Til Schweiger
© WireImage.com Til Schweiger

Til Schweiger "Da kann man nur zugucken"

Viele schwärmen für Til Schweiger, aber für wen schwärmt er? Zumindest was seine Kollegen aus Hollywood betrifft, ist der Schauspieler da sehr offen

Mit diesem Mann

kann man über alles reden - nur wenn es um die Liebe geht, macht Schweiger seinem Namen alle Ehre. Gerade feierte der 44-jährige Schauspieler und Regisseur die Premiere seines Ritter-Films mit der schönen Münchnerin Anna, die im übrigen nicht zum ersten Mal seine Begleiterin war. Sein Kommentar dazu lautet kurz und knapp: "Zu diesem Thema möchte ich mich nicht äußern." Dafür erzählt er in seinem Berliner Büro bei Gebäck und Zigaretten von den Begegnungen mit Brad Pitt und Quentin Tarantino. Und er erläutert die sehr freizügigen Szenen in "1½ Ritter".

Gala: Sind Sie froh, dass die langen Haare jetzt wieder ab sind?

Das war ja nur eine Perücke. Der Nachteil von Perücken ist allerdings, dass es lange dauert, sie anzukleben und wieder abzubekommen. Im Sommer schwitzt man außerdem ordentlich darunter. Der Vorteil ist, dass man nie einen Bad-Hair-Day hat.

Gala: Pünktlich zu Weihnachten bescheren Sie uns einen gar nicht besinnlichen Film. Da gibt es etwa eine Szene, in der Ritter Lanze von zwei Mädchen entjungfert wird: Es stöhnt und scheppert, und Lanze kippt sich am nächsten Morgen zur Abkühlung einen Krug Wasser in die Hose.

Aber die Entjungferungsszene ist doch total liebevoll und zärtlich!

Til Schweiger und Rick Kavanian bei der Premiere ihres Films "1 1/2 Ritter" in Berlin
© Getty ImagesTil Schweiger und Rick Kavanian bei der Premiere ihres Films "1 1/2 Ritter" in Berlin

Gala: Na ja ... Ritter Lanze betrügt damit außerdem seine geliebte Herzelinde - eigentlich war er gerade auf dem Weg, sie zu befreien.

Nein, er betrügt sie nicht, weil sie da noch nicht zusammen sind.

Gala: Aber fast. Romantische Zuschauerinnen könnte es betrüben, dass er in dieser Situation mit zwei anderen ins Bett geht.

Echt? (schweigt, überlegt und wiederholt:) Echt? Wir haben darüber sogar beim Inszenieren gesprochen. Klar hätte man das auch weglassen können, aber dann hätte eine Szene gefehlt, die ich persönlich sehr witzig finde. Das ist halt so eine Sache mit dem Humor: Die einen können darüber lachen und die anderen nicht. Ich jedenfalls mag den Film total. (denkt wieder nach) Aber noch mal: Eigentlich betrügt er sie doch nicht, weil - sie sind nicht zusammen. Er hat halt nur so einen Stock im Arsch, dass er ihr nicht sagen kann, was er für sie empfindet.

Gala: Wie war es eigentlich, mit Quentin Tarantino "Inglorious Bastards" zu drehen?

Sehr anstrengend. Es war aber auch ein tolles Erlebnis, dem Meister mal über die Schulter zu blicken. Ich habe die Zeit genutzt, um etwas zu lernen. Das war wie ein Workshop für mich: Tarantino, Bob Richardson, der beste Kameramann der Welt, und natürlich Brad Pitt. Ein umwerfend guter Schauspieler. Wahnsinn! Einer der besten, die ich je live erlebt habe.

Gala: Was macht ihn so gut?

Sein Talent.

Gala: Also nichts, was man sich abgucken könnte?

Nein, da kann man nichts abgucken, da kann man höchstens zugucken. Was Brad ausmacht, das hat er in sich drin, das kann man nicht kopieren. Ich habe schon mit Oscar-Preisträgern gedreht, bei denen ich mir dachte: Okay, die kochen auch nur mit Wasser. Aber bei dem ... (er nickt anerkennend) Der ist schon verdammt gut.

Gala: Haben Sie bei diesem Dreh Sehnsucht nach Hollywood bekommen?

Nein, ganz bestimmt nicht. Es hat sogar eher ein paar schlimme Narben aufgerissen. Was mich an den großen Studio-Produktionen wie "King Arthur" oder "Tomb Raider" immer so genervt hat, war, dass die Macher sechs, sieben Monate lang drehen, und als Schauspieler bist du die ganze Zeit über deren Leibeigener. Du hast keine freien Tage, nur so genannte "Hold Days". Auch an denen musst du verfügbar sein, falls sich der Drehplan ändert. Also, was die Sehnsucht nach Hollywood angeht: No! Das heißt allerdings nicht, dass ich da nicht irgendwann noch mal einen Film mache, wenn das Angebot passt. Müsste allerdings eine richtig geile Rolle sein. Oder ein Independent-Film. Aber so etwas wie "Tomb Raider" mache ich nicht mehr.