Tokio Hotel

"So viel Spaß wie möglich"

Auch wenn sie keine Drogen mehr nehmen: Bill und Tom Kaulitz von "Tokio Hotel" lassen es immer noch gern krachen

Eine feste Zielgruppe?

"Die haben wir nicht! 'Tokio Hotel' kann eine Fünfzehnjährige genauso gut hören wie ihre 40-jährige Mama", betonen Bill und Tom Kaulitz, Sänger und Gitarrist der derzeit weltweit erfolgreichsten deutschen Teenie-Band. Beste Voraussetzungen also, um auch mit dem neuen Album abzuräumen. Mit Gala plaudern die Zwillinge über bunte Pillen, die Schattenseiten des Star-Ruhms - und Haare ...

Tokio Hotel

Willkommen im Tokio Hotel

19. Januar 2010: Das Hotelzimmer wird Bill Kaulitz langsam zu klein. Auf dem Catwalk vom kanadischen Label Dsquared2 wird der Sä
22. November 2009: Bill Kaulitz ist in Feierlaune und freut sich auf die Premiere von "Arthur Und Die Minimoys 2" in Berlin.
10. November 2009: Weit gereist: Die Jungs von Tokio Hotel stellen ihr Album "Humanoid" persönlich in Mexiko vor.
28. September 2009: Die vier Jungs stellen in Spanien ihr drittes Album Humanoid vor

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Wie sehr spürt Ihr den Erfolgsdruck?

Bill: Der ist auf jeden Fall da. Aber wir sind jetzt schon fast fünf Jahre erfolgreich. Das Schicksal, als One-Hit-Wonder zu enden, droht uns nicht mehr. Das entspannt ungemein.

Eure Fanbasis sind aber Teenager. Und die sind erfahrungsgemäß schnell untreu...

Tom: Unser Ziel ist es, die Fans, die wir haben, zu halten. Und das ist bislang auch wunderbar gelungen. Außerdem richten wir unsere Musik ja gar nicht auf eine bestimmte Zielgruppe aus. Eine Fünfzehnjährige kann "Tokio Hotel" genauso gut hören wie ihre 40-jährige Mama, solange sie beide einen guten Musikgeschmack haben!

Bill, Du hast innerhalb weniger Wochen die zweite neue Frisur...

Bill: ... und es nervt total, dass es jedes Mal so einen Wirbel darum gibt. Ich experimentiere nun mal gerne und hatte keinen Bock mehr auf Dreadlocks. Es dauerte nach dem Waschen fast einen Tag, bis die Haare wieder trocken waren. Supernervig!
Tom: Haare sind echt so eine Macke von Bill. Wenn ich mich nicht einmischen würde, hätte er sich zwischendurch auch mal einen Armyschnitt verpassen lassen und alles platinblond gefärbt...

Habt Ihr Angst, irgendwann mal dem Druck des Showbiz nicht mehr gewachsen zu sein?

Bill: Die Gefahr ist auf jeden Fall da und ich kann die krassen Abstürze von anderen Stars gut nachvollziehen. Aber Tom und ich haben einen entscheidenden Vorteil: Wir haben uns und die Band. Wenn ich mir vorstelle, dass ich das alles alleine aushalten müsste, wüsste ich nicht, ob ich das alles unbeschadet überstehen würde und wo ich heute wäre...

Wie sind Eure Erfahrungen mit Drogen?

Tom: Auch wir haben mal experimentiert und damit relativ früh angefangen. Bereits als Dreizehnjährige hatten wir ältere Kumpels und hingen mit denen meist auf dem Dorfplatz ab. Da kam es schon mal vor, dass wir uns aus Langeweile hardcoremäßig betrunken, bekifft oder bunte Pillen eingeworfen haben.
Bill: Heute ist das aber vorbei! Es braucht einfach viel Selbstdisziplin, um auf der Bühne immer hundert Prozent geben zu können und bei dem ganzen Stress nicht zusammenzuklappen.
Tom: Wir gehen nur noch selten feiern. Wenn, dann lassen wir es aber auch ganz gut krachen!

