Sylvie van der Vaart
© Getty Images Sylvie van der Vaart

Sylvie van der Vaart "Ich fühle mich gesund und glücklich"

Sylvie van der Vaart spricht über ihre veränderte Lebenseinstellung nach der Krebs-Diagnose und über ihr Glück mit Rafael und Damian

Im Mai 2009 wurde bei Sylvie van der Vaart Brustkrebs diagnostiziert.

Im Interview mit Gala redet das niederländische Model über die Unterstützung, die sie durch ihren Mann Rafael erfährt und verrät, wie es mit weiterem Nachwuchs aussieht.

Was lieben Sie an Ihrem Mann?

Rafael guckt ein bisschen frech aus den Augen. Er ist stark und hat ein großes Selbstvertrauen. Meiner Meinung nach gibt es heutzutage viel zu wenige echte Kerle. Ich habe wirklich Glück, dass ich ihn gefunden habe. Rafael gönnt mir auch meine Karriere. Gerade Fußballspieler wollen oft, dass ihre Frau nur zuhause ist, sich um die Kinder kümmert und kocht. Rafael ist da ganz anders.

Männer lieben Sie und Frauen beneiden Sie um ihr perfektes Aussehen.

Auch ich habe bestimmte Dinge an mir zu kritisieren. Ich bin 1 Meter 58 groß und denke mir schon manchmal "Oh Gott wie bin ich klein!" Trotzdem trage ich privat oft Ballerinas oder Gladiatorensandalen. Inzwischen bin ich ja auch über 30 und ich sehe die ersten Fältchen. Und wenn ich alles essen würde was ich wollte, würde ich sofort zunehmen. Obwohl ich mich nie auf die Waage stelle, denn ich will mir ja nicht den Tag verderben (lacht)... Aber ich bin sehr diszipliniert und statt zu jammern gehe ich ins Fitnessstudio. Außerdem sind alles Luxusprobleme.

Sie wissen von was Sie sprechen. Bei Ihnen wurde vor nicht langer Zeit Brustkrebs diagnostiziert.

Das war eine wirklich schwere Zeit voller Angst. Erst konnte ich es gar nicht fassen, weil ich ja noch so jung bin. Zum Glück war der Tumor gutartig und konnte komplett entfernt werden. Ich fühle mich gesund und glücklich. Aber das alles hat meine Lebenseinstellung doch sehr verändert. Früher hatte ich Phasen, in denen ich sehr gestresst war. Da musste ich immer dies und das machen und war dauernd mit unserer beiden Karrieren beschäftigt. Aber jetzt bin ruhiger geworden und zufrieden mit dem was ich habe. An erster Stelle steht meine Familie und dann kommt meine Arbeit, die mir aber noch sehr wichtig ist. Gerade in dieser Situation. Nur zuhause zu sitzen, mich zu bedauern und auf die nächste Chemotherapie-Sitzung zu warten, das könnte ich nicht. Deswegen arbeite ich weiter. Es gibt mir Kraft. Ich werde auch wieder bei "Das Supertalent" in der Jury sitzen.

Wir bewundern es sehr, dass Sie mit Ihrer Krankheit so schnell an die Öffentlichkeit gegangen sind.

Ich wollte nichts verbergen und eine Krankheit es ist ja kein persönliches Versagen. Man kann nichts dafür. Außerdem ist es mir wichtig, andere Frauen zu motivieren, doch ein Mal im Monat ihre Brust abzutasten und dann bei Verdacht gleich zum Arzt zu gehen. Meine Mutter war auch an Brustkrebs erkrankt, insofern war ich schon immer in Bezug auf das Thema sehr sensibilisiert und habe auf jede Veränderung an meiner Brust geachtet. Hätte ich das nicht so gemacht, wäre eventuell alles viel schlimmer geworden. Früherkennung ist wichtig und kann einem das Leben retten.

Wer hat Ihnen in dieser schweren Phase am meisten geholfen?

Mein Mann, meine Schwiegereltern, meine Eltern und natürlich mein kleiner Sohn. Für ihn möchte ich stark, gesund und auch fröhlich sein. Er soll keine leidende Mama haben, sondern weiter in Liebe und Glück aufwachsen. Ich lebe trotz allem mein normales Leben. Rafael unterstützt mich dabei. Er ist unglaublich einfühlsam und lieb. Wann immer er kann kommt er zur Chemo mit. Und wir können wunderbar darüber reden. Ich bin jemand, der alles aussprechen muss. Könnte ich mit ihm nicht reden, würde es mich innerlich zerreißen. Zudem versucht mich Rafael immer zum Lachen zu bringen. Das hilft auch sehr. Lachen ist eine gute Medizin.

Möchten Sie gerne noch ein zweites Kind?

Oh ja das wäre unser größter Wunsch. Wir hoffen, dass es klappt. Aber es wird noch ein bisschen dauern, weil ich gerade mitten in der Chemotherapie bin. Ich habe keinen Tumor mehr, auch keine Metastasen. Sie wird präventiv verabreicht, weil ich jung bin und man nicht jede Zelle scannen kann. Rafael und ich wollen auf der sicheren Seite sein und sind der Anweisung des Madrider Onkologen gefolgt.

Wie geht es Ihnen damit?

Bisher verläuft alles ohne Nebenwirkungen. Mit ist weder übel, noch bin ich matt. Die Haare sind mir nicht ausgefallen. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass es nicht doch noch passiert. Wenn das so wäre würde ich auch damit klar kommen. Ich hoffe, dass nächstes Jahr dieses Kapitel abschließen kann und ganz normal weiter leben kann.

Wie groß ist Ihre Angst, dass der Krebs noch mal ausbrechen könnte?

Angst ist ein schlechter Berater. Zudem werde ich unglaublich engmaschig kontrolliert. Zudem achte ich auf tadellose und gesunde Ernährung. Viel Obst und Gemüse, Fisch und biologische Produkte, die leider in Spanien nicht sehr leicht zu bekommen sind.

Weinen Sie immer noch viel?

Natürlich habe ich geweint, aber ich habe es nicht übertrieben. Denn in Tränen kann man sich verlieren. Und man wird nicht schöner wenn man tagelang weint (lacht).