Stephanie zu Guttenberg "Ich brauche nicht viel Firlefanz"

Stephanie zu Guttenberg über Glamour und Engagement, über ihre schwedische Familie und die Freunde aus Hollywood

Adelig war sie schon bei der Geburt:

Stephanie Gräfin von Bismarck-Schönhausen, Ururenkelin des "Eisernen Kanzlers". Ihren heutigen Ehemann Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg lernte sie 1995 kennen, auf der Love Parade, damals waren beide Studenten. Fünf Jahre später die Hochzeit.

Es folgte ein Leben zwischen bayerischer Bodenständigkeit und Weltläufigkeit, ein privates Leben außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung. Bis zum Februar dieses Jahres. Völlig überraschend berief da Bundeskanzlerin Merkel den smarten Franken in ihr Kabinett, und seitdem ist alles anders. Wo immer der Shootingstar und seine Frau nun auftauchen, richten sich die Kameras auf das lächelnde Paar - so als hätte das ganze Land händeringend auf den Glamour und die Zuversicht gewartet, die diese beiden nonchalant ausstrahlen.

Stephanie zu Guttenberg nimmt den Hype gelassen, wie sich im exklusiven Gala-Interview zeigen wird. Als Treffpunkt hat sie ihr derzeitiges Lieblingscafé in Berlin vorgeschlagen. Sie ist pünktlich. Okay: zwei Minuten zu spät ...

... Entschuldigung für die Verspätung! Es ist hier immer ein Horror mit den Parkplätzen.

Kein Problem. Sind Sie mit Ihrem Mini da?
Nein, heute nicht bei dem regnerischen Wetter. Der Wagen ist ein älterer Jahrgang und nicht ideal bei nassen Straßen. Ich fahre sonst übrigens sehr viel mit dem kleinen Wagen. Das besonders Nette ist, dass man von allen Menschen ein Lächeln bekommt. In dem Auto erkennen viele wohl das Kindchenschema. Selbst wenn man mal freche Sachen macht - die Leute nehmen einem das nicht übel.

(Sie bestellt bei der Kellnerin einen Tee mit frischem Ingwer. Gibt es an diesem Tag nicht. Also wählt sie die Alternative frische Pfefferminze und kündigt an, sie werde später "auf jeden Fall" einen Flammkuchen essen, der sei in diesem Café "einfach köstlich".)

Anfang des Jahres wurde Ihr Mann Wirtschaftsminister, inzwischen leitet er das Verteidigungsressort. Sind Sie nun häufiger in Berlin oder an Ihrem bayerischen Wohnsitz?
Zurzeit häufiger in Berlin, aber ich pendle viel. In Oberfranken freue ich mich dann auf zu Hause und das Land. Das ist Balsam für meine Seele. Ruhe empfinde ich als Luxus.

Nach Ihrer Hochzeit sind Sie von München auf den Familiensitz der zu Guttenbergs nahe Kulmbach gezogen. Fühlen Sie sich dort inzwischen heimisch?
Ja, voll und ganz. Oberfranken ist Heimat geworden. Ich mag die Menschen dort sehr gern. Sie sind gelegentlich rau, haben aber ganz viel Herz.

Bei "Wetten, dass..?" haben Sie kürzlich Ihre Kinderhilfs-Organisation "Innocence in Danger" vorgestellt. Man sieht Politikerfrauen nicht oft in TV-Shows - lag es am Franken Gottschalk, dass Sie zugesagt haben?
Wahrscheinlich auch. Wir kennen ihn schon lange, und diese Oberfranken-Connection ist etwas Besonderes. Wenn man aus derselben Gegend kommt, hält man zusammen. Auch um den Herausforderungen dieser wunderbaren Region zu begegnen: früher Zonenrandgebiet, heute Mitte Europas.

Warum haben Sie sich gerade in den Dienst von "Innocence" gestellt? Es gab doch vermutlich viele Charity-Angebote an die attraktive Ehefrau des neuen deutschen Politikstars ...
Na ja, irgendwohin gehen und so ein bisschen Charity machen, das gibt es bei mir nicht. Ein Vorstandsmitglied von "Innocence", das ich über private Kontakte kannte, sagte mir ganz klar: Wir brauchen jemanden, der selbst Kinder hat. Eine Person, die so jung ist, dass ihr das Internet absolut vertraut ist. Ich bin jetzt 32 und daher mit Computern zum größten Teil aufgewachsen. Mit meinem Mann oder seiner Position hat mein Engagement im Übrigen gar nichts zu tun. Ich bin seit bald vier Jahren bei "Innocence". Wenn man so will, kann man sagen: Er hat mit seiner Karriere nachgezogen. (lacht)

Nehmen Sie Ihre Arbeit mit nach Hause? Besprechen Sie die Themen beim Abendessen mit Ihrem Mann?
Es wäre schon seltsam, wenn ich es nicht tun würde. Und er lernt ja auch eine Menge durch das Know-how, das ich inzwischen mit unserem großartigen Team erarbeiten durfte. So wie ich umgekehrt von ihm lerne, wenn es um seine Themen geht.

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