"Tokio Hotel" ist die derzeit weltweit erfolgreichste deutsche Teenie-Band

"Tokio Hotel" sind die derzeit weltweit erfolgreichste deutsche Teenie-Band

Am 2. Oktober 2009 erscheint "Humanoid", das erste Album von Tokio Hotel seit zweieinhalb Jahren

Am 2. Oktober 2009 erscheint "Humanoid", das erste Album von Tokio Hotel seit zweieinhalb Jahren

Ihr seid Zwillinge. Steht Ihr Euch wirklich so nahe?

Bill: Ich würde nie auf die Idee kommen, etwas in meinem Leben ohne Tom zu planen. Wir sind nie länger als zwei Tage voneinander getrennt. Und selbst das ist für mich bereits die Hölle. Wir sind wie eine Person, brauchen nicht miteinander reden und wissen trotzdem sofort, was der andere gerade denkt. Tom und ich werden sicher unser ganzes Leben zusammen wohnen.

Jetzt mal ehrlich: Ab und zu geht Ihr Euch doch aber auch mal furchtbar auf die Nerven, oder?

Bill: Klar kommt das vor - aber selten. Wenn's denn mal zwischen uns knallt, dann so richtig: Dann wird gepöbelt und geschrien. Dann gehen alle in Deckung und verlassen den Raum. Wir wissen eben genau, welche Knöpfe wir beim anderen drücken müssen, damit die Situation eskaliert.
Tom: Stimmt, dann reizen wir uns gegenseitig so sehr, bis wir uns nur noch eine reinhauen wollen. Und es auch tun.

"Tokio Hotel" wird abgöttisch geliebt aber auch wild gehasst: Wie geht Ihr mit Anfeindungen um?

Tom: Wenn mich jemand dumm anmacht, bin ich sofort auf Krawall gebürstet. Ich lasse mir nicht gegen den Karren fahren. Wenn mir jemand dumm kommt, wird zurückgepöbelt. Es war ja schon immer so, dass wir angeeckt haben und dass uns viele nicht mochten. Bereits in der Schulzeit hatten Bill und ich immer Freundinnen, die zum Teil auch älter waren als wir. Ich hatte jeden Tag eine neue, Bill versuchte es mit Monogamie. Das provoziert bei anderen Jungs natürlich Neid. Und ich liebe es!

Bill, es heißt immer wieder, dass Du schwul bist...

Bill: Mit dem Thema musste ich mich bereits in der Schule permanent auseinandersetzen. Make-up und eine aufwendige Frisur bei einem Jungen - klar, dass sich viele da ihren eigenen Reim drauf machen. Aber hey, ich bin nicht schwul. Wenn ich es wäre, hätte ich null Probleme damit, das zu sagen...

Ist für eine Freundin weiterhin kein Platz in Eurem Leben?

Bill: Nein, denn ich will lieben. Aber das ist bisher einfach nicht passiert!
Tom: Und ich will mich nicht festlegen und so viel Spaß haben wie möglich. Es laufen da draußen einfach zu viele schöne Mädels rum. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mich bislang noch nie so richtig verliebt habe.

Was nervt Euch an Eurem Star-Dasein?

Bill: Mir fehlt die Spontanität. Ich kann nicht einfach mal raus, ins Kino oder ein Eis essen gehen. Alles muss bereits Wochen vorher geplant werden. Ein Leben nach Drehbuch. Natürlich gewöhnt man sich mit der Zeit daran. Aber es gibt schon Momente, in denen ich mein früheres, ganz normales Leben vermisse.
Tom: Es gibt kaum noch Zeiten, in denen wir mal eine Woche am Stück einfach nur abhängen können. Das Business geht immer weiter. Selbst im Urlaub schalten wir deshalb nie richtig ab. Bill und ich waren für zwei Wochen auf den Malediven und es war auch ganz cool, mal am Strand zu faulenzen. Aber in meinem Kopf ratterte es trotzdem permanent weiter. Es gibt nicht einem Tag, an dem wir uns nicht mit Tokio Hotel befassen.
Bill: Alles in allem ist das aber trotzdem völlig ok so. "Tokio Hotel" ist kein Job, das ist unser Leben. Und zwar ein verdammt geiles Leben.

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