Til Schweiger : Til Schweiger
© Getty Images Til Schweiger

Til Schweiger Noch mal Vater werden? Warum nicht!

Bei ihm jagt ein Projekt das andere – dafür braucht’s Power und private Pausen. GALA sprach mit Til Schweiger über seine Bilanz für 2015 und die Pläne für 2016

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Ein bewegtes Jahr liegt hinter Til Schweiger. Beruflich, privat und als engagierter Bürger. Los ging es mit dem großen Erfolg seines Alzheimer-Films "Honig im Kopf". Dann mischte er sich intensiv in die Flüchtlingsdebatte ein, redete Klartext, wollte ganz schnell Fakten schaffen. Quasi nebenbei drehte er mit Schlager-Queen Helene Fischer seinen neuen "Tatort" (Doppelfolge, 1. und 3. Januar im Ersten), und er gründete eine Stiftung. Last but not least: Til Schweiger, 52, ist schwer verliebt.

Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Wein Jahrgang 2015 und blicken in 20 Jahren zurück: War es ein guter Jahrgang?

So gut, dass ich den Wein selbst wahrscheinlich schon ausgetrunken hätte, wenn das möglich wäre. (lacht) Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen, es gab schon ein paar Sachen, die mich sehr mitgenommen haben. Gerade in der Flüchtlingsdebatte.

Was hat Sie da besonders berührt?

Die persönlichen Treffen in den Lagern, die direkte Konfrontation mit den Menschen und ihren Schicksalen.

Gerade vor diesem Hintergrund: Was macht Sie persönlich wirklich glücklich?

Ein Augenaufschlag von meinen Kindern. Wenn ich sehe, dass es ihnen gut geht. Wenn ich sehe, dass meine Freunde glücklich sind, oder wenn ich dazu beitragen kann, ihnen eine Freude zu machen. Und wenn "Honig im Kopf" durch die Decke geht. Oder wenn ich einen neuen Menschen kennenlerne, den ich dann wahnsinnig lieb habe. Da gibt es also viele Sachen.

Zwei Ihrer Kinder, Valentin und Luna, sind schon aus dem Haus. Fällt es Ihnen schwer, sie ziehen zu lassen?

Wenn ich könnte, würde ich die Uhr zurückdrehen. Dann wären alle Kinder wieder drei oder vier. Kann ich aber leider nicht, also arrangiere ich mich. Sie möchten in ihr eigenes Leben gehen, und da kann ich sie nur so gut wie möglich unterstützen. Die Ängste, die ich als junger Vater hatte, waren klar: Was ist, wenn deine Töchter einen Freund mit nach Hause bringen? Und wenn sie dann später sogar das Haus verlassen wollen? Das waren furchtbare Vorstellungen. Ich finde, dafür gehe ich jetzt ziemlich locker damit um.

Könnten Sie sich vorstellen, noch mal Vater zu werden?

Ich würde das nicht kategorisch ausschließen wollen. Es ist zwar momentan nicht auf meiner Priority-Liste, weil ich schon vier Kinder habe, aber wie gesagt: Ich würde das nicht ausschließen.

Es gibt eine neue Frau in Ihrem Leben, und Sie wirken privat so glücklich und ausgeglichen wie lange nicht mehr.

Ich habe jemanden getroffen, den ich sehr liebe. Der Rest wird sich zeigen. Die Beziehung zu ihr zählt definitiv zu den Dingen, die mich sehr glücklich machen. Aber kein Mensch ist von morgens bis abends glücklich. Entscheidend ist, dass man sein Glück wertzuschätzen weiß.

Sie haben eine Stiftung gegründet, die Til Schweiger Foundation. Das schien manchmal ein steiniger Weg zu sein, zum Beispiel bei dem geplanten Flüchtlingsheim in Osterode.

Bis jetzt lief alles eigentlich ziemlich gut. Wir haben in kürzester Zeit einen tollen Beirat zusammenbekommen und sehr viel Geld eingesammelt. Es gab vielleicht Projekte, ganz spezifisch Osterode, da hat es nicht so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Was steinig werden könnte, ist, jetzt noch mehr Geld einzusammeln. Weil sich der Wind in Deutschland ja gedreht hat.

Leben Sie trotzdem gerne hier?

Im Moment noch, ja. Deutschland gehört in Umfragen immer noch zu den lebenswertesten Ländern der Erde. Vor uns liegen meistens nur Kanada und skandinavische Staaten. Insofern kann ich mich glücklich schätzen, dass ich als Deutscher auf die Welt gekommen bin. Denn das ist ja reine Glückssache! Es gibt Menschen, die über andere Menschen schimpfen, weil sie nicht deutsch sind, obwohl die gar nichts für diese Tatsache können. Wenn die, die schimpfen, in einem indischen Slum, in Syrien oder im Irak geboren worden wären, hätten sie vielleicht die Arschkarte gezogen. Unterm Strich geht es uns in Deutschland noch richtig gut. Das vergessen viele Leute.

Welche Schlagzeile wünschen Sie sich für 2016?

"Die Bundesregierung hat den Schlüssel gefunden, die Flüchtlingssituation super zu bewältigen." Oder: "Es gibt Frieden in Syrien und die Menschen haben keinen Grund mehr zu fliehen." Leider ist das alles nicht realistisch. Ich sehe finstere Zeiten auf uns zukommen, wie wir uns das vor ein paar Jahren nie hätten vorstellen können. Und das macht mir Angst.

Was wäre eine private Schlagzeile, die Sie gern lesen würden?

"Til Schweigers Deli hat aufgemacht und brummt wie Sau!" (lacht) Das ist mein Baby für 2016, wir wollen Ende April eröffnen. Und 2017 will ich dann ein kleines Boutique-Hotel in Hamburg aufmachen. Das ist mein Traum.

Wer so ein Tempo an den Tag legt, braucht Rückzugsmöglichkeiten, um Kraft zu tanken. Für Sie scheint Mallorca immer wichtiger zu werden.

Stimmt. Ich brauche das auch, weil ich sehr hart arbeite und zwischendurch einfach mal durchatmen muss. Das kann ich dort am besten. Gerade wenn man in Hamburg lebt und von Ende September bis Mitte April eigentlich nur Depri-Wetter hat, ist das schön, wenn man ein paar Tage in der Sonne ist. Am liebsten mit Freunden, weil ich gerne Menschen um mich herum habe.

Sie haben auf Mallorca sogar einen kleinen Privatzoo …

… und gerade heute haben wir ein Zwergziegenbaby bekommen, das ist vorhin geboren worden! Sehr süß!