vater.

GALA: Wie wichtig ist Ihnen Religion?

Smith: Vorgeschriebenen Glaubensrichtungen stand ich immer kritisch gegenüber. Heute weiß ich, dass der Glaube stärker sein kann als Hunger oder Durst. Auf etwas ganz fest zu vertrauen, kann dir durch schwere Zeiten helfen.