Christoph Waltz
© DPA Christoph Waltz

Studio Babelsberg "Wir rechnen mit mindestens einem Oscar"

Der Film "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino ist in acht Kategorien für den Oscar nominiert, darunter Christoph Waltz für den besten Nebendarsteller. Studio Babelsberg in Potsdam hat die Nazi-Satire produziert, gedreht wurde nahezu vollständig in Deutschland

Der Film "Inglourious Basterds" von Star-Regisseur Quentin Tarantino ist in acht Kategorien für den Oscar nominiert - darunter für den besten Film, die beste Regie und den besten Nebendarsteller (Christoph Waltz). Studio Babelsberg in Potsdam hat die Nazi-Satire produziert, gedreht wurde nahezu vollständig in Deutschland. Damit verhilft "Inglourious Basterds" nicht nur dem Filmstandort Deutschland zu neuem Ruhm, für die deutschsprachigen Schauspieler - allen voran Christoph Waltz - ist der Film bereits zum Sprungbrett ins internationale Geschäft geworden. Die Deutsche Presse-Agentur dpa sprach mit den beiden Studio-Vorständen und Koproduzenten Carl Woebcken und Christoph Fisser über den Reiz internationaler Koproduktionen, die hiesigen Chancen und Möglichkeiten und den Ausnahmeregisseur Tarantino.

Studio Babelsberg dürfte angesichts der Nominierungen in diesem Jahr besonders gespannt auf die Oscar-Verleihung blicken.

Fisser: "Zunächst einmal freuen wir uns natürlich sehr, dass der Film so viele Nominierungen erhalten hat. Das ist eine tolle Bestätigung für alle beteiligten Mitarbeiter und für den Filmstandort Deutschland insgesamt. Studio Babelsberg ist in den vergangenen fünf Jahren bereits das vierte Mal bei den Oscars vertreten. Wir rechnen damit, dass es zumindest einen Oscar geben wird."

Aus welchen Gründen, denken Sie, wurde der Film mit einer so großen Zahl an Nominierungen bedacht?

Fisser: "Quentin Tarantino hat ein herausragendes Drehbuch geschrieben, das zu Recht eine Nominierung in der Kategorie bestes Drehbuch erhalten hat. Zudem ist er ein meisterhafter Regisseur, der ebenfalls zu Recht von der Academy in der Kategorie beste Regie nominiert wurde. Auf den Punkt gebracht: Es ist ein großartiger Film."

Wenn wir über "Inglourious Basterds" reden, sprechen wir auch über einen Erfolg für den Filmstandort Berlin-Brandenburg. Welche Impulse können von dort auf den Standort Deutschland ausgehen?

Woebcken: "Studio Babelsberg hat hinsichtlich großer internationaler Kinoproduktionen vor fünf Jahren eine Pionierrolle in Deutschland eingenommen. Durch den Film und die Oscar-Nominierungen lenken wir noch mehr Aufmerksamkeit auf Babelsberg und die Hauptstadtregion. Wir beobachten gegenwärtig, dass dieser Erfolg weitere Mitbewerber in Deutschland dazu motiviert, ihre Strategien ebenfalls auf internationale Koproduktionen auszurichten. Das ist interessant und wünschenswert, weil damit die deutsche Kinobranche in Relation zur Fernsehwirtschaft eine größere Chance erhält, international wettbewerbsfähig zu werden. Das ist sie noch nicht. Deutschland kann jedoch im globalen Wettbewerb nur konkurrieren, wenn die Fördersysteme, insbesondere der Deutsche Filmförderfonds (DFFF), mindestens in der jetzigen Form zur Verfügung stehen oder adäquat mit den Wachstumsplänen der Mitbewerber ausgebaut werden."

Gedreht wurde "Inglorious Basterds" unter anderem im sächsischen Sebnitz.
© Getty ImagesGedreht wurde "Inglorious Basterds" unter anderem im sächsischen Sebnitz.

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